Samstag, Juni 27, 2009

Stuart MacBride

Da muss ich es nicht schon wieder sagen, jedenfalls nicht in Länge, sondern nur kurz: Lest Stuart MacBride.
Thomas Wörtche nimmt ihn sich hier nämlich in lang vor.

Freitag, Juni 26, 2009

Zugereist

An der Fleischtheke.

Fleischfachverkäuferin F
HH

HH: ... und dann noch da von den Wienern zwei Stück.
F: Sagen Sie, was ich Sie schon immer mal fragen wollte ...
HH (misstrauisch): Ja?
F: Ich kenn Sie ja nun so ein bisschen vom Sehen, Sie kaufen ja hier öfter mal ...
HH (misstrauisch): Ja?
F: Sie sind doch aus Süddeutschland, oder?
HH: Ähm ...
F: Sind Sie zu Besuch hier?
HH (baff): Warten Sie mal ... Lassen Sie mich kurz nachdenken ... Ich kaufe bei Ihnen seit über einem Jahr meine Lammrücken und Filetsteaks und Putenwiener. Und Sie denken, ich bin seit über einem Jahr hier zu Besuch?
F: Na ja soll's ja alles geben, was man so hört ...
HH: Ich wohne hier.
F: Aber nicht schon immer!
HH: Seit etwas über einem Jahr. Seit ich bei Ihnen meine Dings kaufe.
F: Sie reden nun mal so.
HH: Ja! Und?
F: Das fällt auf!
HH: Und?
F: Da weiß man gleich, dass Sie nicht von hier sind.
HH: Viele Leute sind nicht von hier und sind trotzdem glücklich!? Oder worüber reden wir gerade?
F: Ich mein ja nur. Ich hab nicht so viele Leute von außerhalb.
HH: Ich w o h n e jetzt hier!
F: Aber Sie s i n d nicht von hier!
HH (sprachlos)
F: Das h ö r t man!
HH: Geben Sie mir meinen verdammten Lammrücken!

Donnerstag, Juni 18, 2009

Die Jacke

Im Wartezimmer.

Dramatis Personae:

Er (ca. 85)
Sie (ca. 85)
Patient (ca. 45)

