Freitag, Dezember 25, 2009

Maria

Raumpflegerin M
HH

HH (kommt vom Schneider): So, jetzt hab ich e n d l i c h meine Hose vernünftig umgenäht bekommen.
M (schaut sich die Naht an): Ja, is schwer! Konnt ich nich machen.
HH: Deshalb hab ich's ja auch zum Schneider gebracht.
M: Nebenan?
HH: Ja.
M: Is teuer! Würd ich auch hin, aber is so teuer, hab ich schon gefragt, macht er billiger, aber sagt nein, macht er nich, und ich schon so oft dagewesen und gefragt, und dann war ich bei Schneider weiter vor in Straße, da links ... [redet halbe Stunde weiter] ... und war ich auch in Elbekaufhaus.
HH (betäubt): Mmmhm.
M: Heißt Elbekaufhaus? (denkt nach)
HH (nutzt die Atempause): Elbe-Einkaufszentrum. Und ich war ja erst im Elbe-Einkaufszentrum, aber der hat das falsch gemacht. Der hat nämlich ein Hosenbein kürzer ...
M (unterbricht): Jaaa, weiß ich, weiß ich, Schneider is schwer! Schwer! War ich letztens mit Kleid für Hochzeit, hat doch mein Tochter geheiratet, und ich kein Kleid, erst Woche vor Hochzeit musst ich finden, nein, Moment, war Freitag, und dann Woche drauf Hochzeit, und ich Kleid, aber war zu lang, ist immer zu lang, bin ich immer zu klein, und Schneider sagt nein, dauert Woche, und ich sag, muss ich weg in Woche, und sagt gehen zu andere Schneider, und andere Schneider sagt zweidrei Tage, und ich sag ja, muss ich aber nächste Woche weg, und war acht Euro, nein zwölf, und andere war acht, nein, umgekehrt, und hab ich dann ... [redet halbe Stunde weiter] War ich dann mit Kleid auf Hochzeit, aber hab ich hier noch selbst genäht, da auf Schulter. War schwer!
HH (betäubt): Mmmhm ...
M: Und was war mit Ihre Hose?
HH: Och, ähm, nix. Alles gut.

Montag, Dezember 21, 2009

Wer noch keine Weihnachtsgeschenke hat:

Hier von den Samstag-ist-Krimitag-Kritikern des Titel-Magazins ein paar Empfehlungen.
Meine sind:

Don Winslow: Pacific Private (The Dawn Patrol, 2008). Roman. Deutsch von Conny Lösch. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2009. 395 Seiten. 9,95 Euro.

Alan Bradley: Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet (The Sweetness at the Bottom of the Pie, 2009). Roman. Deutsch von Katharina Orgaß, Gerald Jung. München: Penhaligon 2009. 384 Seiten. 19,95 Euro.

Michael Robotham: Dein Wille geschehe (Shatter, 2008). Roman. Deutsch von Kristian Lutze. München: Goldmann 2009. 567 Seiten. 19,95 Euro.

John Ajvide Lindqvist: Menschenhafen (Människohamn, 2008). Roman. Deutsch von Paul Berf. Bergisch-Gladbach: Lübbe 2009. 560 Seiten. 14,95 Euro.

Barbara Vine: Das Geburtstagsgeschenk (The Birthday Present, 2008). Roman. Deutsch von Renate Orth-Guttmann. Zürich: Diogenes 2009. 379 Seiten. 22,90 Euro.

... und natürlich Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus. Das hab ich aber gerade erst gelesen. Deshalb steht's nicht mehr auf dieser Liste. Kommt als Krimitipp Anfang Januar auf Focus Online.

Sonntag, Dezember 20, 2009

Maria

Raumpflegerin M
HH

Morgens um, na ja, sehr früh halt.

HH (liegt noch im Bett)
M: Schuldigung, kann ich hier jetzt putzen?
HH (kreischt erschrocken)
M: Ah, hab ich Sie wach gemacht?
HH (Herzrasen): Was m a c h e n Sie hier?!
M: Ist doch Weihnachten!
HH: Nächste Woche erst!
M: Und muss ich zu Frau, die hat Geburtstag vor Weihnachten, helf ich jedes Jahr!
HH: Nächste Woche erst!!!
M: Ja, aber ist diese Woche schon schlimm, schlimm, muss ich einkaufen für Frau, die hat Geburtstag! Mach ich seit fünfundzwanzig Jahre!
HH (zieht sich die Decke unters Kinn): Davon weiß ich aber nichts!
M: War auch so letzte Jahr.
HH: Und daran soll ich mich erinnern?
M: Weiß nich?
HH: Kann ich ins Bad?
M: Nein. Is noch alles nass.
HH: In die Küche?
M: Nein. Nass.
HH: Dann ... können Sie hier nicht putzen, weil ich noch weiterschlafen will.
M: Wohnzimmer ist gut.
HH: Und was soll ich da?
M (denkt nach): Buch lesen?
HH: Ist die Heizung im Wohnzimmer an?
M: Nein. Hab ich gelüftet.
HH: Dann bleib ich im Bett.
M: Muss ich hier putzen!
HH: Gehen Sie halt mal früher!
M: Nein, bekomm ich weniger Geld von Ihnen.
HH: Stimmt.
M: Oder Sie geben mir Geld wie immer und ich geh trotzdem früh.
HH: Das fangen wir erst gar nicht an.
M: Dann raus hier!
HH (knurrt)
M: Können Sie knurren, wie Sie wollen. Hab ich hier Bademantel und Schuhe und Socken. Können Sie Decke mitnehmen ins Wohnzimmer. Fernsehkucken!
HH (knurrt)
M: Ich muss putzen.
HH (knurrt)
M: Ach, und nächste Woche, ich komm schon noch früher wegen Geburtstag von die Frau.
HH (schält sich aus dem Bett)
M (ruft hinterher): Und ziehen Sie Schuhe an! Hab ich hingestellt! Sonst Erkältung!

Freitag, Dezember 18, 2009

Nulldimension

Ich bin ja kein Kinokritiker, überhaupt hab ich von Filmen ja eher mäßig Ahnung, aber trotzdem heute: "Avatar". In 3D. Gleich vorweg: Das Beste war die Vorschau auf Guy Ritchies "Sherlock Holmes"-Film. Naja und die auf "Alice im Wunderland", auch in 3D.
Jedenfalls. Man geht ja bestimmt nicht wegen der Story in "Avatar", sondern wegen des Looks. Zum Look: Ich bin jetzt auch nicht aufgesprungen und habe gerufen: Dieser Look! Dieser Look!, um anschließend niederzuknien. Ehrlich gesagt ist keiner irgendwann aufgesprungen, und die anderen waren bestimmt alle wegen des Looks da drin. Keiner geht ja wegen der Story in "Avatar". Trotzdem hab ich natürlich die ganze Zeit auf die Story geachtet: Kriegsveteran (querschnittsgelähmt, aber von der Hüfte aufwärts jung und kräftig) muss seinen Wissenschaftler-Zwillingsbruder ersetzen, von dem es einen Avatar gibt, der auf Pandora (Haha! Pandora! Büchse und so!) ausgesetzt wird, um die humanoiden Eingeborenen zu infiltrieren. Oder so. Gegenspieler der Wissenschaftler auf der menschlichen Seite sind die fiesen Ichmachalleplatttypen, die am liebsten ganz Pandora, ähm, plattmachen wollen, um Dings zu bekommen, weil, Dings ist arg wertvoll, und auf der Erde gibt's schon Aktien und Zeugs. Naja. Man kennt das ja. Der Kriegsveteran, der da seinen Wissenschaftlerbruder ersetzt, spioniert erstmal für den eisenharten Ober-Ichmachalleplatt-Typen, aber dann verliebt er (bzw. sein Avatar) sich in das schicke Tochtervonhäuptlingmädchen. Ja ja bla bla.
Dann kommt eine Menge "Schaut, was wir fiesen Weißen mit den Indianern gemacht haben und wie Böse das war", nur umgemünzt auf Pandora, ein bisschen "Der mit dem Wolf tanzt", ein bisschen Afrika und Vietnam, ein bisschen "Terminator" und "Rambo", und ja, auch ein bisschen "Herr der Ringe", und ich hab bestimmt eine Menge vergessen, aber es kommt einem irgendwie j e d e Einstellung total bekannt vor, auch wenn die Leute ein bisschen anders aussehen. Größer und katzenartiger, und sie machen lustige Sachen mit ihren Ohren, aber lustige Sachen mit den Ohren machen können, das hatten wir auch schon hier und da und dort. Also ein Gemischtwarenladen. Aber einer, über den man sich aufregen kann, und zwar so richtig. Die Herrschaften, die auf Pandora wohnen, sind so, wie man früher, bevor man politisch korrekt war, Indianer oder Afrikaner oder überhaupt Ureinwohner im Film dargestellt hat: halbnackt beten sie komische Götter und Bäume und Krams an, und dann schießen sie mit Pfeil und Bogen, wenn ihnen was nicht passt. Sie sprechen eine lustige Sprache, singen gerne im Chor und tanzen spackig. Außerdem muss der Stammesfürst wegen jedem Scheiß befragt werden, und Kriegsbemalung, auch ganz wichtig. Zwischendurch ein paar Initiationsriten, bei denen der Weiße natürlich erstmal wie der Depp dasteht, nur um am Ende dann doch alle zu retten, weil, sie haben ja nur Pfeil und Bogen, ne.
Und dann warte ich immer noch mal drauf, dass nicht etwa der Mann auf den Drachen steigt und die Frau hintendraufspringt, um mitzufliegen wie so ein Gepäckstück, sondern ja, doch, auch gerne mal umgekehrt, aber das wäre dann wohl an der Zielgruppe vorbei.
Egal.
Drei Stunden (mit Pause, glaub ich) dauert das Ganze, übrigens recht schlecht strukturiert, anfangs kommt man nicht in die Gänge, und nachher nur noch Schlachtengemetzel, puh, aber da suche ich wohl wieder nach einer Story, und wegen der Story geht man nicht in diesen Film.
Aber mal ehrlich, beides geht doch auch, ich meine, niemand da in diesem Kinosaal war echt begeistert, und keiner von denen sah aus, als hätte er auf intelligente Dialoge gewartet. (Sie sahen, mal so unter uns, eher so aus, als würden sie ihre gesamte Freizeit im Fitnessstudio verbringen ((für die war wohl der Ballerteil)), oder sie sahen so aus, als würden sie 24 Stunden vorm Rechner hängen ((für die war die ewig lange Exposition))). Die Dialoge waren übrigens noch nicht mal witzig. Okay, man geht auch nicht wegen der Dialoge rein. Aber wenn ich wegen der Bilder wo reingehe, dann doch lieber in einen IMAX-Film, so Unterwassergedöns oder was da so läuft. Sooo dolle war das mit den Bildern nun auch nicht, weil, irgendwie sah es dann doch immer so künstlich aus, dass es keinen Spaß gemacht hat. Nee.
Von dem Eintrittsgeld und dem, was ich für eine Flasche Wasser bezahlt hab, hätte ich übrigens zwei große Portionen Sushi essen können. Das nächste Mal dann. Und ja, hätte ich mir auch vorher denken können, dass da jetzt keine super Story kommt, oder gute Dialoge, oder am Ende noch gut geschriebene Charaktere. Ich weiß.
Und hey, es hat auch Leuten gefallen, hier.

