Mein Körper macht gerade Sachen, über die ich mich mit ihm länger und ausführlicher unterhalten muss. Daher Rückzug und eine Weile Pause...
Denkt an mich!
H.
Samstag, Oktober 20, 2007
Pause
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Henrike
um
10:52 PM
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Donnerstag, Oktober 18, 2007
Malzbier (Heimat)
Dramatis Personae:
HH
Papa
HH: Hm, ich hätt so gerne ein Malzbier, ich fahr mal zum Getränkemarkt.
P: Was denn, um die Zeit?
HH: Ist doch erst neun.
P: Ja eben!
HH: Haben die nicht bis zehn…?
P: Nä!
HH: Und die Tankstellen?
P: Seit zwei Minuten nicht mehr.
HH: Oh… Alle?
P: Naja, in Wetzlar, aber das ist doch jetzt zu weit.
HH: Das sind keine zehn Kilometer!
P: Aber um die Zeit! Wegen nem Malzbier! Kein Mensch fährt um die Zeit nach Wetzlar an die Tankstelle wegen nem Malzbier! Trink doch ein normales Bier!
HH: Ich trinke NIE normales Bier, das find ich doof!
P: Du kannst ruhig auch mal was so machen, wie das andere Leute machen.
HH: Pfff. Ah ich weiß was. Unten die Gaststätte, die haben Malzbier!
P: Du willst Dich doch jetzt nicht in die Kneipe setzen und ein Malzbier trinken?! Ganz allein?!
HH: Nee, die haben das bestimmt in Flaschen, dann kauf ich einfach da eine Flasche.
P: Das geht nicht.
HH: Wieso nicht?
P: Das kann man doch nicht machen.
HH: Wenn ich dafür bezahle, kann ich doch eine Flasche Malzbier mitnehmen!
P: Kein Mensch geht in eine Kneipe und kauft eine Flasche Malzbier!
HH: Und warum nicht? Wenn doch alles andere zu ist?
P: Das geht nicht! Was sollen die denn von Dir denken!
HH: Die kennen mich doch gar nicht!
P: JEDER kennt Dich hier!
HH: Wär Dir das peinlich oder was?!
P: Peinlich, was heißt denn da peinlich, das wär halt… Das macht man nicht!
HH: Sag mal, Du findest mich schon irgendwie komisch, kann das sein?
P: Ich muss jetzt mal hier… Da ist Fußball im Fernsehen… Ich kann jetzt nicht…
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Henrike
um
12:06 AM
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Mittwoch, Oktober 17, 2007
Dienstag, Oktober 16, 2007
Dinge, die mich schon mit 14 genervt haben:
Bei meinem ersten und letzten Depeche Mode-Konzert war ich ungefähr 20 Minuten, damals, vor 18 Jahren. Meine Freundin Kerstin wollte unbedingt hin, ich wollte unbedingt nicht hin, wurde aber überstimmt. Wir erwischten einen Einlass der Frankfurter Festhalle, der uns direkt vor die Bühne beförderte. Noch während der Vorband war alles gut. Man hatte Platz, es war ruhig, keiner achtete auf das, was auf der Bühne geschah, sehr schön. Als der DM-Auftritt näherrückte, tat es auch die Meute, bestehend aus kleinen Mädchen etwa in meinem Alter. Sie hatten Teddybären dabei und sagten Dinge wie: Beim letzten Mal stand ich auch schon in der ersten Reihe, und da hat er mich die ganze Zeit angeschaut, bestimmt erkennt er mich jetzt wieder. Sie stritten, wer seinen Teddy zuerst wohin werfen durfte. Die Mädchen drängten immer weiter vor, und ich fand mich unfreiwillig gegen die Absperrung gequetscht. Als die Herren endlich erschienen, hatte ich plötzlich ganz viel Platz: Um mich herum waren alle in Ohnmacht gefallen. Die Sanitäter zogen die Mädchen nach draußen, ich folgte irgendwann, desinteressiert, vertrieb mir die Zeit bei McDonald's, bis auch Kerstin endlich auftauchte, und ja, das war mein erstes und letztes Depeche Mode-Konzert.