Er: Dass die hier immer klassische Musik spielen müssen.
Sie: Ist doch nett.
Er: Immer Musik.
Sie: Ach, das macht doch nichts.
Er: Da kann man sich gar nicht konzentrieren.
Sie: Du musst dich doch auch im Wartezimmer nicht konzentrieren.
Er: Aber wenn ich mich konzentrieren müsste, könnte ich es nicht.
Sie: Das musst du aber nicht.
Er: Früher konnte ich mich überall konzentrieren.
(Patient geht raus)
Sie: Ja? Ich kann das ja heute immer noch ganz gut. Ach, sieh mal, der Mann, der gerade aufgestanden und rausgegangen ist. Der sieht aus wie der Joachim.
Er: Weiß ich nicht. Wieso sieht der aus wie der Joachim?
Sie: Doch, wirklich. Ich hab ja ein gutes Personengedächtnis.
Er: Das hatte ich früher auch mal.
Sie: Ich hab es immer noch. Für Gesichter. Gesichter merk ich mir immer. Nur die Namen dazu nicht. Aber dann sag ich immer zu den Leuten: Sie wissen ja selbst, wie Sie heißen.
Er: Früher konnte ich mir auch immer Leute merken. 140 Leute hab ich mir da gemerkt, wie nichts! 140! Und ich war für alle verantwortlich! Früher! Sag mal, die Jacke da.
Sie: Ja, stimmt, die hängt da schon die ganze Zeit. Vielleicht hat die jemand vergessen, gestern, als es so warm war.
Er: Nein, da war es so warm.
Sie: Ja, eben.
Er: Niemand ist gestern mit Jacke gegangen.
Sie: Vielleicht gehört sie dem Herrn Doktor.
Er: Dem Herrn Doktor? Diese Jacke?
Sie: Ja, stimmt. Mit sowas läuft der Herr Doktor nicht rum. Passt nicht zu ihm.
Er: Obwohl ja heute alles möglich ist. Heute macht man alles. Heute ist man individuell. Da isst man überall und trinkt auf der Straße Kaffee und zieht einfach irgendwelche Sachen an. Früher habe ich mich immer gut angezogen.
Sie: Tust du immer noch.
Er: Heute dürfen sie alles. Jeder anders, wie er denkt. Man ist individuell.
Sie: Aber trotzdem glaube ich nicht, dass der Herr Doktor mit so einer Jacke ...
Er: Der ist doch auch so individuell, der Herr Doktor.
Sie: Ach, das darf er doch ruhig.
Er: Mit dem Kaffee in der Hand auf der Straße hab ich ihn gesehen. Ganz individuell, der Herr Doktor.
Sie: Und hatte er diese Jacke an?
Er: Nein. Aber es war auch so eine individuelle. Die passte so richtig dazu, dass er mit dem Kaffee in der Hand auf der Straße herumlief. Bestimmt hat er auch schon auf der Straße gegessen. Pizza oder sowas.
Sie: Ach, das kann ich mir nicht vorstellen. So einer ist der Herr Doktor doch nicht.
Er (steht auf): Aber mit dem Kaffee.
Sie: Wo willst du denn hin?
Er: Ich frag jetzt mal die Mädchen da draußen, ob denen die Jacke gehört.
Sie: Aber das ist doch eine Männerjacke. Und jetzt setz dich wieder hin.
Er: Ganz individuell, die Mädchen. Tragen ja auch Hosen. Aber das tun sie ja schon lange. Man gewöhnt sich sogar dran, dass sie Hosen tragen.
Sie: Das ist nun wirklich nicht sehr neu.
Er: Ich frag jetzt mal.
(Die Tür geht auf, der Patient von vorhin nimmt sich seine Jacke und verschwindet wieder.)
Sie: Ach, das hätte ich ja nun gar nicht gedacht.
Er: Der sah gar nicht so individuell aus.
Sie: Aber zu dem passt die Jacke.
Er: Der erinnert mich an jemanden. Erinnert der mich an jemanden?
Sie: An den Joachim.
Er: Der ist doch viel jünger. Der studiert doch noch. Oder welcher Joachim?
Sie: Ja, doch.
Er: Der Joachim würde doch nie mit so einer Jacke!
Sie: Jetzt setz dich wieder hin. Wir sind gleich dran.
Er: Wenn der Joachim fertig studiert hat und eine eigene Praxis macht, dann macht der bestimmt doch keine klassische Musik im Wartezimmer.
Sie: Vielleicht bleibt er ja im Krankenhaus.
Er: Meinst du, da spielen sie dann auch Musik?
...

Dienstag, Juni 16, 2009

Liebe Übersetzer.

Nicht, dass ich mich auskennen würde, aber ich finde, so ein englisches "Uh-huh" gehört übersetzt. Wie sieht das denn aus, im deutschen Text. Das kapiert doch keiner.

Ach, Gießen hat ja jetzt auch eine Krimibuchhandlung.

Sie heißt Miss Marple's, hat aber nichts mit der Miss Marple in Charlottenburg zu tun.

Montag, Juni 15, 2009

Håkan Nesser im Gespräch

Mit mir. Beim Titelmagazin.

Vote for the Crime Novel of the Year!

Und zwar hier. Mo Hayder, Ian Rankin, Reginald Hill, Stuart MacBride, Peter Robinson, Val McDermid ... Alle vertreten. Da fällt die Wahl schwer.

Tartan Noir & Whisky in Gießen!

2.07.09: Zoe Beck liest in Gießen. Beginn: 20 Uhr. Eintritt: 5 €
inkl. Whiskyverkostung. Begrenzte Teilnehmerzahl. Nur mit vorheriger Anmeldung:
Weinrebe Gießen (Marc Colavincenzo)
Am Lindenplatz
35390 Giessen
Tel: 0641 - 363 55

Mittwoch, Juni 10, 2009

Das muss man sich auch mal, also.



