
von Christiane Geldmacher könnt Ihr auch gerne hier bestellen. Es gab schon ganz entzückende erste Eindrücke, und auch ein Bildchen von der Lesung sieht man an dieser und jener Stelle.
Mittwoch, März 19, 2008
Hell's Bells
Eingestellt von
Henrike
um
11:06 AM
0
Kommentare
Montag, März 17, 2008
Solms in Leipzig
Während der Lesung auf der Buchmesse
Dramatis Personae:
HH
Anobella
A: Leider habe ich einen Fehler in HHs Vita gemacht, sie kommt nämlich aus Waldsolms, und nicht, wie ich geschrieben habe, aus, äh – was hab ich geschrieben?
HH: Waldsolms.
A: Äh?
HH: Da komme ich NICHT her.
A: Oh! Sondern?
HH: Ich hatte das große Glück, dass meine Eltern aus Burgsolms kommen.
A: Ach, Burgsolms! Naja, diese Solmse verwechselt man ja dauernd. HH ist also in Wald, äh, Burgsolms geboren…
HH: Nein, geboren bin ich ihn Ehringshausen.
A: Wo ist das denn?
HH: Ganz in der Nähe von Solms.
A: Aber…
HH: Da war ich nur zwei Tage. Im Krankenhaus. Länger will man da eh nicht sein.
A: Und dann in Waldsolms.
HH: Burgsolms!
A: Aber das ist auch in der Nähe?
HH: Alle Solmse sind irgendwie in der Nähe. Deshalb sag ich immer Mittelhessen.
A: Hätt ich vielleicht besser auch mal…
HH: Das interessiert doch eigentlich echt keinen, oder?
A: Jedenfalls wohnt HH jetzt in Hamburg!
HH: Das stimmt zufällig!
A: Und wir lesen jetzt einfach mal.
Eingestellt von
Henrike
um
12:33 PM
7
Kommentare
Messe (Blutzuckerspiegel)
Lesen ist gar nicht so einfach. Irgendwie wird das immer unterschätzt. Auch das Vorher und Hinterher ist gar nicht so einfach und wird ebenfalls unterschätzt. Zum Beispiel muss man (ich) sich (mich) in gewissen Bereichen absichern. Mit Höhenangst kann man ja nicht auf einem Turm lesen. Oder mit einer Nussallergie ist eine Haselnussmenülesung auch eher schlecht. Und auch sonst gibt es so grundsätzliches, wie: Der Blutzuckerspiegel muss stimmen. Man muss vorher gefüttert werden, damit man auf der Bühne nicht umfällt, und auch hinterher muss man – aber der Reihe nach.
Anobella sagte, sie käme um zehn mit Frühstück. Wann kommt sie? Viertel vor elf, ich bin fast verhungert. Ich will um elf schon los zur Messe fahren, was aber nicht geht, erst muss ja gegessen werden, dann noch Leseprobe, kurz: Wir fahren erst um viertel vor zwölf, und Anobella wirft mir vor, ich sei nervös. Ach was. Sie zwingt mich, meine Beruhigungstabletten zu nehmen (rein pflanzlich), und zwar in vierfacher Dosierung. Sie helfen nicht. Trotzdem schreit sie mich an: Nimm Deine Tabletten! Wie so ein Satz auf einer Buchmesse neben der Leseinsel der jungen Verlage wirken muss, darüber muss man nicht lange reden. Ich nehme also zum dritten Mal die vierfache Dosis und bin immer noch aufgeregt. Traubenzucker, japse ich, meine Ärztin sagt, ich soll Traubenzucker… Anobella schreit mich wieder an: Kein Traubenzucker! Ich versuche ihr zu erklären, dass auch Nervosität viele viele Kalorien verbrennt und den Blutzuckerspiegel sinken lässt, aber sie hört nicht zu. Heimlich wühle ich den Traubenzucker aus der Handtasche und verstecke mich dazu hinter dem Verleger. Der sagt gerade zu den anderen Mitlesenden: Ihr seid doch hoffentlich nicht aufgeregt? Immer schön dran denken: Langsam lesen, dann wird das schon. Frau Heiland, Ihnen muss ich das ja nicht sagen, Sie sind ja Profi.
Dreht sich um zu mir, alle starren mich an, Anobella auch. Ich hab gerade ein Stück Traubenzucker zwischen den Lippen und mache große Augen. Profis sehen glaube ich anders aus. Anobella schreit wieder, diesmal nicht mich an, sondern einfach nur verzweifelt: Auch das noch! Versucht, mir den Traubenzucker wieder abzunehmen. Sie zwingt mich, zum vierten Mal die vierfache Dosis Beruhigungstabletten (rein pflanzlich) zu nehmen. So viel Baldrian, Melisse und Hopfen, das kann nicht gut sein, denke ich noch, aber das ist Anobella egal. Sie zerrt mich auf die Bühne, und mit einem Mal bin ich ganz entspannt, obwohl es knallvoll ist, überall sitzen Leute und starren uns herausfordernd an. Sie warten auf große Momente der Lyrik, auf noch größere Enthüllungen neuer deutscher Literatur, und ich habe ein Comedyhörstück in der Tasche. Prima. Anobella schreit mich wieder an, aber diesmal, weil es ihre (und meine) Rolle so will. Vorher behauptet sie noch, ich sei aus Waldsolms, aber das ist eine ganz andere Geschichte und wird extra behandelt.