Montag, Dezember 14, 2009

Buch kaufen

Buchhändlerin B
HH

B (strahlt): Kann ich Ihnen helfen?
HH: Ich würde gerne mal wieder was von Highsmith lesen. Was Spannendes.
B: Was Spannendes? Ach, da könnte ich Ihnen ... Highsmith empfehlen. Kennen Sie die? Patricia.
HH: Ähm. Ja. Genau. Die Ripley-Reihe kenn ich schon und ...
B: Wie wäre es denn mit "Ripley's Game"?
HH: Äääh ... (sehr deutlich) Die Ripley-Reihe kenn ich schon.
B: Ach so! (ratlos) Ja ... dann ...
HH: Können Sie ein anderes von ihr empfehlen?
B (starrt auf die Buchrücken): Das mit dem Pudel?
HH: Pudel?
B (eifrig): Ja, da geht es um einen entführten Hund. Das ist ein gutes Buch.
HH (skeptisch, mag keine Hunde): Oh. Na. Gut. Wenn Sie das empfehlen können ... Vielleicht können Sie noch ein anderes von ihr empfehlen?
B: Ich hab das ja nur gelesen, weil es um einen Hund ging. Ich lese nur Bücher, in denen Hunde vorkommen. Letztens hab ich eins gelesen, da kam ein Hund nur auf zwei Seiten vor, aber ich hab es trotzdem gelesen. Das war auch ein sehr schönes Buch.
HH (starrt ins Leere)
B: Und hier geht es gar nicht sooo dolle viel um den Pudel. Aber es kommt ein Pudel vor.
HH (weiß nicht, wie sie sich aus der Affäre ziehen soll): Na gut, dann, ähm, ich schau mal rein, ja?
B: Es ist ein gutes Buch.
HH (zögerlich): Okaaay ...
B: Ich habe es sehr gerne gelesen.
HH: Mhm.
B: Wollten Sie lieber was anderes?
HH: Na ja, schon Highsmith ...
B: Das ist doch Highsmith, oder? (schaut schnell auf dem Buchrücken nach) Ja. Und es geht um einen Pudel. Aber nur ein bisschen. Eigentlich gar nicht so viel. Im Grunde spielt der Pudel gar keine Rolle. Es ist spannend und von Highsmith, und Ripley kommt auch nicht vor. (strahlt)
HH (schwach): Super. Ich ... nehm das dann mal.
B (glücklich): Ich geb's schon mal an die Kasse.

Donnerstag, Dezember 10, 2009

Gefängnis

Raumpflegerin M
HH

M: Haaaaa, Frau Heiland, Tochter muss in Gefängnis!
HH: Was?!
M: Jaaaaa, hat so viel Angst!
HH: Aber warum?
M: Wegen Gefängnis!
HH: Ja. Nein. Warum sie ins Gefängnis muss!
M: Ach so. Ja. Weiß ich nicht. Hat bekommen Brief!
HH: Einen Brief? Einfach so?
M: Ja! Bekommen Brief, stand drin, muss in Gefängnis!
HH: Aber da muss doch ... Da hat sie doch vorher ... (ringt nach höflichen Worten)
M: Hab ich überlegt, vielleicht wegen Barfuß? Nein, wie heißt?
HH: Was?
M: Ba... Ba... Barfuß ... Aber heißt anders.
HH: Ähm.
M: Na, von Studieren.
HH: BAFöG?
M: Ja!
HH: Sie meinen, sie hat ihr BAFöG nicht zurückgezahlt und muss deshalb ins Gefängnis?
M: Ja, vielleicht? Kann das sein?
HH: Also, mit BAFöG kenn ich mich gar nicht aus. Ich hatte keins.
M: Ich auch nicht!
HH: Aber Ihre Tochter.
M: Nein! Hab ich nicht geholt für Tochter!
HH: Aber warum soll sie dann deshalb ins Gefängnis?
M: Weiß nicht. In Deutschland alles komisch mit Gesetze.
HH: Na ja aber in dem Brief muss doch gestanden haben, warum sie ins Gefängnis soll.
M: Nein! Stand nicht! Sie kam zu mir und gesagt: Mama, was soll ich machen, ich hab Angst! Sonst kommt nie zu mir! Nur wenn sowas! Kenn ich mich nicht aus, sag ich! Frag dein Chef, sag ich!
HH: Ihren Chef!
M: Ja! In Brief wollten wissen, wieviel Geld sie will für Gefängnis!
HH: Geld ... für ... Gefängnis?
M: Ja! Was kostet eine Stunde, sie fragt mich! Woher soll ich wissen! Frag dein Chef, sag ich!
HH: Okaaay ... Ähm ... (sehr langsam und deutlich) Was genau soll Ihre Tochter im Gefängnis denn machen?
M: Zähne!
HH: Zähne.
M: Ja! Gibt in Gefängnis Arzt und Priester und Psicólogo und Zahnarzt.
HH: Aaach, Ihre Tochter, die Zahnärztin!
M: Sag ich doch!
HH: Als Gefängniszahnärztin!
M: Sag ich doch! Was soll sie nehmen, die Stunde? Woher weiß ich?
HH: Ja. Da soll sie ihren Chef fragen.
M: Sag ich doch!

Dienstag, Dezember 08, 2009

Mobilfunk X Kundenbetreuung

Kundenbetreuer K
HH

HH: Heiland.
K: Guten Tag! Mein Namen ist K. von der Mobilfunk X Kundenbetreuung. Sprech ich mit Frau Heiland?
HH: Ja.
K: Schön, dass ich Sie persönlich erreiche. Ich habe mir Ihre Telefonrechnung vom Oktober einmal angesehen und festgestellt, dass Sie da doch einiges sparen können.
HH: Nein, das war ...
K: Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass Sie sehr viele SMS geschrieben haben. Deshalb möchte ich Ihnen heute die Möglichkeit geben ...
HH: Das war doch nur ...
K: ... auf unser Superdingsbumsblapaket umzusteigen. Da können Sie zweitausend SMS ins X-netz versenden für nur fünf Euro mehr im Monat.
HH: Darf ich jetzt auch mal was sagen?
K: Ja, bitte.
HH: Ich hatte NUR so eine hohe Rechnung, weil ich ein paar Wochen unterwegs war. Und ich schreibe NUR so viele SMS, wenn ich unterwegs bin. Statt E-Mail, könnte man sagen.
K: Kennen Sie schon unsere Online-Option ...
HH: Nein! Ja! Hören Sie, manchmal WILL ich einfach kein Internet haben. In der Zeit schreib ich ab und zu mal eine SMS, das kommt einmal im Jahr vor, dass ich etwas mehr SMS schreibe als sonst, und deshalb brauche ich keine zweitausend SMS. Wann soll ich denn zweitausend SMS schreiben?
K: Aber die kosten nur fünf Euro!
HH: Ja. Aber die gehen nur ins X-netz, haben Sie gesagt. Ich kenne niemanden im X-netz. Außer einem.
K: Das ist doch schon mal einer, der aus dem SMS-Monatspaket, das Sie gebucht hatten, rausfallen würde.
HH: Ja. Einer. Dem ich nie SMS schreibe, außer wenn ich unterwegs bin. Sonst bekommt der Mails von mir. Oder so.
K: Aber Sie könnten zweitausend SMS ins X-netz ...
HH: Ich will nicht!
K: Für nur fünf Euro im Monat könnten Sie ...
HH: Ich will nicht!
K: Sie SMS, die Sie sich dann da sparen, haben Sie im SMS-Monatspaket ja ...
HH: Ich! Will! Nicht!
K: Wir könnten das sofort freischalten, und Sie können jederzeit ohne Vertragslaufzeit wieder ...
HH: ICH WILL ABER NICHT! Ich leg jetzt auf.
K: Aber ...
HH: Sagen Sie mal, machen Sie das zum ersten Mal oder was?
K (schweigt)
HH: Provisionsbasis?
K (schweigt)
HH: Ich will trotzdem nicht.
K (schweigt)
HH: Ich leg jetzt auf.
K (winselt): Wollen Sie es sich nicht wirklich doch noch mal ...
HH: Ich sagte, ich lege jetzt auf.
K: Mein Gruppenleiter hört zu Ausbildungszwecken dieses Gespräch mit.
HH: Äh - hallo, Herr Gruppenleiter. Ich lege jetzt auf, ja?
K (winselt): Wir könnten uns wenigstens noch ordentlich verabschieden.
HH: Ja. Danke. Tschüß.
K (jovial): Ja, Frau Heiland, dann danke ich Ihnen für dieses Gespräch und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.
HH: Herr, ähm, Gruppenleiter, Sie unterhalten sich noch mal mit ihm, ja?

Samstag, Dezember 05, 2009

Nadelöhr

HH
Raumpflegerin M

HH (zieht Mantel an): Oh.
M: Haha, lustig Mantel!
HH: Was? Ähm, hier geht ein Knopf ab. Ich glaub, ich muss da mal ...
M: Geben Sie. Mach ich.
HH (zieht Mantel aus): Ja? Dankeschön! Das ist ja nett.
M: Such ich gleich blaue Faden passt zu Mantel.
HH: Blau? Nein, der Mantel ist grau und ...
M: Ja, braune Mantel. Ist braun.
HH: Grau. Der Mantel ist grau und die Knöpfe schwarz, da wäre doch schwarzes Garn ganz gut, zumal auch die anderen Knöpfe ...
M (wühlt im Nähkästchen): Nix braun für Faden?
HH: Nehmen Sie bitte schwarzes Nähgarn.
M: Aber braune Mantel.
HH: Grau.
M: Sag ich. Braun.
HH: Schwarzes Garn, bitte.
M: Aaah. Hier. Braune Faden. (hält schwarzes Nähgarn hoch)
HH: Ähm, ja. Prima. Dann ... machen Sie mal. (geht aus dem Zimmer)

(viertel Stunde später)

HH: So, ich geh dann jetzt mal. Was macht denn der Mantel?
M (sitzt über den Mantel gebeugt und versucht, Faden einzufädeln): Krieg ich nicht in Nadel.
HH (schaut auf die Uhr): Soll ich mal?
M: Nein, nein, ich mach! Ich mach!
HH: Aber wenn es doch nicht klappt?
M: Aaach. Klappt schon. Muss nur hier in Faden. Mit Nadel.
HH: Oder so. Ja. Nur, ich müsste jetzt weg, und da dachte ich ...
M: Ja, gehen Sie! Gehen Sie! Ich mach Mantel.
HH: Eigentlich wollte ich den Mantel ...
M: So viele Mäntel in Flur! Ziehen Sie andere an.
HH: Aber ...
M: Hier, diese Mantel. Stoff wie hat früher gehabt Sofa. Genau wie Sofa bei Eltern. Gab Sofa in diese Stoff. Muss immer lachen, wenn ich seh Mantel aus Sofa.
HH: Hmpf.
M: Draußen in Flur andere Mantel, sieht aus wie Tapete hab ich mal gesehen in Fernsehen! War auch so Tapete an Wand, wie Mantel! Können Sie anziehen, Tapetemantel. Ich mach hier Knopf. Tschüß.
HH (schweigt eine Minute und schaut ihr beim Einfädeln zu, dann): Wann ... gehen Sie heute eigentlich?
M: Aaach. Hab ich Zeit. Geh ich halbe Stunde später, wegen Mantel. Dauert lang! Ist fünf Euro mehr.

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Mittwoch, Dezember 02, 2009

Lektoratsgespräche

L: Sag mal, wie war das da an der einen Stelle in deinem Buch noch mal?
HH: Keine Ahnung ...
L: Aber du hast es doch geschrieben!
HH: Ja aber doch nicht gelesen!

Lesung im Speicherstadtmuseum

Am 11.12. um 19:30 Uhr. Mit Oliver Bottini, Gunter Gerlach, Arnold Küsters und mir. Moderation: Nina George. Mehr dazu findet man hier.

Und wer am Freitag keine Zeit hat, der kann am Samstag an selber Stelle Krystyna Kuhn, Thomas Morgenstern, Martin Wilhelmi und Nina George sehen und hören. Moderation: Bärbel Dahms.

Bitte unbedingt Karten vorbestellen und reservieren, beide Veranstaltungen sind schon fast ausverkauft!




(c) Klaus Friese

Kleine Glosse im Media-Mania-Magazin

Findet man hier, so ab S. 66.

Dienstag, Dezember 01, 2009

Tee

Im Café.

