Anobella A
HH
Sushichef S
A: Mann, jetzt haben die mir wieder keinen Zucker zum Tee.
HH (schockiert): Da gehört auch keiner rein! Das ist grüner Tee!
A: Ich weiß. Ist mir aber egal. Ich kann nur mit Zucker. Hallo? Tschuldigung?
HH (raunt): Neiiiin, der ist bestimmt total beleidigt!
A: Hallo! Kann ich mal Zucker?
S (total beleidigt): Nein!
A: Doch!
S: Nein!
A: Doch!
S: Nein!
HH (flüstert): Du kannst ihn doch einmal ohne trinken.
A: Nein!
S: Sehe Sie, nein!
A: Doch!
S: Nein!
A: Dochdochdochdochdoch!
S (flucht und holt Süßstoff)
A: Geht doch.
S: Dürfe Sie keine Mensch sage.
HH: Bleibt unser Geheimnis.
S: Mach ich sons nie!
HH: Es wird keiner merken.
S: Is schlech für Tee!
A: Ich brauch meinen Zucker.
HH: Das ist Süßstoff.
A: Hauptsache süß.
HH: Trink doch lieber meine Cola.
A: Bäh.
S: Mach Tee kaputt!
A (haut Süßstoff in den Tee): Ich trink den NUR so. Fertig.
S (nervliches Wrack)
A: Ach, und kann ich vielleicht noch ne Gabel?
S: Für Sushi???
HH (raunt): Nimm die Finger! Nimm die Finger!
A (knurrt)
HH (zu S): Alles okay! Alles okay! Uns geht's gut! Prima Sushi, echt!
S (geht weinend hinter die Theke)
Montag, März 08, 2010
Sushi
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Henrike
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12:26 PM
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Gelungene Anmachsprüche
Party. Es gibt sehr viel Alkohol.
21:05: Heeey, wir kennen uns doch! Woher kennen wir uns?
21:52: Ich weiß zwar nicht, wer Sie sind, aber auf Sie habe ich den ganzen Abend gewartet!
22:38: (Blick aufs Namensschildchen) Ich bin ja ein großer Fan von Ihnen, Henriette.
23:47: Huch, da wollte wohl das Schicksal, dass wir aufeinanderstoßen!
00:29: Ich plane einen Film, und dafür brauche ich noch eine rothaarige Krankenschwester.
01:51: Wollen Sie sich nicht ein Taxi mit mir teilen? Wir haben doch sicher denselben Weg.
02:37: Ich stell mich einfach mal neben dich, ja?
03:14: Wer bistn du? Weil, mich kennst du bestimmt. Ich bin berühmt.
04:02: Kommsenochmitwohinwastrinkn?
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Henrike
um
12:10 PM
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Mittwoch, März 03, 2010
Heute im Radio
Die Männer sind alle Verbrecher, sang die Knef. Pah! Die Frauen auch! Zumindest, wenn es nach unserem diesmonatigen Gast geht. Als Henrike Heiland schreibt sie lustige Böse-Mädchen-Bücher, aber als Zoe Beck zieht sie alle Psycho-Crime-Register und mordet und marodiert nur so durch die arglosen Buchseiten. Wir schmeißen uns in unsere Bond-Girl-Bikinis und halten unsere Wasser-Pump-Guns im Anschlag, um da zumindest stylemäßig mithalten zu können. Damit sich heute das Verbrechen auszahlt und alle einschalten und zuhören, haben wir bei einem Raubzug durch die musikalische Welt reiche Beute gemacht, die wir dann on air verdealen. Aber PSSST, damit uns niemand auf die Schliche kommt!
WORTPONG VERBRECHEN
HEUTE
FSK (93,0 MHz/ 101,4 im Kabel)
livestream: fsk-hh.org
www.wortpong.de
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Henrike
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11:53 AM
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Dienstag, März 02, 2010
Shopping
HH (hält ein Teil in der Hand und wartet darauf, endlich an der Kasse dranzukommen)
Verkäuferin V (ignoriert HH)
Kundin K (probiert den gesamten Laden an)
K: Ach das probier ich auch noch mal an. Obwohl mir die Farbe ja gar nicht steht. Aber ich kauf ja immer nur bei Ihnen. (geht in die Umkleide) Ich habe ja zum Beispiel nur Gürtel von Ihnen. Ich kauf ja nie woanders als bei Ihnen. (kommt mit dem Teil raus und schaut HH fragend an) Steht mir nicht, oder? Na gut, ich zieh's wieder aus. Aber das hier nehm ich noch mit und probier es an. Obwohl ich jetzt schon weiß, dass mir der Ausschnitt nicht gefällt. (geht in die Kabine mit dem neuen Teil) Wissen Sie, ich kauf wirklich nie woanders als bei Ihnen. Ich komme ja extra zu Ihnen nach Blankenese, ich müsste ja eigentlich nicht nach Blankenese, ich wohne ja in Othmarschen, da muss man nicht nach Blankenese, aber wegen Ihnen komm ich nach Blankenese. (kommt aus der Kabine) Wie ist das? Der Ausschnitt gefällt mir nicht. Ich probier jetzt mal diesen Rock an. (verschwindet mit dem Rock in der Kabine)
V (räumt die Sachen weg): Also ich fand das jetzt aber gar nicht so schlecht ...
