Freitag, Oktober 17, 2008

"Einen Namen kenne ich sogar"

"Helge Schneider. Aber der war gar nicht da, oder?"
Reich-Ranicki, im ZDF. Gerade. Antwort Gottschalk: "Nein, das war Atze Schröder."

Kommentare:

Georg hat gesagt…

Ja, der Mann kennt sich eben aus und weiß, wovon er spricht. So auch in der Literatur, in der er über Thomas Mann nicht hinaus gekommen ist. Jemand, der Robert Musil nicht versteht, ist einfach nicht ernst zu nehmen als Literaturkritiker.

Anonym hat gesagt…

Einer dieser Knallchargen ist doch wie der andere.

Und wer versteht schon Robert Musil.

Habe ich übrigens nie mitbekommen, daß M.R.R. was gegen den gesagt hat.

Georg hat gesagt…

In "Sieben Wegbereiter" schreibt Reich-Ranicki unglaublichen Schwachsinn über Musil. Beispiele: Er sei unfähig gewesen, "seine Obsessivität wenigstens eingermaßen unter Kontrolle zu halten und seine Schreibmanie zu beherrschen. Musils Unfähigkeit, die Möglichkeiten und die Grenzen seines Talents zu erkennen und daraus die praktischen Konsequenzen zu ziehen, die Unfähigkeit also, das, was er gewollt und geplant hat, auch zu verwirklichen". Die essayistischen Passagen seien "Abschweifungen, die das Buch im Endergebnis zugrunde gerichtet haben. Er kann der Breite der satirischen und ironischen Rekonstruktion der Welt vor dem Zusammenbruch von 1914, die Musil in dem Roman unternimmt, nichts abgewinnen und darin nur eine Form literarischer Geschwätzigkeit erkennen. Was immer dem Autor einfiel, musste, ob es nun leidlich interessant oder auch nur erwähnenswert schien, ob es dem Ganzen nützen konnte oder nur notwendig war, im Roman untergebracht werden." Es gibt im "Mann ohne Eigenschaften" "keine Struktur, keinen Rahmen und keinen roten Faden. Schlimmer noch: Eine vernünftige, eine sinnvolle Reihenfolge der einzelnen Bestandteile ist nicht erkennbar." Der "Mann ohne Eigenschaften" sei "nicht mehr als ein Sammelsurium, ein chaotisches Werk," sei "misslungen, eine Prosa ohne Charme und Aura, ohne Poesie," es handle sich um einen "extremen und eklatanten Missbrauch der Romanform." Zitiert nach einem Artikel in www.literaturhaus.at

Wie sagte schon Karl Kraus, nachdem er ausführlich zitiert hatte: "Etwas Schärferes habe ich nie gegen ihn geschrieben."

Anonym hat gesagt…

M.R.R. hat die Weisheit auch nicht gepachtet. Bei mir ist er in der Achtung gesunken, als er Frau Löffler so gedemütigt hat.

Über das Fernsehen kann man natürlich immer schimpfen. Was sich definitiv geändert hat, sind Sendungen gibt, in denen Menschen vorgeführt werden. Das war vor dem Privatfernsehen nicht so. Ich habe einmal Germanys Next Supermodel gesehen und war angewidert. Ein Azubi würde sich bei ähnlicher Behandlung wehren.