Bedienung B
HH

B: Brauchen Sie die Karte?
HH: Och, nö. Ich weiß schon. Einen schwarzen Tee.
B: Welchen schwarzen Tee?
HH: Ähm, naja, so einen normalen. Egal. Irgendeinen, Hauptsache ohne Aroma.
B: Da hätten wir Earl Grey, Darjeeling, English Breakfast, Irish Breakfast ...
HH: Und die sind alle ohne Aroma?
B: Ja. Außerdem noch Indien, China ...
HH: Ich hab keine Ahnung, wie die alle schmecken. Ich hätte einfach nur gerne einen stinknormalen schwarzen Tee.
B: ... Nepal, Ceylon ...
HH: Welcher ist denn so am beliebtesten?
B: ... Blankeneser Spezialmischung, Ostfriesenmischung ...
HH: Das sind die beliebtesten?
B: Nein, ich zähle nur gerade alle auf.
HH: Können Sie denn einen empfehlen?
B: Nein.
HH: Nein?
B: Ich mag die alle nicht.
HH: Aber wenn ich nun gerne einen schwarzen Tee hätte?
B: Mhnee.
HH: So kommen wir nicht weiter. Ich nehm einfach ... den English Breakfast.
B (verzieht das Gesicht)
HH: Darjeeling?
B (rollt mit den Augen)
HH: Earl Grey?
B (gähnt)
HH: Na gut. Welchen würden Sie denn nehmen, mal abgesehen von den Schwarzteesorten?
B: Weißen Tee.
HH: Aber den trink ich zu Hause schon immer.
B: Sehen Sie? Der ist toll.
HH: Aber ich wollte mal was, was ich zu Hause nicht habe.
B: Rotbusch?
HH: Auch.
B: Zitronenverbene ist gut.
HH: Auch.
B: Melisse?
HH: Wissen Sie was, eigentlich ging's mir nur um ein bisschen Koffein. Bringen Sie mir einfach eine Cola.
B: Sehr gern.

Sonntag, November 29, 2009

Adventsgespräche

HH
HHs Papa

P: Heiland?
HH: Hallo!
P: Und? Wie?
HH: Jo. Und selbst?
P: Jo. Wetter?
HH: Schlecht. Bei euch?
P: Auch.
HH: Und sonst?
P: Jo. Bei dir?
HH: K. war zu Besuch!
P: Heilands K.?
HH: Ja.
P: Nee!
HH: Doch!
P: Echt?
HH: Ja.
P: Wo?
HH: Hier!
P: Wann?
HH: Gestern!
P: Echt?
HH: Ja.
P: Was sachtse?
HH: Geht gut.
P: Find ich gut.
HH: Ja.
P: Wir essen jetzt.
HH: Aha?
P: Rinderbraten. Und du?
HH: Thunfisch.
P: Soll man doch nicht.
HH: Politisch korrekter Thunfisch.
P: Züchtung.
HH: Aber Bio.
P: Na dann ...
HH: Jo ...
P: Bis dann!
HH: Tschüß!

Donnerstag, November 26, 2009

Müll

Raumpflegerin M
HH

M (hat schon den Mantel an und will gehen)
HH (kommt gerade vom Einkaufen und legt neue Rolle Mülltüten in eine Schublade)
M: Stop!
HH: Äh, was denn?
M: Was war das?
HH: Mülltüten?
M: In das Schublade?
HH: Ja?
M: Schon immer?
HH: Die lagen noch nie woanders.
M (stemmt die Hände in die Hüften): Hab ich zwei Jahre überall gesucht. Hab ich gesucht da in Dings, und dann da, und da auch, hab ich nie geschaut in das Schublade! Ist nicht so, dass ich in alles Schublade schau. Geht mich nix an, Schublade. Nur wenn ich muss wissen was in Schublade. Aber nix überall rumschnüffeln.
HH: Sagen Sie mir gerade, dass Sie nie den Müll runtergetragen haben, weil Sie nicht wussten, wo neue Mülltüten sind?
M: Ja! Was soll ich machen?
HH: Aber dann hätten Sie ihn einfach runtergetragen, und ich hätte eine neue Mülltüte reingemacht.
M: Dachte ich wird nochmal genommen.
HH: Sie dachten, ich habe nur eine einzige Mülltüte? Zwei Jahre lang?
M: Manche Leut machen so. Immer Müll da rein, dann gehen runter, werfen in Tonne. Gehn wieder hoch, Mülltüte noch drin, neue Müll rein.
HH: Nein!
M: Doch! Hab ich gesehen mit diese Augen!
HH: Aha.
M: Ja!
HH: Aber ich habe Mülltüten. Hier. (zieht die Schublade auf und wieder zu)
M: Merk ich mir. Für nächste Mal. Wiedersehn!
HH: Ähm, könnten Sie vielleicht den Müll HEUTE mit runternehmen?
M: Nein! Wusst ich nix von Mülltüte! Nächste Mal weiß ich! (geht die Treppe runter)

Mittwoch, November 25, 2009

Meinungsverschiedenheiten

Raumpflegerin M
HH

HH: Wo, ähm, ist denn mein Wohltemperiertes Klavier?
M: Klavier steht hier!
HH: Nein, das ist so eine Schallplatte ... eigentlich mehrere Schallplatten ... So eine braune Schallplattenbox mit goldener Schrift und einem Bild drauf ... Die stand doch immer hier?
M: Aaah. Is weg.
HH: Was?
M: Na, weggeräumt. Stand nur in Weg.
HH: Und wo ist sie jetzt?
M: Aaach, hab ich gelegt zu andere Sache. Da.
HH: Sie haben sie HINTER die anderen Schallplatten gestellt?
M: Davor, dahinter, is doch egal.
HH: Nein, ich wollte die eigentlich ... also die stand ja da, weil ich das so ganz schön fand, wenn die da vorne, wo man sie sehen kann ...
M: Naaa.
HH: Sie stellen doch sonst immer alles wieder dahin, wo's war?
M: Aber doch nix von so hässliche Mann.
HH: Welcher ... Glenn Gould???
M: Weiß ich nich. Hässliche Mann. Mit Buckel. An Klavier. Schlimm.
HH: Ja, das ist Glenn Gould!
M: Warum stellen so hässliche Mann, dass alle sehen?
HH: Weil ... naja, weil es Glenn Gould ist.
M: Hässliche Mann.
HH: Er spielt gut Klavier.
M: Pah. Viel zu hässlich. Und alt!
HH: So alt ist er auf dem Bild gar nicht, da war er vielleicht ... Mitteende dreißig?
M: Sieht alt aus. Isser schon tot?
HH: Ja.
M: Besser so. Keine hässliche Bilder mehr von ihn.

Samstag, November 21, 2009

Nochmal zum Nachschauen:

Aus dem Buch hab ich gelesen:

... und da ist nur die eine Geschichte von mir drin. Dafür noch ganz viele andere tolle Geschichten. Bekommen tut man es hier, zum Beispiel.

Donnerstag, November 19, 2009

Stimmt's?

Ihr denkt jetzt, wir lesen morgen nur total tristes Zeug. Ha!

Mittwoch, November 18, 2009

Donnerstag, November 12, 2009

Mittwoch, November 04, 2009

Unerwartungen

HH (ruft den Menschen an, der ihr die Duschkabine einbauen soll)
Duschkabineneinbauer D (erwartet dringenden Anruf von seiner Freundin)

HH (wählt)
D: Hallo mein Engel!
HH (zögert)
D: Engel? Hörst mich?
HH: Ähm ja. Nur, dass ich nicht Ihr Engel bin. Sondern die Heiland. Die Frau Heiland.
D (erschrocken): Huch, das ist mir aber jetzt ...
HH: Soll ich lieber später ...
D: Nein, es war nur ...
HH: Also ich kann auch ...
D: Neinnein, ich dacht halt ...
HH: Es ist auch gar nicht eilig ...
D: Das war wegen der Duschkabine?
HH: Ja, aber ich kann ruhig ...
D: Neinnein!
HH: Wann wollten Sie denn ...
D: Morgen, ähm, mittags?
HH: Ja. Gern. Super.
D: Ja dann ...
HH: Also dann ...
D: Bis morgen dann.
HH: Und Sie klingeln bei Heiland, gell?
D: Ich hätt da jetzt noch nen Witz, wegen Heiland und Engel, aber ...
HH: Den kenn ich bestimmt schon.
D: Gell, gibt bestimmt noch keinen, den Sie nicht kennen.
HH: Bestimmt.
D: Dann, also ...
HH: Genau. Bis ...
D: Ja. Servus.

Gesundheitsfragen

Apotheke in München
Apothekerin A
Patient P, gestandener Bayer

P: Ich hab einen Schnupfen, ich kann’s Ihnen gar nicht sagen! (niest fürchterlich laut)
A: Ah, und was hätten Sie da gerne?
P: Na, was gegen den Schnupfen!
A: Also eher ein Nasenspray, oder was Schleimlösendes, oder vielleicht so insgesamt etwas gegen Erkältungen?
P: Mei, was G’scheits, was was hilft! (zieht die Nase hoch)
A: Ja. Nun. Welche Symptome haben Sie denn?
P: Schnupfen. (schnäuzt sich)
A: Dann gebe ich Ihnen also ein Nasenspray und was Schleimlösendes und dann noch was insgesamt gegen Erkältungen.
P (nimmt die Packung misstrauisch in die Hand): Und was ist das?
A: Das hilft, wenn die Erkältung gerade im Anfangsstadium ist. Dann bricht sie erst gar nicht richtig aus.
P: Aber die ist doch schon ausgebrochen. (niest fürchterlich laut)
A: Das ist rein pflanzlich und hilft sehr gut, wenn …
P: Pflanzlich! Ja was sag ich denn! Ich brauch was G’scheits, Pflanzen hab ich den ganzen Garten voll!
A: Aber das ist eine afrikanische Pflanze, die …
P: Hörn’s mir auf mit Pflanzen! Ich will Chemie! (schnäuzt sich)
A: Ich nehme das aber auch immer, wenn …
P: Nix. Keine Pflanzen. Chemie.
A: Na gut. Aber es hilft wirklich. Wir nehmen das hier immer alle.
P: Das Pflanzenzeug, das afrikanische?
A: Oh. Ja. Ich verspreche Ihnen, dass es hilft.
P: Versprechen, ja?
A: Wir reden hier von Erfahrungswerten, die sollten Sie nicht unterschätzen.
P: Erfahrungswerte, ja?
A: Wissen Sie, ganz viele Medikamente, von denen Sie glauben, dass sie Chemie sind, basieren auf Inhaltsstoffen von Pflanzen. (nickt wichtig)
P: Ist das so?
A: Wenn Sie wüssten.
P: Am Ende hab ich noch die Schweinegrippe.
A: Dann würden Sie jetzt mit Fieber im Bett liegen.
P: Aber ich lass mich nicht impfen. Das soll ja gefährlich sein.
A: Das Impfzeug ist aber Chemie. Das hier (schiebt ein Fläschchen über die Theke) ist aus Pflanzen.
P (zögerlich): Na, dann packen’S mir das Pflanzenzeugs, das Afrikanische, auch noch ein. Aber eins sag ich Ihnen: Wenn’s nichts hilft, nehmen Sie den Schmarrn wieder zurück! Und geben mir mein Geld wieder!
A: Das können wir leider nicht …
P: Sie ham’s doch gesagt, Erfahrungswerte, und versprochen haben Sie’s mir auch noch. (niest ganz schrecklich)
A: Aber …
P: Entweder, oder.
A (gibt sich einen Ruck): Na gut.
P (streckt die Hand aus): Die Wette gilt!
A (schüttelt ihm die Hand): Okay.
P: Oh.
A: Was?
P: Jetzt hab ich Ihnen die Hand gegeben, die wo ich grad reingeniest hab.
A (schaut angewidert auf ihre Hand): Oh.
P: Mei, nehmen’S halt auch von Ihrem afrikanischen Zeugs, und dann werden’S schon net krank.
A (zu ihrer Kollegin): Angelika, übernimmst Du mal schnell, ich muss rasch was … desinfizieren! (rennt nach hinten)

Dienstag, Oktober 20, 2009

Bleibt sauber.

Und macht mir hier keinen Unsinn. Ich bin offline zum Schreiben, damit Ihr bald wieder was zum Lesen habt. Und das mach ich in München. Bis irgendwann im November.
*winkt

Freitag, Oktober 16, 2009

Bonjour Tristesse ... NEUER ORT!


Nicht nur für Blogger. Aber von Bloggern mit Bloggern.

Donnerstag, Oktober 15, 2009

Kauft dieses Buch!

Iny Lorentz! Andrea Maria Schenkel! Friedrich Ani! Stefan Slupetzky! Jörg Juretzka! Undundund. Vorwort von Ottfried Fischer! Illustrationen von Antje Stockmann! Okay, auch eine Geschichte von mir. Und Zoe Beck. Hier stehen alle.