HH: Könnt ich zwischendurch mal eben zahlen?
K (aus der Kabine): Wissen Sie, das einzige, was ich in Blankenese muss, ist mein Urologe. Ich könnte auch in Othmarschen, da ist einer in der Waitzstraße. Aber ich bleibe bei meinem Urologen, weil ich dann immer bei Ihnen einkaufen gehen kann. Nicht, dass ich oft zum Urologen müsste, nur ab und zu mal. Wegen der Blase, zum Beispiel. Die verkühl ich mir ja ab und zu mal.
HH (raunt): Ich würde jetzt wirklich gerne bezahlen.
K (kommt aus der Kabine, dreht sich vorm Spiegel): Oder wegen der Nieren. Man muss ja auch mal nach den Nieren schauen lassen. Wissen Sie, ich bin da nicht oft. Einmal im Monat oder so, das ist ja nicht oft. Kennen Sie den Urologen hier?
V: Ähm, ich weiß nicht, aber ...
K: Dieser Rock ist nichts. Hab ich den da schon anprobiert? Also meine Blase, das ist wirklich so eine Sache. Gerade bei dem Wetter, da habe ich doch öfter mal ...
HH: Herrje, ich will das nicht hören!
K (starrt HH an): Haben Sie ein Problem mit Ihrer Blase?
HH: Nein. Aber ich will eigentlich von Ihrem nichts wissen.
K (zu V): Ihre Kollegin ist aber sehr unhöflich.
HH: Ich KAUFE hier! Ich VERKAUFE nicht! Also ich HOFFE, dass ich das Teil hier jetzt endlich mal kaufen kann.
V (schraubt sich zur Kasse): Ach Sie wollen das wirklich kaufen?
HH: Jaaa?
V: Ich hab Sie hier ja noch nie gesehen.
HH: Darf man hier erst kaufen, wenn man Ihnen die Geschichten vom Gyn erzählt oder was?
K: Urologe! Mein Frauenarzt ist eine Frau!
V: Ich geb Ihnen die Jacke für 100 Euro, weil Sie warten mussten.
HH: Ich werde glaube ich keine Stammkundin.
K: Wollen Sie die Adresse von meinem Urologen? Der ist gut! (verschwindet in der Kabine)
HH: Ist das hier immer so?
V: Was denn?
HH: Schon gut.
K (aus der Kabine): Die Frau musste bestimmt nur mal aufs Klo!
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Henrike
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11:47 PM
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Samstag, Februar 27, 2010
Nominiert für den Friedrich Glauser-Preis, bester Kurzkrimi
Zoe Beck mit "Draußen", aus "München blutrot", von der Kölnisch-Preußischen Verlagsanstalt.
Hier sind alle Nominierten.
Glückwunsch an alle (Mit-)Nominierten!
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Henrike
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7:55 PM
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Freitag, Februar 12, 2010
Schreibübungen
Wie ist das jetzt eigentlich: Ist Jens Lindner ein Vertreter der neuen Generation, so von wegen Mash-up und Remix, achja, und Intertextualität? Wird er auch für einen Buchpreis nominiert werden, und wird man ihm ebenfalls Talent bescheinigen? Oder hat er nur schnöde abgeschrieben, weil er von sich aus nicht weiterkam, im eigenen Stil unsicher war und nicht richtig plotten konnte? Oderwieoderwas? Und wenn er, der auf seiner Homepage schon mit Zitaten um sich wirft wie kaum einer, ein talentloser Dieb ist, warum dann nicht Hegemann? Aber mal anders gesehen: Dass eine 17jährige noch auf der Suche nach ihrem eigenen Stil abschreibt, dass sie Fremderfahrungen hernimmt, weil die eigenen nun mal fehlen - das kann man sich ja fast schon denken. Sie sucht halt noch. Sie hat trotzdem Mist gebaut. Und viel Geld damit verdient. Und ihr Vater, der ja nur mit fremden Texten arbeitet, um sie irgendwie in einen neuen Kontext zu setzen, wird ihr auch nicht gerade eine Strafpredigt halten. Oder doch, wer weiß das schon.
Jedenfalls, abgeschrieben haben sie beide, ohne die Quelle zu nennen. (Etwas zu widmen, ist keine Quellenangabe, Frau Hegemann.) Das Urheberrecht zum Teufel gejagt und deutlich gemacht, dass es ihnen nichts wert ist, haben sie auch beide. Hegemann streitet dabei sogar noch die Existenz von Originalität ab. Na ja, sie ist ja noch klein, und manche Sätze, die sie sagt, hören sich an, als hätte sie jemand anders gesagt, das ist oft so mit 17, da sucht man halt noch und findet sich toll, wenn man solche Sätze sagt. Die Kontexte lernt sie vielleicht noch, und die eigene Meinung kommt hoffentlich auch eines Tages. Wenn sie wirklich begabt ist, kann sie ja dann noch mal ein Buch schreiben. Und Herr Lindner? Sollte mal seine Homepage überdenken. Und seinen Buchvertrag. Im Grunde sollte man ihm dankbar sein, denn scheinbar kommt es doch alles irgendwann ans Licht. Gut für die, die noch selbst schreiben, weil sie das ernst nehmen mit dem Urheberrecht und dem Plotten und dem Stilfinden.