Jedenfalls sind wir irgendwann fertig, die strengen Menschen klatschen höflich. Manche kaufen sogar das Buch, und der Verleger lädt uns zum Essen ein, er weiß ja nicht, was er tut, in mich passt mehr rein, als es von außen den Anschein hat, und dann noch nach all den Tabletten, da muss es das teuerste Filetsteak sein. Man verbraucht sehr viele Kalorien, bei so einer Lesung, besonders, wenn man aufgeregt ist. 3000 bestimmt, wenn nicht sogar das Doppelte. Anobella behält mich nun in liebevoller Erinnerung, wie ich entweder Beruhigungstabletten, Traubenzucker oder Essen in mich reinstopfe, und später, am Lübbestand, als Bruce Darnell schon wieder gegangen ist, werfen sie mich mit belegten Brötchen und Saft zu, weil ich immer noch Hunger habe und Nachaufgeregt bin. Du musst Dich mal weniger aufregen, sagt Anobella, und ich nicke.
Eingestellt von
Henrike
um
12:31 PM
3
Kommentare
Sonntag, März 09, 2008
Eltern (Solms)
Gerade angekommen.
Er: Du hast aber lange Haare!
Sie: Nein, sie hat sie sich abgeschnitten! Die sind kürzer, oder?
HH: Ähm...
Er: Aber das sind schon wieder so viele!
Sie: Lass sie doch! Wenn sie's schön findet!
Er: Und dünn ist das Kind!
HH: Ich hab aber...
Sie: Nein, sie hat zugenommen, schau doch mal!
Er: Ja, stimmt! Isst Du denn auch richtig?
HH: Also...
Sie: Das sieht man doch! Natürlich isst sie richtig!
Er: Wir haben ja auch für Dich eingekauft! Alles da, was Du gerne isst! Rouladen und Knödel!
HH: Öchz...
Sie: Ich glaub das mag sie gar nicht so gerne. Magst Du das nicht gerne?
HH: Äh...
Er: Das hat sie doch als Kind auch immer!
HH: Das war meine Schwester...
Sie: Hab ich Dir gleich gesagt, sie mag das nicht!
Er: Aber sonst haben wir alles da, was Du gerne magst, Kind.
HH: Malzbier?
(Pause)
Er: Trink doch mal richtiges Bier! Du trinkst nie richtiges Bier!
Eingestellt von
Henrike
um
12:54 PM
0
Kommentare
Mittwoch, März 05, 2008
Viiiiiiiele Schottlandbildchen...
...hat hier jemand hinterlassen.
Eingestellt von
Henrike
um
1:22 PM
0
Kommentare
Dienstag, März 04, 2008
Schöne Neue Welt
Ich weiß jetzt das Wichtigste: Wo das Einwohnermeldeamt ist (Wartezeit im Schnitt fünf Minuten), wo Aldi, Lidl, Real und Praktiker sind. Ich war schon zwei Mal bei Ikea, ich habe sogar den AEG-Kundendienst für die Spülmaschine gefunden (in Schleswig-Holstein, gar nicht so weit von hier, da liefen Jugendliche in schwarzen Bomberjacken rum und warteten auf Busse). Postamt, Bank, Budni und Buchhandlung gleich ums Eck, bester Kuchen von ganz Hamburg wenige Häuser die Straße runter, VW-Händler nur ein paar Schritte die Straße rauf, und selbst den Wertstoffhof find ich mit verbundenen Augen.
Da fängt allerdings das Problem an. Ikea und andere Neumöbel machen ja bekanntlich viel Verpackungsmüll, den man gerne auf gelbe Säcke und Altpapier verteilt. Irgendwann ist es zuviel, und wenn man glorreich die wöchentliche Abholung direkt vor der Haustür verpasst, muss man eben selbst zum Wertstoffhof fahren, oder im Müll ersticken. Ich entscheide mich für den Wertstoffhof, der hier Recyclinghof heißt und so dezent ausgeschildert ist, dass Millionen Hamburger regelmäßig daran vorbeifahren. Ich nicht. Ich kenne ja nun den Weg.
Dumm nur, dass sie heute streiken und vor lauter "In welchen Bundesländern streikt wer wie lange"-Auftzählen in den Nachrichten Hamburg vergessen haben. In den NDR-Nachrichten natürlich. Ich bin nicht die einzige, die mit vollgemülltem Auto versucht, auf der vollgeparkten Straße zu drehen. Es gibt ein kurzes, aber verständnisvolles Verkehrschaos. Alle nicken sich mit fest aufeinander gepressten Lippen zu, und man sieht genau, was alle denken: Wir könnten den Müll einfach über das Tor werfen... Naja, ich denke das. Den anderen ist der Gedanke bestimmt nicht so ganz fern. Aber wir sind ja gut erzogen, wir fahren unverrichteter Dinge.