Wirklich lustig ist, dass die mit dem Polizeiauto und mit dem Krankenwagen den ganzen Tag immer die einzige Straße rauf und runterfahren.

Theaterkanal

Am Telefon mit der Telekom.

Telekommitarbeiterin T
HH

HH (wird SOFORT durchgestellt): Huch! Ich meine, hallo!
T: Was kann ich für Sie tun?
HH: Mich hat da vor zwei Wochen so ein Kollege von Ihnen angerufen wegen diesem Entertainpaket. Schnelleres Internet und Fernsehen über den Rechner und Dings.
T: Ja? Davon seh ich aber nichts in den Daten.
HH: Könnte sein, dass ich deshalb anrufe. Er wollte mir nämlich was schicken, und das ist nie angekommen.
T: Na sowas! Dann seh ich gleich mal nach ... (Warteschleifenmusik in plärrender Lautstärke) Danke, dass Sie gewartet haben. Hier haben wir's. Im November 2008 ging der Auftrag bei uns ein ...
HH (räuspert sich): ... vor zwei Wochen ... nicht vor einem halben Jahr ...
T: Nein. Vor zwei Wochen war hier nichts.
HH: Vor einem halben Jahr wollte ich dieses Entertainpaket noch nicht haben.
T: Moment. (Warteschleifenmusik in plärrender Lautstärke) Danke, dass Sie gewartet haben. Davon steht hier nichts.
HH: Jedenfalls, damals wollte ich es nicht haben, da war es auch noch teurer, aber dann haben Sie es mir doch geschaltet, und ich musste es kündigen, obwohl ich es nicht haben wollte, und war drei Tage ohne Internet. Das war doof. Und vor zwei Wochen rief dann Ihr Kollege an und meinte, jetzt sei es viel billiger und außerdem gibt's da ja den Theaterkanal. Den hätte ich gerne. Deshalb.
T: Dann bestell ich das jetzt für Sie?
HH: Nein! Das hat doch schon Ihr Kollege! Aber ich habe noch keine Post bekommen! Nicht, dass ich es nachher doppelt habe.
T: Ich schau mal nach. (Warteschleifenmusik in plärrender Lautstärke) Danke, dass Sie gewartet haben. Ich glaube, ich habe den Fehler gefunden. Der Auftrag wurde an Ihre Berliner Adresse verschickt.
HH: Ich habe keine Berliner Adresse. Ich wohne seit anderthalb Jahren in Dings. Hamburg.
T: Aber in unserem Computer steht eine Berliner Adresse.
HH: Das kann nicht sein. Ich bekomme doch auch die Telefonrechnungen mit der richtigen Adresse. Und außerdem, wieso schickt Ihr Kollege die Sachen nach Berlin, wenn er mich vorher unter einer Hamburger Nummer angerufen hat? Na? Na?
T: Einen Moment, bitte. (Warteschleifenmusik in plärrender Lautstärke) Danke, dass Sie gewartet haben. Ich habe den Berliner Datensatz jetzt mal rausgenommen. Da steht jetzt nur noch ... Oh.
HH: Oh?
T: Hamburg, ja?
HH: Und was war oh?
T: Haben Sie schon mal in München gewohnt?
HH: Das ist jetzt nicht wahr! Das ist so lange her, da erinnere ich mich schon gar nicht mehr dran.
T: Ähm, ich nehm das mal raus.
HH: Langsam versteh ich das mit dem Datenskandal und der Telekom.
T: Jetzt haben wir nur noch die Hamburger Adresse!
HH (zweifelt): Ich weiß gar nicht mehr, ob ich das noch so gut finde.
T: Wollen Sie doch kein Entertainpaket?
HH: Doch. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es jemals an die richtige Adresse kommt.
T: In drei Wochen haben Sie Ihren Theaterkanal. Versprochen.
HH: Ich weiß nicht ...
T: Ich schenke Ihnen auch die Versandgebühren ...
HH: Ich weiß immer noch nicht ...
T: ... und eine Gutschrift von 50 Euro!
HH (lässt sich weichkochen): Na gut. Aber nach Hamburg, ja?
T: Wir können ja noch mal die Adressen vergleichen ...