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Henrike
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11:24 AM
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Donnerstag, Februar 11, 2010
Woche, bisher
Montag: Heizungsableser ist Berufsalkoholiker und kippt erstmal seine Ration Korn, bevor er anfängt.
Dienstag: Zwei Automechaniker heben den Käfer vom Eis, um festzustellen, dass die Handbremse festgefroren ist.
Mittwoch: Verpasse zwei S-Bahnen, weil sie wundersamerweise auf einem anderen Gleis als sonst abfahren. Jedenfalls dachte ich. Na egal.
Donnerstag: Der Paketbote wirft die Pakete in den Hausflur und haut ab, bevor ich unterschreiben kann. Vermutlich sind ihm die Pakete zu schwer. Mir auch. KÖNNTE so tun, als hätte ich nie die Pakete erhalten, aber man will ja kein mieses Karma sammeln.
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Henrike
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12:56 PM
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Mittwoch, Februar 10, 2010
Kurzprosa
Letztens auf der Damentoilette, an der Toilettentür:
"Gibt's eigentlich gar keine Klosprüche mehr?"
"Nee, wozu auch, wenn alle so doof sind wie deiner."
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Henrike
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1:07 AM
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Donnerstag, Februar 04, 2010
Termine update
20.2. Wiesbaden, Literaturhaus Villa Clementine, mit Christiane Franke, Helge Thielking, Thomas Askan Vierich und der Debüt-Glauser-Gewinnerin 2009 Lucie Klassen.
Moderation: Alexander Pfeiffer. Beginn: 20:00.
6.3. Köln, Domforum, mit Frank Schätzing, Ralf Kramp, Andreas Izquierdo, Michel Birbaek. Beginn: 19:30.
10.3. Hamburg, Le Kaschemme: Schottischer Abend mit Axel Bogdan (Gitarre und Gesang)
21.5. Hamburg, Speicherstadtmuseum, mit Gunter Gerlach: Kriminacht mit schwarzem Humor. Moderation: Bärbel Dahms. Beginn: 19:30. Eintritt 9,50 Euro, erm. 7,50 Euro. Anmeldung empfohlen! Tel. 040 32 11 91
info@speicherstadtmuseum.de
21.6. Kerpen, Buchhandlung Moewes, Hahnenstraße 32. Lesung aus "Das alte Kind"
18.7. Starnberg, Krimi-Dampfer, mit Philipp Moog, Oliver Pötzsch, Sabine Thomas. Kurzkrimis vom Starnberger See aus der Krimi-Anthologie “Tatort Starnberger See”. Auf der MS Starnberg
Ab/an: Starnberg, Dampfersteg (direkt am Bahnhof)
Fahrtdauer ca. 3 Std. Reservierung erforderlich unter textfactory@t-online.de
26.10. Bochum, Bergbaumuseum. Lesung mit H.P. Karr, aus: "Hängen im Schacht".
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Henrike
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11:58 PM
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Taxi
Taxifahrer T
HH
T: ... und dann hab ich noch einen Bruder, und der macht was ganz Tolles. Der schreibt.
HH: Oh.
T: Ja. Der hat so viel Phantasie ...
HH: Ahja.
T: Sie glauben ja gar nicht, wie viel Phantasie man braucht, um ein ganzes Buch zu schreiben!
HH: Och ...
T: Jedenfalls, der hat ein ganzes Buch geschrieben. So Edgar Wallace irgendwie, aber dann auch so englisch und deutsch, alles zusammen.
HH: Soso.
T: Und dann hat der das weggeschickt.
HH: Ah?
T: Na, aber die wollten das nicht.
HH: Hm.
T: Die haben ihm gesagt, das sei ja wohl das Werk eines Verrückten.
HH: Echt!
T: Ja. Na, aber ich frag mich ja trotzdem manchmal, ob ich nicht auch mal so ein Buch schreiben sollte.
HH: Oha.
T: "Meine lustigsten Taxigäste", zum Beispiel.
HH: Mhm.
T: Das wollen die Leute doch lesen.
HH: Jo.
T: Dann würde ich einfach aufschreiben, was mir so passiert. Den ganzen Tag.
HH: Mhja.
T: Ich frag mich, was das wohl kostet, so ein Buch zu schreiben.
HH: Ähm ...
T: Bestimmt muss man da was investieren.
HH (hüstelt)
T: Na, egal. Sie wissen das bestimmt auch nicht. Jedenfalls hab ich meinem Bruder gesagt, wenn ich mal einen Taxigast hab, der was mit Büchern macht, geb ich ihm sein Buch. Und erzähl von meiner Idee mit den lustigsten Taxigästen.
HH: Mmmmmmf.
T: Soisdas. Und Sie? Was machen Sie denn so?
HH: Ich müsste da vorne dann links an der Ecke raus, wär das okay?
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Henrike
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2:11 AM
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