Auswandern.

Anobella glaubt, dass es furchtbar ist, wenn sich Eltern nach ihren Kindern richten. Ihre wollten nach Teneriffa auswandern, haben aber der kleinen quäkenden Anobella nachgegeben, die nicht mitwollte. Mein Vater wollte mal nach Kanada auswandern, aber da war es dann genau anders. Während ich schon auf gepackten Koffern saß und die Maple Leaf Flag schwenkte, fiel meiner Mutter ein, dass es vielleicht doch so keine gute Idee wäre, die Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen. (Und zeigte auf genau die Kinder, die schon die Koffer gepackt hatten).
Kinder als Ausrede, quasi. Als ob jemals ein "Mama, Mama, ich will aber!" wirklich entscheidenden Einfluss gehabt hätte.

Verlinkt:

Die neue Seite von Cora Stephan.

Mittwoch, Oktober 14, 2009

Gelesen:

Alan Bradley: "Flavia De Luce - Mord im Gurkenbeet". Bezauberndes Buch.

Montag, Oktober 12, 2009

Alle Autoren

... und diejenigen, die es mal werden wollen, sollten diesen Artikel lesen, der ist sehr erhellend.

Samstag, Oktober 10, 2009

Was Leute so alles bei Google suchen, worüber sie dann bei mir landen (war: Referrer):

"was unternahmen menschen damit die mauer nicht mehr da ist"
"gershwin licher jever"
"warum bekommen intelligente frauen keinen mann"
"heiltrommeln münchen"
"holzclogs nackte füße"
"tanzen in holzclogs"
"okaaay"
"dringend aufs klo"
"putzfrau tagebuch"
"kellnern porgy bess"
"england bahnhof keks"
"strumpffetischisten"
"das ende der kneipen"

Gelesen:

Johan Theorin. Ein bisschen ratlos.

Mittwoch, Oktober 07, 2009

München Blutrot

Lesung am 24.10. in München

Bei Mord in Giesing liest Zoe Beck in der Stadtbibliothek Obergiesing um 20:30 Uhr die Kurzgeschichte „Draußen“. Diese erscheint in der Anthologie München Blutrot, herausgegeben von Andreas Izquierdo und Angela Eßer.

Wer will, kann mitlesen! Drei kleine Rollen stehen zur Disposition. Interesse?

Dienstag, Oktober 06, 2009

Garderobenerweiterung

HH (schwenkt einen Karton): Schau mal, ich hab neue Schuhe!
Freundin F (schaut in den Karton): So welche hast Du doch schon.
HH (stutzt): Ehrlich?
F (zeigt auf die Schuhregale): Schau, die sind genau wie die. Und wie die, nur ein bisschen höher. Und wie die.
HH (staunt): Ach! Deshalb haben sie mir wohl so gut gefallen ... (macht den Karton wieder zu)
F: Was hastn noch?
HH (schwenkt eine Tüte): Mantel!
F (schaut in die Tüte): Ähm ...
HH: Ja. Aber NICHT in der Farbe.
F (schaut in die Tüte): Aber der ...
HH: Doch! Es IST eine andere Farbe!
F (zeigt auf die Garderobe): Der ist ...
HH (schreit): ES IST EINE ANDERE FARBE!

Jesuswelle




Angeregt von Kuttner.

Montag, Oktober 05, 2009

Samstag, Oktober 03, 2009

Zugfahren

Lautsprecher Hamburg-Altona: "Alle Fahrgäste des ICE XXX 10:47 aus Gleis 10 werden gebeten, den ICE YYY bis Hamburg-Hauptbahnhof, Abfahrt in einer Minute um 10:37 aus Gleis 1, zu nehmen und da umzusteigen."
Lautsprecher Hamburg-Hauptbahnhof: "Der ICE XXX 11:01 über Hannover, Kassel, Dingsbums, München fährt heute nicht aus Gleis 14. Bitte beachten Sie auch weiterhin die Lautsprecherdurchsagen."
Lautsprecher Hamburg-Hauptbahnhof: "Der ICE XXX 11:01 über Hannover, Kassel, Dingsbums, München fährt heute aus Gleis 13 und hat voraussichtlich mindestens 15 Minuten Verspätung."
Schaffner Hannover-Hauptbahnhof: "Der ICE ZZZ hat nun doch nicht gewartet. Aber Sie können dann in einer Stunde weiter."
Zugdurchsage im ICE ZZZ nach Köln: "Bitte beachten Sie grisselgrisselgrisselgrisselgrissel. Dankeschön."
Schaffner im ICE ZZZ nach Köln: "Achso, nach Köln, nein, wir fahren nach Düsseldorf. Der hintere Zugteil wäre nach Köln gefahren. Haben Sie meine Durchsage nicht gehört?"
Zugdurchsage im RE von Köln nach Gießen: "Die Weiterfahrt unseres Zugs verzögert sich um unbestimmte Zeit, da sich Personen auf den Gleisen zwischen Siegburg und Hennef befinden."
Zugdurchsage im RE von Köln nach Gießen: "Eine offenbar geistig verwirrte Person befindet sich immer noch auf den Gleisen zwischen Siegburg und Hennef. Die Polizei ist unterwegs. Die Weiterfahrt verzögert sich ... ach ich weiß es auch nicht. Bleiben Sie einfach sitzen, jetzt fährt eh erstmal nix mehr."
Schaffner am Bahnhof Wetzlar: "Nach Solms? Kann sein, dass da ein Bus fährt. Den Zug haben Sie verpasst, der fährt auch nur alle 2 Stunden. Obwohl ... jetzt glaub ich auch nicht mehr."
Taxifahrer in Wetzlar: "Sie wollen mit EC-Karte bezahlen? Das werden Sie nie erleben, dass man in Wetzlar im Taxi mit EC-Karte bezahlen kann. Nie!"

Sonntag, September 27, 2009

Übersetzer:

"Sie bellen den falschen Baum an."
("You're barking up the wrong tree.")

Noch mehr gelesen:

Ferdinand von Schirach: "Verbrechen".

Freitag, September 25, 2009

Und wieder was gelesen.

Diesmal nicht, ohne danach der Autorin ein paar nervige Fragen zu stellen:
Kerstin Gier: "In Wahrheit wird viel mehr gelogen". Sehr witziges Buch.

Samstag, September 19, 2009

Blog zum Buch, auch bei KBV

Nämlich: "Hängen im Schacht". Hier entlang. Inklusive diverser kleiner Leseproben. Auch von mir.

Gelesen:

Allan Guthrie, "Hard Man". Deutsch von Gerold Hens, und bei Rotbuch ist es erschienen. Ich weiß nicht.

Mittwoch, September 16, 2009

Heute in Hamburg einen Münchner getroffen.

Seit 20 Jahren ist er hier, und er kann sich immer noch nicht so richtig an die Hamburger gewöhnen. Was natürlich an den Hamburgern liegt. Weil sie ihn dauernd fragen, wann er denn wieder zurück nach Österreich geht. Und wenn er dann sagt, dass er aus Bayern kommt, fragen sie ihn, warum er nicht so schön ordentlich spricht wie der Herr Dr. zu Guttenberg. Das muss man mal einem Bayern sagen, er soll doch bitte irgendwas wie ein Franke machen, haha. Zumal, glaubt der Münchner, zumal der Guttenberg bestimmt in Norddeutschland im Internat war. So wie der spricht, dieser Franke.
Naja, der Münchner hat das aber genau analysiert, warum das so ist mit den Hamburgern. Hatte ja auch 20 Jahre dazu Zeit. Das Problem der Hamburger, sagt er, ist ganz einfach:
"Die homs hier koan Flaucher."
Das nenn ich mal kulturelle Unterschiede auf den Punkt gebracht.

Dan Brown-Übersetzungsmarathon

Hier sagt mein Verleger ein bisschen was dazu.

Dienstag, September 15, 2009

Horst Eckert liest in Hamburg.

Und zwar (kopiert aus seiner Mail, deshalb nagelt mich nicht fest!):

Donnerstag, 24.09.2009, 18 Uhr

Krimiautoren zu Gast bei Juristen: Horst Eckert ("Sprengkraft") und Sybille Schrödter (Kurzgeschichten und Moderation)
Plenarsaal im Ziviljustizgebäude, Sievekingplatz 1

Freitag, 25.09.2009, 21 Uhr

"Sprengkraft" - Schwarze Nacht mit Horst Eckert
Cafébar Sonnenseite, Weidenallee 24

Wer kommt mit? Kostet beides nix.

Samstag, September 12, 2009

Lesungsausbeute

Vor der Lesung.

Frau F
HH

F: Naja ich les ja sonst nie Krimis.
HH: Oh, aber warum sind Sie denn dann heute ...
F: Aber ich hab die Karten hier ja geschenkt bekommen. Dann muss man ja.
HH: Also wenn Sie lieber ...
F: Meine Schwester hat sie mir geschenkt. Die wollte zwar erst, aber dann doch nicht.
HH: Aha.
F: Von Ihnen hab ich ja mal was gelesen, das hat man mir geschenkt.
HH: Mhm. Das ...
F: Und dann musste ich das ja lesen, naja, ging die Zeit um.
HH: Ähm, Sie müssen doch nicht ...
F: Das war dieses Buch, da wo so viele verschiedene Vergangenheiten so durcheinander ...
HH: Öh, "Blutsünde"? Das ist eigentlich die Lebensgeschichte einer Frau, die ich in Zehnjahresschritten ...
F: Ich will Ihnen da ja nicht reinreden. Aber wenn Sie immer so kompliziert schreiben, dann kann es schon mal Leute geben, die das Buch weglegen. Man versteht das ja dann nicht mehr.
HH: Aber das war eine ganz einfache Geschichte von einer einzigen Frau, die ...
F (winkt ab): Das versteht doch keiner. Ich les ja viel. Ich kann das beurteilen.
HH: Ah. Aber Krimis lesen Sie nicht so viele.
F: Nein. Historische Romane. Ich bin ja sehr historisch interessiert.
HH: Mhm.
F: Diana Gabaldon. Kennen Sie die? Sowas müssen Sie mal schreiben. Das interessiert die Leute.
HH: Merk ich mir.
F: Diana Gabaldon. So. Ich geh dann mal rein. Ich hab ja die Karten geschenkt bekommen.
HH: Prima. Viel Spaß.
F (im Abgehen): Hoffentlich lesen Sie nicht wieder sowas Kompliziertes!
HH (am Boden zerstört): Ich ... les am besten gar nichts.

Gelesen:

Chuck Palahniuk: Bonsai.
(Und eine Woche nicht gebloggt! Weia!)

Samstag, September 05, 2009

Gelesen:

Sharon Bolton, "Schlangenhaus". Mehr dazu hier.
Hatten wir auch schon Heiland liest Hyland? Das ist hier.

Mittwoch, September 02, 2009

Lieber Herr Haas,

das war eine sehr nette Lesung gestern, auch wenn es so heiß im Kino war, weil sie vergessen hatten, die Heizkörper abzudrehen, wussten Sie das? Die Heizkörper waren die ganze Zeit über an. Ich hab mich ja dann doch sehr gefreut, Sie mal live lesen zu sehen, auch wenn ich erst auf dem Hinweg und dann noch mal auf dem Rückweg geblitzt worden bin, aber na gut, das kommt vor, dafür bin ich zuletzt am 25.2.2008 geblitzt worden, 43 statt 30 oder sowas in der Art.
Jedenfalls, Ihre Lesung. Ja. Ich mag Ihre Bücher ja gern vorgelesen bekommen, dann erschließt sich mir die Sprache erst so richtig. Ach, und was hab ich gelacht, wir alle, doch, es war sehr komisch, wirklich.
Jemand hätte Sie vielleicht noch abmoderieren können. Sich bedanken, dass Sie das so nett gemacht haben, und dass Sie überhaupt da waren. Was man eben so sagt, wenn jemand da war und gelesen hat. Aber gut, wir im Publikum haben ja auch so begriffen, dass jetzt Schluss ist und wir gehen können. Oder uns anstellen. In diese lange Schlange, die übrigens länger war als die Schlange derer, die nach draußen wollten, um sich Sauerstoff abzuholen.
Oh, und Ihre Fans, das glaubt man ja gar nicht, da hat man das Gefühl, Sie sind ein Rockstar. Leicht bekleidete Frauen, die alle "Ich will ein Kind von Dir!" auf der Stirn stehen haben, sagen Sie mal, wie machen Sie das? Herrlich. Und dann diese Männer, die sich alles alles alles signieren lassen, die sogar noch irgendwo Hochglanzfotos von Ihnen in DIN A 4 auftreiben, um sich darauf ein Autogramm geben zu lassen. Das ist schon toll, doch. Sowas sieht man ja selten bei Lesungen. Kreischende Fans statt faltiger Kritiker.
Na und das Buch, da schreib ich wohl die nächsten Tage mal was zu. Irgendwie muss ich das Geld, das ich jetzt an die Trachtengruppe "Schwarze Sheriffs Hamburg" abdrücken muss, wieder reinkriegen. Wird schon.

