Montag, Februar 09, 2009

Es ist ganz einfach.

Ich fang erst mit Einbruch der Dunkelheit an zu schreiben. Meistens bis morgens um sechs oder so. Das heißt, ich werde im Moment frühestens gegen zwölf wach. Manchmal auch erst um zwei, wenn der Paketbote Sturm klingelt.
Hier in Hamburg habe ich zum ersten Mal keine Nachbarn, die sich daran stören, weil meine Nachbarn nie zu Hause sind. In Berlin, umzingelt von Witwen, denen natürlich nichts entging, war das etwas anstrengender und dauerte eine ganze Weile, bis sie verstanden und sich in Rücksicht übten.
Blöd ist es nur, wenn jemand anruft. Ich gehe dann automatisch ans Telefon, da kann ich gar nichts gegen tun. Ruft also jemand vor zwölf an und fragt: "Hab ich Sie etwa geweckt?", antworte ich automatisch, weil sich das bourgeoise Gewissen (Erziehung! Eltern! Schuld!) meldet: "Neinnein, ich bin erkältet." Im Moment sage ich auch schon mal geistesgegenwärtig: "Neinnein, das kommt vom Heuschnupfen."
Ich frage mich, wie viele Jahre Therapie noch ins Land gehen müssen, bis ich sage: "Ja, wieso?"

Kommentare:

arachnobella hat gesagt…

Ich frage mich, wieviel Jahre Therapie noch ins Land gehen muss, bis du das Telefon erst wieder nach dem Aufstehen EINhängst.

Oster hat gesagt…

es gibt da etwas ganz neues und sehr praktisches. ein kleines gerät, welches man ans telefon anschließt. man kann das telefon so einstellen, dass es quasi nicht klingelt sonder statt dessen dieses kleine gerät einen zuvor aufgesprochenen text (da fällt dir bestimmt was kriminales ein) abspielt und dem anrufer die möglichkeit gibt, auch eine nachricht zu hinterlassen. mir fällt gerade nicht ein, wie man das nennt aber ich benutze es sehr erfolgreich.

Henrike hat gesagt…

ich HABE einen anrufbeantworter, aber irgendwie ... reflex ... aushängen kann ich nicht, ich bin viel zu panisch, weil ich denke, vielleicht ist was passiert und dann kann man mich nicht erreichen.

Maik hat gesagt…

Es gibt einen Verein für Menschen wie uns (http://delta-t.org/). Ich finde schön, daß es ihn gibt. Der Vorzug einer Mitgliedschaft ist mir jedoch bisher verborgen geblieben.

Oster hat gesagt…

versuchs doch mal in kleinen schritten, sag:"Und wenn es so wäre, würd ich es nicht zugeben."

Lass die Eltern und die Schule aus dem Spiel. Kann man zwar für sein ganzes Leben verantwortlich machen, nimmt sich selber aber eine Menge Spaß.

Henrike hat gesagt…

aber ich bin kein langschläfer, davon muss ich mich distanzieren. ich schlafe selten mehr als 6 stunden. ich schlafe eben nur zu anderen zeiten als andere menschen. also, als andere menschen in meiner zeitzone. als andere menschen in meiner zeitzone, die keinen schichtdienst haben. zeitversetzt: ja. aber nicht langschläfer.
und, herr oster: kleine schritte, das könnte ich versuchen.

Maik hat gesagt…

Dito. Gut, bei mir sind es sieben Stunden, aber das Entscheidende sind die verschobenen Zeiten. Ich hatte mal eine Kollegin, die war in der Regel gegen 6.57 Uhr im Büro (sagt ihre Stechkarte) und ging gegen 15.00 Uhr. Sie galt als vorbildlich. Ich kam gegen 9.00 Uhr (Beginn der Kernzeit, viel zu früh für mich) und ging gegen 20.00 Uhr. Ich galt als Langschläfer und - by implication - als etwas gemütlich (um mal einen Euphemismus zu bemühen).