Jetzt sind diese kreischenden Mädchen mit dem Depeche Mode-Fimmel älter geworden und machen solche Dinge mit ihren Autos.
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Henrike
um
4:37 PM
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Fachwerkterror
Wie soll man denn da... Also, kein Wunder, dass ich... Oder??? Aufwachsen in der Postkarte, Teil 1. Wo's ist, steht drunter.Wetzlar, Brotschirn
Am Schillerplatz, Wetzlar
Irgendwo in Lich
Irgendwo in Lich
Braunfels, Marktplatz unterm Schloss
Ähm, Braunfels, oder? (Überblick verloren)
Geranio in Braunfels. Macht super Essen
Nochmal irgendwo in Lich
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Henrike
um
4:18 PM
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Ausflug nach Oberhessen
Da kommt ja das Bier her, das berühmte. Licher. Aus dem Herzen etc. Also aus Lich. Im Schloss wohnt der Graf zu Solms-Hohensolms-Lich. Und so sieht's da aus, bei dem Grafen zu Hause:
Bisschen weiter um die Ecke, immer noch historische Altstadt: Zahnärzte. Kreative Nutzung denkmalgeschützter Bausubstanz. Hervorragend.
Licher Bier-Serie:
Das mit den Bitburgerkästen hab ich nicht ganz verstanden.
(Mein Papa sagt gerade: Die Bitburger sind die Chefs von Licher, die haben die Mehrheit übernommen. Aha.)
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Henrike
um
3:55 PM
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Kindheit revisited
Tja. Die alte Lahnbrücke. Beliebtes Fotomotiv, aber eigentlich mehr von der anderen Seite, damit man die Altstadt und den Dom besser drauf hat. War aber zu faul, rüberzulaufen.
Am Eisenmarkt. Früher stand man dort und unterhielt sich stundenlang, quasi im Vorbeigehen, nicht ohne durchgehend anzumerken, man habe gar keine Zeit. Heute hat auch der Wetzlarer das ImOderVormCaféSitzen für sich entdeckt, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen (weil, im Café saß man früher nur, wenn man zu viel Zeit oder zu viel Geld hatte, arbeitslos oder Rentner war). Es gibt sogar Feinkost- und Bioläden, und manche Menschen sprechen von Wellness und solchen Dingen. Doch, es ändert sich etwas. Nur eben immer ein bisschen später. Ca. 10 Jahre im Schnitt.
Der Wetzlarer Dom, nie vollendet, nicht wirklich schön, aber immerhin Wahrzeichen und von gewissem architektonischen Interesse, weil so ziemlich jeder Baustil vertreten.
Es gab auch mal Arbeit. Leitz, Buderus, Hensoldt. Da arbeitete dann jeder. Im Grunde kategorisierten sich die Wetzlarer ein in "Der ist doch bei Buderus" oder "Der ist doch bei Leitz" (das hieß damals noch Leitz und hatte nichts mit den Ordnern zu tun, jetzt heißt es Leica) etc. Genaue Berufsbezeichnungen erübrigten sich, das war nicht so wichtig. Es gab auch mal zwei große Bundeswehrkasernen und im nicht weit entfernten Gießen einen Natostützpunkt mit vielen Amerikanern. Irgendwann gab es das alles nicht mehr so richtig, und dann, naja, änderte sich vieles.
Meine alte Musikschule. Die sah nicht immer so schön aus. Die wurde eigentlich ständig umgebaut und renoviert. Eine Weile musste ich über die Feuertreppe raufklettern, weil die Haupttreppe gemacht wurde. Ich hatte das schon erwähnt, das mit der Höhenangst?