Dienstag, September 01, 2009

Wegweiser (schon wieder)

Touristin aus Thailand T
HH

Vor der Post in Blankenese

T: Entschuldigung?
HH: Ja?
T: Ich will eine Postkarte nach Thailand schicken.
HH: Okay.
T: Welcher Kasten? (zeigt auf eine Reihe identischer Briefkästen)
HH: Oh, okay. Das ist egal.
T (tütet die Postkarte ein): So, und wo ist das Dorf?
HH: Das was?
T: Das Dorf. (zieht einen Berg Ausdrucke aus der Tasche und zeigt auf ein Bild von Blankenese)
HH: Sie sind hier in Blankenese. (zeigt vage in alle Richtungen)
T: Nein. Das Dorf.
HH: Das hier ist das Dorf.
T: Nein. Nein! Das Dorf! (tippt auf ein Bild vom Treppenviertel)
HH: Ah okay. Also. Einfach die Straße runter. Dann rechts, und so nach zwei, drei Metern sehen Sie links den Fluss. Und dann suchen Sie sich eine von den Treppen aus und gehen runter.
T: Welche Treppe?
HH: Egal welche Treppe. Hauptsache runter, nicht rauf.
T: Egal?
HH: Öhm, ja.
T: In Deutschland ist wohl alles egal.
HH: Wie meinen Sie?
T: Warum gibt es so viele Treppen und Briefkästen, wenn es doch sowieso egal ist?
HH: Öhm, weißnich?

Humor, unterschiedlich.

An der Sushitheke.

Verkäuferin V
Sushimeister S
HH

HH: ... und dann noch einen BERG von diesen Lachs Maki. Genau. Ja. Das reicht. Was macht das?
V (rechnet rum): Da wären wir bei 15,80. (sieht eine Frau mit einem Miniköter auf dem Arm, zupft den Sushimeister am Ärmel) Oooch, wie süüüß, der klein Huuund!
HH (grinst): An dem ist aber nicht so viel dran.
S: Kleine Hund zu klein!
V: Aaach, der wächst doch noch!
HH (grinst): Dann isser irgendwann aber zu zäh.
S (nickt): Muss jung sein!
V: Äh, wie meint Ihr das denn?
S: Oh, nur so. (zerhackt Lachsstückchen auf seinem Hackbrett) Junge Hund noch gutes Fleisch. Alte Hund zäh.
HH (grinst): Da wird man nicht satt von, bei der Größe.
V (Tränen in den Augen): Bin ich froh, dass ich keinen Hund hab! Ihr seid ja fies!
S (zeigt mit dem Messer auf V): Sie hat Katze.
HH: Och, in Weißwein ...
S: Wie sagt man ... Römertopf?
HH: Auch nicht schlecht.
V (heult): Ich geh jetzt aufs Klo! Ich will das nicht hören! (rennt weg)
S (reicht HH das Sushi): Heute geht auf Haus.
HH: Hui, danke!

Lesungen, demnächst:

11.09.09 Lesung aus ENDSTATION OSTSEE
Hans-Werner-Richter-Haus, Waldstr. 1, 17429 Bansin
Nähere Infos unter Tel.: 038378 47801 Frau Bluhm, BANSINER Buchhandlung
Fr. Runne, Tel.: 038378 29293
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 5,- €

Krimifestival Gießen:
03.10.09 Lesung aus "Wenn es dämmert"
Zum Hawwerkaste, Landgraf Philipp Platz 9 Gießen.
Beginn: 19:30 Uhr
Eintritt: € 20.- (incl. Menü)
Reservierung: direkt im Hawwerkaste oder telefonisch 0641 33466

Freitag, August 28, 2009

Wie man aus Kuhdung Geld macht.

Oder so ähnlich. Fröhliche Aktion der 42erAutoren mit den Bezahl-Verlagen. Gefunden über die Büchereule.
Exposé und Anschreiben sowie Biographie des Herrn Rico Beutlich (Hobby: Aquarium) findet man ausführlich hier.


Donnerstag, August 27, 2009

Wegfindungsstörung

In Blankenese.

Dramatis Personae:
HH (steht unter einem Wegweiser, der zur S-Bahn weist, und packt Kekse aus)
Rucksacktouristin R mit Freundin
Pfadfinder P mit Freundin

R (winkt wild): Hallo, hallo, Sie da, können Sie uns sagen, wie wir zum Bahnhof kommen?
HH (sieht auf das Schild, unter dem sie steht): Ähm, ja. Kann ich. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten, eine wäre, diese Straße entlangzugehen. Das wird auch auf dem Wegweiser vorgeschlagen. (zeigt drauf)
R (späht das Schild aus): Ah, so, klar. Ja. Also dann hier entlang?
HH: Dem Pfeil nach, ja.
R: Diese Straße immer runter?
HH: ... und dann ist man direkt am Bahnhof. Sie müssen nur noch die Straße überqueren. Aber das sehen Sie dann ja. Obwohl. Sie können natürlich gerne noch mal jemanden fragen, wenn Sie dort sind.
R: Das machen wir. Also dann einfach hier lang?
HH: Doch. Ja. Das funktioniert ganz gut, denke ich.
R (überlegt): Und wie weit ist das noch?
HH (schaut auf das Schild): Also da steht was von 600 Metern. Das könnte hinkommen. Ich hab das natürlich noch nicht nachgemessen, aber ...
R (späht das Schild aus): Richtig. Ja. 600 Meter. Das ist ja nicht sooo ... Oder ... Wie lang geht man denn für 600 Meter?
HH: Fünf Minuten? Zehn, wenn's schlecht läuft? Keine Ahnung?
R: Naja. Das sollten wir hinkriegen.
HH (zweifelt): Dann mal gute Reise.
(R verschwindet mit ihrer Freundin in Richtung Bahnhof, als Pfadfinder P mit seiner Freundin auftaucht. Beide studieren einen Stadtplan. HH wirft die Keksverpackung in den Mülleimer und will sich gerade verkrümeln.)
P (winkt wild): Hallo! Tschuldigung! Sagen Sie mal, wie kommen wir denn zum Bahnhof?
HH (zeigt auf den Wegweiser): Da lang. Einfach den beiden Damen mit dem Rucksäcken nach.
P (starrt auf die Karte): Ich versteh das nicht ... Können Sie uns zeigen, wo wir sind? Ich finde das sehr verwirrend.
HH (schaut kurz und zeigt dann mit dem Keks auf die Stelle): Hier.
P (glotzt): Aber das ist ja gar nicht so weit vom Bahnhof, wie ich dachte ...
HH (zeigt auf den Wegweiser): 600 Meter.
P (glotzt immer noch auf die Karte): Da müsste man ja einfach nur ... Diese Straße lang ... Und dann ist man auch schon da!
HH (wedelt rum, als würde sie Flugzeuge einweisen): Jaha, da lang! Immer geradeaus! 600 Meter!
P (reißt den Blick von der Karte): Sehr gut. Danke. Und welche Straße ist das jetzt, die wir da immer geradeaus ...
HH (schreit und weist Flugzeuge ein): Da lang! Da lang! Gehen Sie einfach da lang und werfen Sie Ihren scheiß Plan in den Müll, den können Sie eh nicht lesen!
P (zuckt zusammen): Wir haben bis jetzt ALLES mit dem Plan gefunden!
HH (platzt): Ich habe sie vor einer dreiviertel Stunde schon mit Ihrer Freundin hier rumstehen sehen. Und zwar da vorne neben dem Park, zwanzig Meter von dieser Stelle. Da haben Sie beide in den Plan geglotzt und den Bahnhof gesucht, das hab ich gehört, als ich an Ihnen vorbeigegangen bin. Und jetzt, nachdem ich bei der Post war, beim Budni und beim Edeka, UND im Reformhaus, UND eine Packung Kekse gegessen habe, jetzt stehen sie zwanzig Meter weiter auf der anderen Straßenseite und suchen immer noch den Bahnhof und sagen MIR, Sie könnten Karten lesen?!
P (schaut panisch): Wir standen zwanzig Meter weiter da drüben?
HH: Ja, genau da. Erkennen Sie die Stelle?
P (kleinlaut): Wir sind seitdem quer durch Blankenese gerannt.
HH (starrt P an)
P (starrt HH an)
HH: Schmeißen Sie den Plan weg und gehen Sie. Da lang. 600 Meter.

Dienstag, August 25, 2009

Referrer

... und weil immer alle fragen, was Referrer sind, das hier sind Referrer. Und das, was jetzt kommt.


25 und ungefickt
hausfrauensex zülpich
mettwurst oberhessen
wie riechen füße in holzclogs
tagebuch jeder schreibt anders
gerichtsvollzieher krautwurst
obergerichtsvollzieher krautwurst
pornosammlung
irn bru
traktorsicherheit
ich will einen techniker

Sonntag, August 23, 2009

Aha. Über Blankenese.

Steht was in der Zeit. Anobella hat's gefunden. Und stimmt ja auch, was drinsteht. Das mit den SUVs zum Beispiel. Und dass abends tote Hose ist, besonders nach elf. Wir haben das gerade mal ausprobiert, Isa und ich. Der eine Laden hat am Samstag nur bis Nachmittags geöffnet, außer nach Vereinbarung, und wahrscheinlich vereinbaren sie nichts für unter 20 Personen. Und der andere machte gerade zu, weil der Besitzer seiner Freundin versprochen hatte, heute mal ein bisschen früher nach Hause zu kommen. An einem Samstag. Als Kneipenbesitzer. Klar, unten am Strand hätten wir noch in der Kajüte, aber sicher war das auch nicht, also sind wir zu Hause geblieben.

Samstag, August 22, 2009

Samstag, August 15, 2009

Und da hat Isa doch schon wieder was Schönes gelesen:

Als sie in England war. Hier berichtet sie davon.

Texteralltag



Gefunden bei: www.protextbewegung.de

Beim Antiquitätenhändler ums Eck


Ich glaube, er möchte Sammeltassen verkaufen. Moccasammeltassen.

Freitag, August 14, 2009

Touristenattraktion Edinburgh

Häuser dieser Art werden dann demnächst platt gemacht. Demnächst, weil, im Moment wohnt pro Haus noch mindestens eine Partei drin. Man könnte auch sagen, die Häuser sind besetzt.
Die Frage ist, ob das nun die neuen Sozialwohnungen sind. Oder wer dort einziehen wird. Zwischen hier und dort ...
... liegen nur ein paar Meter. Und diese Dinger sind randvoll bewohnt. Wahrscheinlich bleiben sie erstmal.
Das also ist Greendykes. Social Housing Scheme. 60er Jahre. Sie dachten wirklich, sie tun was Gutes.

Oder auch Möbel.

So eine Tür, wenn man sie nicht mehr braucht, was soll man auch damit machen.
Oder Sofas. Probehalber vorm Haus ...
... oder ab auf den Grünstreifen. Vielleicht braucht's ja noch wer.

Greendykes.

Pillenpackung und Werbung für Luxuswochenenden ...
... und überhaupt, gerne mal der gesamte Inhalt der Mülltonnen ...
... unzeitgemäßes Schreibgerät ...
... und sonstiges Zeugs ...
... kann man ja auch mal anzünden, warum nicht.

Mittwoch, August 12, 2009

Escada ist ja komplett an mir vorbeigegangen.

