... denke ich so über das Krimischreiben nach und stelle fest, dass es ein kompletter Unfug ist, den wir da betreiben. Die echten Kommissare von der Mordkommission langweilen sich ja meist in Wirklichkeit furchtbar und tischen einem dann immer irgendwelche Ungelösten von vor 20 Jahren auf, damit ihr Job ein bisschen besser klingt. Nämlich was sie sonst so machen - da lohnt sich kein Krimi.
Ich meine, letztens erst erzählte mir der eine von dem Mord an der Thai. Riesensoko gegründet, alle auf vollen Touren gearbeitet, weil: Massenscreening. Sie hatten DNA gefunden. Alle Männer im Umkreis von soundsovielen Kilometern herbeizitiert. Und ratet mal, wer's war: Der einzige Kerl, der bei seinem Termin angeblich krank war und zum zweiten auch nicht so recht antanzen wollte. Schwupp, Täter gefunden. Durch DNA-Abgleich.
Oder dann, der Fall mit der Oma im Lichtschacht. Arbeiten am Haus des Bauern. Der Handwerker muss was am Mauerwerk machen und findet die tote Oma im Lichtschacht. Polizei kommt, Kommissar fragt den Sohn von der Toten, wie die alte Frau denn da so reinkommt. Er behauptet, sie hätte einen Herzinfarkt gehabt, er wollte sie ins Krankenhaus fahren. Zu diesem Zweck warf er sie sich über die Schulter, die infarktgeschädigte Oma rutschte ihm über die Schulter und glitt elegant in den Lichtschacht. Tot. Na, da hat er sie dann gleich dringelassen. Natürlich stimmten Verletzungen und Lage der Toten nicht mit dem Schmarrn überein, und so ziemlich jeder im Dorf wusste, dass die Oma ein ziemlicher Besen war und ihrem Sohn entsetzlich auf den Keks ging mit ihrem Getue und Genörgel und Gekreische. Handschellen, das war's. Weil, sagte mir der Kommissar, in echt sind die Täter ganz oft ganz schön stulle, und wir bei der Polizei können ne ganze Menge lustige Sachen, von denen die noch gar nichts wissen, CSI hin oder her.
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