Auf der Elbchaussee der übliche Stau, und ich bin schon zu spät zu meinem Werkstatttermin für den Käfer. An Müllsäckeausladen vorher ist nicht mehr zu denken, weil wegen dieser dämlichen Heilkräuterpraxis (mit der unfreundlichsten Heilkräutertante aller Zeiten) alles vollgeparkt ist.
Der Mann von der VW-Werkstatt geht mit mir geduldig alles durch, bevor ich den Käfer alleine lasse, und fragt routiniert: Hat er sonst noch irgendwelche Bauchschmerzen? Ich sage: Nö, nur... also wenn Sie die Müllsäcke im Kofferraum und auf dem Rücksitz nicht stören? Er schaut mich groß an, und ich versuche, die Lage zu erklären. Wieviele, will er wissen. Fünf, behaupte ich, naja, vielleicht viereinhalb, schwäche ich ab. Wird dann wohl nix mit Innenreinigung heute?, frage ich hoffnungsvoll. Kriegen wir schon, erklärt er, und am Nachmittag bekomme ich ein sauberes, Müllsack befreites Käferchen zurück. Unglaublich.
Eingestellt von
Henrike
um
9:47 PM
9
Kommentare
Montag, März 03, 2008
"Hell's Bells" ist erschienen!

Und kann jetzt unter anderem hier bestellt werden. Die Anthologie enthält ganz wunderbare Kriminalgeschichten, darunter eine von mir, die auch auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wird. Oder vorgelesen. Oder beides.
Eingestellt von
Henrike
um
7:44 PM
3
Kommentare
Einheimische erklären die Welt, Teil 2
Handwerkermeister G
HH
HH (will nett sein): Da bin ich aber froh, dass Sie mir da so kurzfristig helfen können, ich kann sowas ja nicht.
G (stolz): Tjaha, das is ja auch Männersache!
HH: Ähm, echt jetzt.
G: Jo, was glauben Sie denn, das is nix für Frauen.
HH: Ich dachte, das hat mehr so mit Ausbildung zu tun …
G: Ausbildung? Och, das liegt uns Männern im Blut! Oder ham Sie schon mal ne Frau in dem Job gesehen?
HH: Letzte Woche erst, in Berlin.
G: Na was ich von so einer halten soll … Da weiß doch jeder, was mit der los ist! Ich sach immer, das hier, das is Männerarbeit. Das müssen Frauen nich können. Dafür könnt Ihr andere Sachen. Stricken zum Beispiel. Können wir Männer ja auch nich.
HH: Ich kann nicht stricken.
G: Ach so. Na dann – was machen Sie denn so? Klavierspielen? Hier steht ja eins.
HH: Ist das ein Frauenhobby?
G: Jo, wem’s Spaß macht … Na aber is doch wahr, mit den Frauen und den Männern, ich mein, den Schrank da, den haben Sie doch nie im Leben alleine …
HH: Hab ich.
G: Nee!
HH: Doch.
G: Na, Mensch! Was sag ich denn dazu!
HH: Da frag ich mich, was Sie von so einer wie mir jetzt halten.
Eingestellt von
Henrike
um
5:51 PM
0
Kommentare
Einheimische erklären die Welt, Teil 1
Handwerkermeister M
HH
M: Jo, Mensch, dann sin Sie ja von außerhalb!
HH: Kann man so sagen.
M: Und wohnen jetz hier in Blankenese!
HH: Irgendwie schon …
M: Warum das denn?
HH: Irgendwo muss man ja …
M: Is doch so teuer!
HH: Nee, nich teurer als Innenstadt.
M: Aber da wo ich wohn, da is viel billiger!
HH: Ach …
M: Schenefeld! Na, wo isses am schönsten auf der Welt? In …?
HH: Schenefeld?
M: Jo, richtich! Wir ham wenigstens das richtiche Nummernschild, nämlich PI!
HH: Pinneberg?!
M: Jo, Mensch, ich weiß schon, was die Leute so sagen, Provinz-Idiot und so Sachen, aber immer noch besser als HH! Wissen Sie, wofür HH steht? Na?
HH: Ähm …
M: Halbes Hirn! Mensch, wie kann man so blöd sein und freiwillich HH aufm Nummernschild, sag ich immer, da is mir PI doch lieber!
HH: Ahja.
M: HH sin so scheiß Initialen, da kenn ich nochn paar Abkürzungen, wolln Se hörn?
HH (zeigt aufs Türschild)
M: Oha.
HH: Tja.
M: Das tut mir aber …
HH: Muss nich.
M: Mensch, wenn ich das gewusst hätte …
HH: Schon gut.
Eingestellt von
Henrike
um
5:29 PM
1 Kommentare




.jpg)