Irgendwie fand ich die nie interessant, jetzt sind sie insolvent, what the heck. Dafür werden die Chanel-Verkäuferinnen wohl in den nächsten Wochen etwas mehr Beschäftigung haben, weil sie dafür sorgen müssen, die vom Coco-Film inspirierten Damen möglichst von dem teuren Fummel fern zu halten. Ist ja nicht so, dass da einfach jeder mal so dürfte, ne.
Dass Marken wie Chanel keine zufällige Laufkundschaft haben wollen, die nur glotzt und nichts kauft, okay. Aber letztlich ist das, was in dem Laden passiert, vollkommen absurd. Die Verkäuferinnen verdienen lächerlich wenig und neiden den Stammkundinnen die Kreditkarten. Natürlich sind es fast immer die Kreditkarten der Ehemänner. Die Stammkundinnen sind hauptberuflich Ehefrau und neiden den Verkäuferinnen die Vollbeschäftigung, die ihnen einen Grund gibt, jeden Tag das Haus zu verlassen und sich nützlich zu machen, um jeden Monat eigenes Geld auf dem Konto zu haben, das sie dann mit eigenen Plastikkarten ausgeben können.
Natürlich will sich das keine Seite eingestehen, dass es ist, wie es ist, weshalb sie sich gegen die jeweils andere Seite wappnet. So sind dann die Verkäuferinnen von herablassend falscher Freundlichkeit, und die Kundinnen von herablassend falscher Verbindlichkeit. Mal sehen, wie lange sie sich das noch leisten können. Und wie lange das Publikum noch so bleibt, wie es ist. Aber wahrscheinlich wird diese Sorte (Ehe-)Frau so schnell nicht aussterben.
Ich frage mich immer, welche Männer wohl dazugehören. Die sieht man ja nie. Wahrscheinlich sehen ihre Frauen sie auch nie. Wahrscheinlich ist das auch so gewollt.
Mich würde als nächstes mal interessieren, wie hoch der Anteil der Antidepressiva- und Diazepamabhängigen unter diesen Frauen ist. Und ob sie bei Chanel wohl heimlich alkoholfreien Sekt ausschenken, damit sich das auch alles gut miteinander verträgt.

Dienstag, August 11, 2009

Montag, August 10, 2009

Sonntag, August 09, 2009

Perspektiven

"I cannot, for my soul, remember how, when, or even precisely where, I first became acquainted with the lady Ligeia. Long years have since elapsed, and my memory is feeble through much suffering."
Das nenn ich mal einen zuverlässigen Erzähler.

Samstag, August 08, 2009

Falling about ... You took a left off Last Laugh Lane ...

Schlüsseldienst

Schlüsseldienste machen gerne die Paketannahme für Paketlieferdienste. Sie bekommen wahrscheinlich ein bisschen Geld dafür, und vor allem bekommen sie neue Kundschaft in den Laden. Dann flirten sie ein bisschen mit der neuen Kundschaft, um sie dauerhaft zu binden. Prima Sache. Ich wüsste nur nicht, was ich dauernd beim Schlüsseldienst tun soll. Na gut, er macht auch kleine Schusterarbeiten. Aber auch das fällt jetzt nicht so wahnsinnig oft bei mir an. Meine Stiefel sind alle gerade erst neu besohlt worden.
Auffällig ist natürlich, dass es niemals deutsche Verkäufer sind, die schamlos mit der neuen Kundschaft flirten. Die deutschen Verkäufer können das nicht, und wenn sie's versuchen, geht es meilenweit daneben. Hingegen der nette persische Schlüsseldienstler - doch, das hat er ganz gut drauf, das mit dem Komplimente machen. Ich sah zwar aus, als hätte ich nur zwei Stunden geschlafen (ich hatte nur zwei Stunden geschlafen), es waren dreißig Grad (ich bin ab fünfundzwanzig nicht mehr funktionsfähig) und schlechte Laune hatte ich außerdem, aber nachdem ich mein Paket endlich bekommen hatte, fühlte ich mich nicht mehr ganz so zerknautscht, wie ich mit Sicherheit aussah.
Das könnte die Situation mit der Dame erklären, die vor mir im Laden war und wegen der ich ungefähr zwei Stunden warten musste. Sie hatte sich für so ziemlich alles Nachschlüssel machen lassen. Und statt ihre scheiß Nachschlüssel einfach abzuholen und zu bezahlen, erklärte sie dem netten persischen Schlüsseldienstmann, welcher Schlüssel in welches Schloss passte: Keller, Hintereingang, Doppelgarage vorne, Doppelgarage seitlich, Gartentor, Haustür, bla. Natürlich alles mit einer ziemlich exakten Beschreibung ihrer Wohnverhältnisse, Adresse inklusive. Wenn der nette Herr also wollte, dann könnte er. In jeder Hinsicht. Und wenn alle Verkäufer insgesamt ein bisschen netter wären, müsste sich diese Dame nicht an den einzigen, der mal ein freundliches Gesicht macht, ranschmeißen. Und alle hätten bessere Laune. Und so.
Und überhaupt, Gerd hat das hier gefunden. Soviel zu dem Thema.

Mittwoch, Juli 29, 2009

Ich lese bald.

Auf Usedom. In Bansin. Elfter September.
Aus diesem Buch:

Genaueres sag ich dann noch.
Erstmal fahr ich ein bisschen weg.
Wir sehen uns dann so ab Mitte August wieder.
*winkt

Sonntag, Juli 26, 2009

Isa hat ein wunderbares Buch gelesen.

Das erzählt sie aber am besten mal selbst.

Dienstag, Juli 21, 2009

Ist hier jemand Mitglied im DAAB?

Bringt das was?
Retten sie mich, wenn das nächste Mal ein Eiweiß versucht, mich umzubringen?
*studiert die Seite
Oder eine Wespe. Eine Wespe kann das auch, mich umbringen. Kommt dann der DAAB und erschlägt die Wespe, bevor sie mich sticht? Oder rasen sie mit der Adrenalinspritze zu mir? Besuchen sie mich im Krankenhaus? Oder schicken sie mir nur Listen zu, die ich auch woanders für umsonst im Internet finde?
So eine Restaurantkarte ... die ist NICHT sehr umfassend ... da ist kein Platz für die Kreuzallergien ... die müsste ich mir zum Beispiel auch selbst basteln. Und was ist mit Fructose und den ganzen Unverträglichkeiten, das sind ja keine Allergien, aber im Restaurant muss man das auch mal dem Koch klarmachen können.
33 Euro im Jahr ...
Hm ...
Smarf, Du weißt doch immer alles. Sag mal.

Montag, Juli 20, 2009

Umerziehung

Erst hab ich sie so richtig gehasst, meine neue Steuerberaterin, weil sie meinte, ich müsste die Belege vorsortieren. Das musste ich bei der anderen nie. Da reichte es, einen Schuhkarton abzuliefern. Aber die neue, die drückte mir leere Ordner in die Hand und meinte: "Doch, Sie können das."
Jetzt habe ich einen Tag sortiert, und so wirklich ganz richtig fertig bin ich noch nicht, weil sie noch irgendwelche Aufstellungen von mir haben will. Klingt komisch? Aber sie hat natürlich recht. Erstens hab ich auf diese Art wenigstens rausgefunden, wer mir noch alles Geld schuldet. Zweitens spar ich Geld, weil sie weniger zu sortieren hat. Da nimmt man einen Tag mit Rückenschmerzen schon mal in Kauf. Und drittens ist es ein richtig tolles Gefühl, wenn man vor drei Ordnern (drei!!!) sitzt und sich sagen kann: Ja, das war ich. ICH habe diese Ordner gefüllt und beschriftet. ICH kann sowas auch.
Gleich morgen fahre ich zu Staples und kaufe neue Ordner für alles, was jetzt kommt. Weil (und das ist wohl das, worauf die Steuerberaterin hinauswollte), wenn ich alles GLEICH abhefte, hab ich nachher keine Rückenschmerzen mehr, ha!
Sie hat tatsächlich geschafft, was mir mein Vater in 34 Jahren nicht beibringen konnte: Ordner kaufen.

Sonntag, Juli 19, 2009

Freitag, Juli 17, 2009

Ist das anderswo auch so?

Sobald es in Blankenese anfängt zu regnen, rückt die Freiwillige Feuerwehr aus. Es kann doch nicht sein, dass hier automatisch die Keller volllaufen oder die verwirrten Hamburger Unfälle bauen, weil sie nicht wissen, wo der Scheibenwischer angeht.

Mittwoch, Juli 15, 2009

Tatsächlich:

Wenn man bei Google "Männerhassbuch" eingibt, bin ich Platz 1.

Dienstag, Juli 14, 2009

Liebes ZDF.

Es macht keinen Spaß, wenn man sich eine bestimmte Krimiserie anschauen will, Sie es aber regelmäßig schaffen, VORAB ein Standfoto von einem der ermittelnden Kommissare plus dem Täter ins Netz zu stellen. Das war jetzt schon so ziemlich eigentlich jede Woche, wenn ich geschaut habe, so. Der Sinn am Krimikucken ist doch ... Muss ich das jetzt echt erklären???

Montag, Juli 13, 2009

Hab ich Euch schon das nächste Cover gezeigt?


Diesmal was ganz anderes. Gibt auch keine Toten.
"Schönes Spiel mit dem Genre", meinte die Lektorin.
Kommt aber erst im Februar.

Sonntag, Juli 12, 2009

Hosenkaufen

Verkäuferin V
HH

HH: ... neinnein, die ist am Oberschenkel zu weit, das seh ich schon, die muss ich nicht anprobieren.
V (wühlt sich durch die Jeans): Also diese hier ist die Einzige, die wir haben, die noch schmaler geschnitten ist. Die ist aber NICHT billig.
HH (schnappt sie sich und rennt in die Umkleide)
V: Und?
HH (schlappt aus der Umkleide): Also obenrum ...
V: Per-fekt! Sie SIND aber auch dünn.
HH: Aber die Länge ...
V: Ja, das ist natürlich eine 36er Länge.
HH: Also ich kenn das ja, dass ich kürzen muss ...
V: Bei Ihrer Größe ... Denk ich mir.
HH: ... aber dass ich gleich einen halben Meter kürzen muss ...
V: Nun, Sie sind halt nicht so besonders groß.
HH: Die Hose ist besonders lang!
V: MIR passt sie wie angegossen.
HH: Wie groß sind SIE?
V: Einsdreiundachtzig. Und SIE?
HH (nuschelt): Kleiner.
V: Sie haben ja auch nicht gerade die längsten Beine.
HH: Achwas. Das hängt WOHL mit meiner Gesamtgröße zusammen.
V: Tragen Sie doch mal öfter hohe Schuhe.
HH: MACH ICH SCHON!
V: Naja. Also wollen Sie die Jeans nun haben?
HH: Sie passt ja WENIGSTENS obenrum.
V: Wir haben da einen Schneider an der Hand ...
HH: Ich AUCH. (dampft in die Umkleide)
V: Der kennt Sie sicher schon SEHR gut, was?
HH (reißt den Vorhang zu)

Samstag, Juli 11, 2009

Okaaay ...

Solltet Ihr in den nächsten Tagen so gar nichts von mir hören - ich versuche, mein T-Home Entertain einzurichten. Wer weiß, was da noch so alles passiert.

Freitag, Juli 10, 2009

Gestern bei den "Vorlesern".

Heute kommen sie im ZDF um 22:30. Isa schreibt hier was.
Ihr schaut Euch das schon an, ja?
Isa und ich waren nämlich Schwenkfutter. Klatschvieh. Dings. BESTIMMT sind wir mal im Bild. Irgendwo vor, hinter oder bei Walter Sittler. Der saß auf unserer Seite.

Donnerstag, Juli 09, 2009

Nightmare come true

Arzthelferin A
HH

Am Telefon.

A: Frau Heiland, wir haben jetzt die Ergebnisse von dem Antikörpertest!
HH (vorsichtig): Ahaaa?
A: Das sieht EIGENTLICH ganz gut aus. Bis auf eine Kleinigkeit.
HH (Nervenzusammenbruch): Sooo?
A: Ja, ähm, Sie scheinen überhaupt gar kein einziges bisschen Obst zu vertragen.
HH (entspannt sich): Ach so, ja. Das weiß ich schon. Das hab ich seit zwanzig Jahren. War's das?
A: Puh, da bin ich ja beruhigt, wenn Sie das so aufnehmen. Sonst ist eigentlich nichts wirklich Aufregendes, bis auf Milch und Ei, da gab es noch Antikörper, wenn Sie das einfach mal weglassen würden.
HH (hyperventiliert): Milch und Ei???
A: Ja. Aber das haben ja viele. Das geht ja gut, mit dem Weglassen.
HH (den Tränen nahe): Milch UND Ei???
A: Ach, das geht ganz leicht.
HH (weint): Milch und Ei!!!
A: Ähm, nun, also ... Ist das denn so schlimm für Sie?
HH: Katastrophe!
A: Ähm, okaaay ... Wissen Sie was, ich mach Ihnen da gleich mal einen Termin beim Herrn Doktor. Der erklärt Ihnen dann alles.
HH: Milch und Eiiiiiiiiii!!!
A: Ja. Gut. Freitag?
HH (schluchzt): Das überleb ich nicht!
A: Prima. Dann sehen wir uns am Freitag!

Ich will auch so eine Biographie:

"Stuart MacBride lives in the North East of Scotland, where he writes gruesome crime novels and grows gruesome potatoes."

Dienstag, Juli 07, 2009

Umgang mit wichtigen Leuten, Teil 482: Literaturkritiker

Ein Literaturkritiker steht an der Bar im Literaturhaus und versucht, sich ein Weißbier zu bestellen. Es dauert ein bisschen, bis die Dame hinter der Bar raus hat, dass er lieber kein alkoholfreies hätte. Er sagt, um die Dame hinter der Bar gnädig zu stimmen, sehr liebevoll: "Ohne Alkohol! Das wär ja ein Unglück!"
Ich stehe neben ihm und sage zu I: "Das sollten wir bloggen."
Der Literaturkritiker schaut ein bisschen irritiert, weil wir wiehernd vor Lachen von den Barhockern kippen.
I erklärt es ihm: "Wir überlegen, ob wir Sie bloggen sollen."
Was auch nicht hilft, weil wir noch mehr lachen müssen.
"Oder twittern", pruste ich, und wir wälzen uns schon auf dem Boden.
Der Literaturkritiker bleibt ernst. "Ach, dieses Gezwitscher", vernichtet er unsere digitale Drogenabhängigkeit und geht.
"Das war ein guter erster Eindruck", sage ich, als wir uns an unseren Barhockern hochziehen.
"Er hält uns jetzt für digitale Schnepfen", sagt I und klopft sich den Rock sauber.
"Kann nur noch besser werden", finde ich. "Wir sagen ihm einfach nie, was ich mache, falls er je fragen sollte. Dann ist alles gut."
"Wir sind aber auch manchmal albern", sagt I.
"Hab ich was verpasst?", fragt S, als sie reingerannt kommt. "Was war denn so witzig?"
Wir wissen es auch nicht mehr so genau.
"War das nicht eben der Dings?", fragt S und zeigt in die Richtung, in der der Literaturkritiker verschwunden ist.
"Er mag uns nicht", fasse ich zusammen und bestelle uns was Neues zu trinken.

Samstag, Juli 04, 2009

Jetzt hab ich endlich mal einen von den Suhrkamp-Krimis gelesen.

Und zwar einen von denen, die nicht ganz so ein grausiges Cover haben. Maurizio de Giovanni. Nachzulesen hier.

Donnerstag, Juli 02, 2009

Biomania

Auf dem Land im Supermarkt.

HH
Regaleeinräumende Verkäuferin V

HH: Wo Sie da gerade so einräumen ... Sie kennen sich doch hier bestimmt aus.
V: Hmpf.
HH: Haben Sie denn gar keine Biosachen?
V: Was wollen Sie denn?
HH: Milch.
V: Steht doch da.
HH: Aber Biomilch.
V: Nehmen Sie die, die ist viel billiger.
HH: Aber da steht nicht Bio drauf.
V: Das ist doch sowieso egal.
HH (denkt an die Milchbauern, verwift das Argument aber gleich wieder): Mir ist das nicht so ganz egal, ich trinke am liebsten nur dann Antibiotika, wenn es gar nicht mehr anders geht. Und heute fühl ich mich eigentlich ganz gut.
V (starrt HH an): Anitbiotika haben wir nicht. Aber die Milch da, die können Sie nehmen.
HH: Ich WILL sie aber nicht.
V: Dann lassen Sie's.
HH: Gibt's hier irgendwo einen anderen Laden, der Biozeugs hat?!
V (mustert HH von oben bis unten): Sie sehen gar nicht wie so eine Ökotussi aus.
HH (will V erwürgen, beherrscht sich): Ich möchte NUR einen Liter Milch, auf dem Bio steht.
V: Soll ich's Ihnen draufschreiben?
HH: Okay. Sagen Sie mir, wo das nächste Reformhaus ist.
V (nennt eine Stadt 25 km entfernt)
HH (geht): Prima. Danke. Dann fahr ich da jetzt hin.
V (ruft hinterher): Da kaufen aber nur so Ökotussen ein! Ich würd da ja nix kaufen!

Samstag, Juni 27, 2009

Stuart MacBride

Da muss ich es nicht schon wieder sagen, jedenfalls nicht in Länge, sondern nur kurz: Lest Stuart MacBride.
Thomas Wörtche nimmt ihn sich hier nämlich in lang vor.

Freitag, Juni 26, 2009

Zugereist

An der Fleischtheke.

Fleischfachverkäuferin F
HH

HH: ... und dann noch da von den Wienern zwei Stück.
F: Sagen Sie, was ich Sie schon immer mal fragen wollte ...
HH (misstrauisch): Ja?
F: Ich kenn Sie ja nun so ein bisschen vom Sehen, Sie kaufen ja hier öfter mal ...
HH (misstrauisch): Ja?
F: Sie sind doch aus Süddeutschland, oder?
HH: Ähm ...
F: Sind Sie zu Besuch hier?
HH (baff): Warten Sie mal ... Lassen Sie mich kurz nachdenken ... Ich kaufe bei Ihnen seit über einem Jahr meine Lammrücken und Filetsteaks und Putenwiener. Und Sie denken, ich bin seit über einem Jahr hier zu Besuch?
F: Na ja soll's ja alles geben, was man so hört ...
HH: Ich wohne hier.
F: Aber nicht schon immer!
HH: Seit etwas über einem Jahr. Seit ich bei Ihnen meine Dings kaufe.
F: Sie reden nun mal so.
HH: Ja! Und?
F: Das fällt auf!
HH: Und?
F: Da weiß man gleich, dass Sie nicht von hier sind.
HH: Viele Leute sind nicht von hier und sind trotzdem glücklich!? Oder worüber reden wir gerade?
F: Ich mein ja nur. Ich hab nicht so viele Leute von außerhalb.
HH: Ich w o h n e jetzt hier!
F: Aber Sie s i n d nicht von hier!
HH (sprachlos)
F: Das h ö r t man!
HH: Geben Sie mir meinen verdammten Lammrücken!

Donnerstag, Juni 18, 2009

Die Jacke

Im Wartezimmer.

Dramatis Personae:

Er (ca. 85)
Sie (ca. 85)
Patient (ca. 45)

Er: Dass die hier immer klassische Musik spielen müssen.
Sie: Ist doch nett.
Er: Immer Musik.
Sie: Ach, das macht doch nichts.
Er: Da kann man sich gar nicht konzentrieren.
Sie: Du musst dich doch auch im Wartezimmer nicht konzentrieren.
Er: Aber wenn ich mich konzentrieren müsste, könnte ich es nicht.
Sie: Das musst du aber nicht.
Er: Früher konnte ich mich überall konzentrieren.
(Patient geht raus)
Sie: Ja? Ich kann das ja heute immer noch ganz gut. Ach, sieh mal, der Mann, der gerade aufgestanden und rausgegangen ist. Der sieht aus wie der Joachim.
Er: Weiß ich nicht. Wieso sieht der aus wie der Joachim?
Sie: Doch, wirklich. Ich hab ja ein gutes Personengedächtnis.
Er: Das hatte ich früher auch mal.
Sie: Ich hab es immer noch. Für Gesichter. Gesichter merk ich mir immer. Nur die Namen dazu nicht. Aber dann sag ich immer zu den Leuten: Sie wissen ja selbst, wie Sie heißen.
Er: Früher konnte ich mir auch immer Leute merken. 140 Leute hab ich mir da gemerkt, wie nichts! 140! Und ich war für alle verantwortlich! Früher! Sag mal, die Jacke da.
Sie: Ja, stimmt, die hängt da schon die ganze Zeit. Vielleicht hat die jemand vergessen, gestern, als es so warm war.
Er: Nein, da war es so warm.
Sie: Ja, eben.
Er: Niemand ist gestern mit Jacke gegangen.
Sie: Vielleicht gehört sie dem Herrn Doktor.
Er: Dem Herrn Doktor? Diese Jacke?
Sie: Ja, stimmt. Mit sowas läuft der Herr Doktor nicht rum. Passt nicht zu ihm.
Er: Obwohl ja heute alles möglich ist. Heute macht man alles. Heute ist man individuell. Da isst man überall und trinkt auf der Straße Kaffee und zieht einfach irgendwelche Sachen an. Früher habe ich mich immer gut angezogen.
Sie: Tust du immer noch.
Er: Heute dürfen sie alles. Jeder anders, wie er denkt. Man ist individuell.
Sie: Aber trotzdem glaube ich nicht, dass der Herr Doktor mit so einer Jacke ...
Er: Der ist doch auch so individuell, der Herr Doktor.
Sie: Ach, das darf er doch ruhig.
Er: Mit dem Kaffee in der Hand auf der Straße hab ich ihn gesehen. Ganz individuell, der Herr Doktor.
Sie: Und hatte er diese Jacke an?
Er: Nein. Aber es war auch so eine individuelle. Die passte so richtig dazu, dass er mit dem Kaffee in der Hand auf der Straße herumlief. Bestimmt hat er auch schon auf der Straße gegessen. Pizza oder sowas.
Sie: Ach, das kann ich mir nicht vorstellen. So einer ist der Herr Doktor doch nicht.
Er (steht auf): Aber mit dem Kaffee.
Sie: Wo willst du denn hin?
Er: Ich frag jetzt mal die Mädchen da draußen, ob denen die Jacke gehört.
Sie: Aber das ist doch eine Männerjacke. Und jetzt setz dich wieder hin.
Er: Ganz individuell, die Mädchen. Tragen ja auch Hosen. Aber das tun sie ja schon lange. Man gewöhnt sich sogar dran, dass sie Hosen tragen.
Sie: Das ist nun wirklich nicht sehr neu.
Er: Ich frag jetzt mal.
(Die Tür geht auf, der Patient von vorhin nimmt sich seine Jacke und verschwindet wieder.)
Sie: Ach, das hätte ich ja nun gar nicht gedacht.
Er: Der sah gar nicht so individuell aus.
Sie: Aber zu dem passt die Jacke.
Er: Der erinnert mich an jemanden. Erinnert der mich an jemanden?
Sie: An den Joachim.
Er: Der ist doch viel jünger. Der studiert doch noch. Oder welcher Joachim?
Sie: Ja, doch.
Er: Der Joachim würde doch nie mit so einer Jacke!
Sie: Jetzt setz dich wieder hin. Wir sind gleich dran.
Er: Wenn der Joachim fertig studiert hat und eine eigene Praxis macht, dann macht der bestimmt doch keine klassische Musik im Wartezimmer.
Sie: Vielleicht bleibt er ja im Krankenhaus.
Er: Meinst du, da spielen sie dann auch Musik?
...

Dienstag, Juni 16, 2009

Liebe Übersetzer.

Nicht, dass ich mich auskennen würde, aber ich finde, so ein englisches "Uh-huh" gehört übersetzt. Wie sieht das denn aus, im deutschen Text. Das kapiert doch keiner.

Ach, Gießen hat ja jetzt auch eine Krimibuchhandlung.

Sie heißt Miss Marple's, hat aber nichts mit der Miss Marple in Charlottenburg zu tun.

Montag, Juni 15, 2009

Håkan Nesser im Gespräch

Mit mir. Beim Titelmagazin.

Vote for the Crime Novel of the Year!

Und zwar hier. Mo Hayder, Ian Rankin, Reginald Hill, Stuart MacBride, Peter Robinson, Val McDermid ... Alle vertreten. Da fällt die Wahl schwer.

Tartan Noir & Whisky in Gießen!

2.07.09: Zoe Beck liest in Gießen. Beginn: 20 Uhr. Eintritt: 5 €
inkl. Whiskyverkostung. Begrenzte Teilnehmerzahl. Nur mit vorheriger Anmeldung:
Weinrebe Gießen (Marc Colavincenzo)
Am Lindenplatz
35390 Giessen
Tel: 0641 - 363 55

Mittwoch, Juni 10, 2009

Das muss man sich auch mal, also.



Wirklich lustig ist, dass die mit dem Polizeiauto und mit dem Krankenwagen den ganzen Tag immer die einzige Straße rauf und runterfahren.

Theaterkanal

Am Telefon mit der Telekom.

Telekommitarbeiterin T
HH

HH (wird SOFORT durchgestellt): Huch! Ich meine, hallo!
T: Was kann ich für Sie tun?
HH: Mich hat da vor zwei Wochen so ein Kollege von Ihnen angerufen wegen diesem Entertainpaket. Schnelleres Internet und Fernsehen über den Rechner und Dings.
T: Ja? Davon seh ich aber nichts in den Daten.
HH: Könnte sein, dass ich deshalb anrufe. Er wollte mir nämlich was schicken, und das ist nie angekommen.
T: Na sowas! Dann seh ich gleich mal nach ... (Warteschleifenmusik in plärrender Lautstärke) Danke, dass Sie gewartet haben. Hier haben wir's. Im November 2008 ging der Auftrag bei uns ein ...
HH (räuspert sich): ... vor zwei Wochen ... nicht vor einem halben Jahr ...
T: Nein. Vor zwei Wochen war hier nichts.
HH: Vor einem halben Jahr wollte ich dieses Entertainpaket noch nicht haben.
T: Moment. (Warteschleifenmusik in plärrender Lautstärke) Danke, dass Sie gewartet haben. Davon steht hier nichts.
HH: Jedenfalls, damals wollte ich es nicht haben, da war es auch noch teurer, aber dann haben Sie es mir doch geschaltet, und ich musste es kündigen, obwohl ich es nicht haben wollte, und war drei Tage ohne Internet. Das war doof. Und vor zwei Wochen rief dann Ihr Kollege an und meinte, jetzt sei es viel billiger und außerdem gibt's da ja den Theaterkanal. Den hätte ich gerne. Deshalb.
T: Dann bestell ich das jetzt für Sie?
HH: Nein! Das hat doch schon Ihr Kollege! Aber ich habe noch keine Post bekommen! Nicht, dass ich es nachher doppelt habe.
T: Ich schau mal nach. (Warteschleifenmusik in plärrender Lautstärke) Danke, dass Sie gewartet haben. Ich glaube, ich habe den Fehler gefunden. Der Auftrag wurde an Ihre Berliner Adresse verschickt.
HH: Ich habe keine Berliner Adresse. Ich wohne seit anderthalb Jahren in Dings. Hamburg.
T: Aber in unserem Computer steht eine Berliner Adresse.
HH: Das kann nicht sein. Ich bekomme doch auch die Telefonrechnungen mit der richtigen Adresse. Und außerdem, wieso schickt Ihr Kollege die Sachen nach Berlin, wenn er mich vorher unter einer Hamburger Nummer angerufen hat? Na? Na?
T: Einen Moment, bitte. (Warteschleifenmusik in plärrender Lautstärke) Danke, dass Sie gewartet haben. Ich habe den Berliner Datensatz jetzt mal rausgenommen. Da steht jetzt nur noch ... Oh.
HH: Oh?
T: Hamburg, ja?
HH: Und was war oh?
T: Haben Sie schon mal in München gewohnt?
HH: Das ist jetzt nicht wahr! Das ist so lange her, da erinnere ich mich schon gar nicht mehr dran.
T: Ähm, ich nehm das mal raus.
HH: Langsam versteh ich das mit dem Datenskandal und der Telekom.
T: Jetzt haben wir nur noch die Hamburger Adresse!
HH (zweifelt): Ich weiß gar nicht mehr, ob ich das noch so gut finde.
T: Wollen Sie doch kein Entertainpaket?
HH: Doch. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es jemals an die richtige Adresse kommt.
T: In drei Wochen haben Sie Ihren Theaterkanal. Versprochen.
HH: Ich weiß nicht ...
T: Ich schenke Ihnen auch die Versandgebühren ...
HH: Ich weiß immer noch nicht ...
T: ... und eine Gutschrift von 50 Euro!
HH (lässt sich weichkochen): Na gut. Aber nach Hamburg, ja?
T: Wir können ja noch mal die Adressen vergleichen ...

Und jetzt das Gegenprogramm zur aktuellen Wetterlage.

Wenn man auf dem Oberland ist und übers Unterland rüber zur Düne schaut, sieht das ungefähr ganz genau so aus.
Blick aus dem Hotelfenster: Hummerbuden cum Wetterstation.
Auch Blick aus dem Hotelfenster.
Seehunddings.
26 Grad im Schatten UND Wind.

Is ja nich so, dass wir da keine Bildchen hätten.


Das ist nicht so schön.
Und das ist der Baumarkt.
Aber so von weitem geht's eigentlich wieder.

Montag, Juni 08, 2009

Ach, Helgoland.

Immer, wenn man sagt, man fährt da mal nach Helgoland, seufzen alle: Ach, Helgoland. Da würd ich auch gern mal hin. Helgoland soll ja so toll sein. Und dann gibt es da welche, die sagen: Ach, Helgoland. Hässliche Insel, muss man nicht hin. Spätestens jetzt wird es interessant. Zwischen toll und hässlich liegt mehr, als Helgoland Fläche hat.
Das wirklich Interessante ist, dass alle recht haben. Helgoland ist hässlich. Das liegt einmal an den Läden. Es gibt eigentlich nur Läden für Whisky, Zigaretten und Parfüm, und die sind einfach nicht hübsch. Und es liegt an der Bebauung, die ist nämlich irgendwie Fünfziger, und zwar so gut wie ausnahmslos.
Kurz vor Kriegsende warf die britische Luftwaffe entspannte siebentausend Bomben auf das Inselchen, und zwei Jahre später versuchten sie dann, die ganze Insel zu sprengen. Das klappte nicht ganz. Helgoland blieb recht wacker, aber immerhin gingen die Bunkeranlagen von Adolfs Projekt Hummerschere dabei kaputt, was ja auch schon mal was war. Anschließend wurde Helgoland Bombenabwurfplatz für die Briten. Da kann man sich schon denken, dass da nichts mehr übrig war, in den Fünfzigern, als die Helgoländer wieder zurück auf ihre plattgemachte Insel durften.
Damals, erzählt Herr Rickmers, dessen Familie schon seit Generationen auf Helgoland lebt, ach was, eigentlich gäbe es Helgoland gar nicht ohne die Rickmers, oder so ähnlich, jedenfalls: Damals, da hatte so ein Erwachsener im Bundesdurchschnitt etwa 15 qm Wohnfläche und war zufrieden, das ist ja heute ganz anders. Wenn man sich die Häuschen so anschaut, muss vor fünfzig Jahren der durchschnittliche Bundesbürger auch noch irgendwie kleiner gewesen sein und weniger Licht gebraucht haben als zum Beispiel heute. Aber was soll man sagen, die Leute müssen irgendwie draufpassen auf die Insel, und was will man schon erwarten, wenn der Helgoländer Baumarkt in eine Hummerbude passt und bei jedem Neubau erstmal tagelang Bodenproben genommen werden müssen, um zu sehen, ob nicht doch noch irgendwo ein Blindgänger liegt.
Überhaupt, Blindgänger. Sie sammeln die Zünder von den Blindgängern, die Helgoländer, und dann geben sie bei ihren Nachbarn damit an, wer die meisten Blindgänger so auf seinem Grund hatte.
Wobei die Rickmers ja noch viel mehr Grund haben müssten. Also wenn man das jetzt mal ganz genau nimmt, aber wer tut das schon. Opa Rickmers, weiß Herr Rickmers, hat eigentlich mal einen Topf mit Gold vergraben, und zwar da oben. Also nicht unten, wo die Hummerbuden stehen und die Hotels sind und die Schiffe anlegen. Unten ist eh so eine Sache, weil, ohne Adolf gäbe es viel weniger unten als es jetzt gibt. Aber oben, wo die Leute in echt wohnen und auch schon immer wohnten, wo die Schule steht und wo man bis zu den roten Steilklippen und der Langen Anna gehen kann, da oben hat der Opa das Gold vergraben. Konnte ja nicht wissen, dass erst alles zerbombt wird, dann neu bebaut, und dass ausgerechnet da, wo er das Gold eingebuddelt hat, später die Leute ihre Schrebergärten hinmachen. Sie haben nämlich auch Schrebergärten, die Helgoländer, allesamt auf Gold gegärtnert und auf Grund, der ja eigentlich den Rickmers gehört, aber wie gesagt, wer nimmt das schon so genau, wo käme man da hin auf Helgoland.
Ja, und das Schöne? Das ist einfach. Es hat dort Wind, endlose Horizonte, Sandstrände und einen Haufen Möwen, die gerne dekorativ herumfliegen. Auf der Nachbarinsel, der Düne, liegen zu fotographischen Zwecken auch Seehunde (oder Dings, wie heißen die, egal) rum. Na ja und dann der Hafen. Häfen können so hässlich sein, wie sie wollen, sie sehen immer entzückend aus, und dabei geben sie sich nicht mal besonders viel Mühe. Ach und diese roten Felsen. Kennt man ja. Da kann man oben langlaufen und ein bisschen runterschauen, wenn der Wind nicht gerade so stark ist, dass man sich ständig gegen ihn stemmen muss. Irgendwann, wenn man um eine Biegung geht, ist er nämlich weg, der Wind, und man stemmt sich immer noch, und schon stolpert man, das muss ja auch nicht sein.
Entschleunigen, sagt Herr Rickmers immer wieder und macht ein wichtiges Gesicht, damit wir Großstädter auch verstehen, warum es so wichtig ist, nach Helgoland zu kommen. Entschleunigen mit Konzept. Das Konzept hat er in sein Hotel reingebastelt und zum Programm gemacht, was teils entzückend, teils rührend ist, manchmal aber auch sehr spannend, denn er liebt nicht nur, Geschichten zu erzählen, sondern auch Geschichte. Aus der der Rickmers hat er einen Film geschnitten, für den er nicht nur Bildmaterial bis hin zu Adolfs Besuch auf Helgoland zusammengesucht hat, sondern auch seine Mama in einen alten Tunnel gesetzt und interviewt hat. Seine Mama spricht Hochdeutsch, aber nur für die Kamera. Wenn die beiden sich unterhalten, sprechen sie Helgoländisch, und das versteht man nicht, da kann man sich anstrengen, wie man will. Man müsste vorher Vokabeln lernen. Zur Toilette sagen sie zum Beispiel skin.
In demselben Tunnel sitzt man, wenn man sich den Film anschaut. Und der ist definitiv besser als die Urlaubsvideos von Onkel Horst, muss man auch mal so sagen. Obwohl Onkel Horst immer auf Teneriffa war, das soll ja viel schöner sein als Helgoland. Aber ich weiß nicht. Es ist doch schön, dieses Helgoland. Das weiß Herr Rickmers, und er wartet einfach in Ruhe ab, bis wir alle verstanden haben, was die Insel am allerschönsten macht. Das ist etwas, über das man nicht schreiben mag, weil es so banal klänge. Es passiert nämlich einfach, und dann ist es ganz selbstverständlich. Dann stören die hässlichen Häuschen und die grellen Hummerbuden und die Parfümläden auch nicht mehr, dann ist es egal, ob die meisten, die hier herumschlurfen, Rentner oder Schulklassen oder Tagesausflügler oder Journalisten sind. Dann ist man vermutlich angekommen und will nicht mehr weg.