Bei Klassik Knell wurden immer alle Noten gekauft. Und die CDs dazu (früher Schallplatten, aber er war einer der ersten mit CDs, jawohl.) Knell dirigierte auch ein Orchester, mit dem ich hin und wieder, Haydn, Beethoven, Bach, solche Sachen, sogar mal Saint-Saens, aber das ist nun auch schon so lange...
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Henrike
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3:21 PM
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Donnerstag, Oktober 11, 2007
Klischees
Frankfurt, Buchmesse
Dramatis Personae:
R (Lokalreporter)
B (schwuler Buchhändler)
HH
R: So, meine erste Frage: Frauen und Krimis.
HH: Aha?
R: Ja.
HH: Und die Frage war noch mal wie genau?
R: Warum.
HH: Warum was?
R: Warum schreiben Frauen Krimis?
HH: Äh, aus demselben Grund wie Männer? Weil’s Spaß macht?
R: Nein, nein. Das stimmt doch so nicht.
HH: Oh, na gut …
R: Frauen schreiben doch ganz anders als Männer.
HH: Tun sie?
R: Natürlich!
HH: Die Frage hat mir ehrlich gesagt heute schon mal jemand gestellt, und ich hab sie nicht beantwortet.
R (ganz Quizmaster): Aber die Antwort ist ganz einfach!
HH: Die Antwort ist ganz einfach?
R: Na, Frau Heiland! Das liegt doch auf der Hand!
HH: Also das find ich jetzt irgendwie … Das sind doch lächerliche Klischees …
R: Klischees! Es ist die Wahrheit! Wir Männer sind einfach zu viel mehr Brutalität bereit, wir sind …
B (unterbricht): Juuuuuhuuuu! Rieke, mein Engelchen! Sag mal, Käffchen nachher? Ich MUSS Dir unbedingt von gestern Abend erzählen, dieser eine Typ bei mir im Hotel … Oh GOTT, diese Handtasche! Wo hast Du die gekauft! Ich will auch so eine! Also bis gleich, Bussi! (rennt weg)
HH (zerstreut): Ähm … Wo waren wir?
R: Egal. Nächste Frage.
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Henrike
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8:46 AM
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Dienstag, Oktober 09, 2007
Frühstück (Heimat reloaded)
Morgens um elf, man hat noch Dinge zu Frühstückszwecken stehen lassen, von denen man annimmt, dass ich sie verwerten könnte. Nach zweiunddreißig Jahren liegt man auch nicht mehr ganz so schlimm daneben, vielleicht liegt es aber auch an der Stiefmutter, die sich solche Dinge einfach besser merken kann.
Niemand ist zu sehen, auf dem Küchentisch liegt ein Zettel, und die ersten Worte lassen mir den Atem stocken: Auf der Suche nach der verlorenen... steht da, und ich denke in diesem Bruchteil einer Sekunde, bevor ich weiterlese, ich denke Proust? Mein Vater? Das kann nicht! Nicht nach Jahren endloser Vorträge über die Sinnlosigkeit eines Literaturstudiums und die Brotlosigkeit meiner Talente. Das kann nicht!
Brille, endet der Zettel, und ja, das ist er, so kenne ich ihn, niemand hat je so viele Brillen gesucht und verloren wie mein Vater, er ist eigentlich schon seit ich ihn kenne auf der Suche nach der verlorenen Brille. Ich kann wieder atmen, und alles um mich herum wird wieder ganz normal, zum Beispiel klingelt ein fremder Mann und wundert sich, dass ich noch im Schlafanzug bin, und ich wundere mich, dass er sich wundert, aber ich bin ja in Burgsolms, wo alle um sieben aufstehen, dann kommt mein Vater und erzählt die Geschichte von der verlorenen Brille, die er natürlich nicht gefunden hat, ich erzähle ihm von Proust, er schaut irritiert, ich fühle mich fremd, genau, zu Hause.
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Henrike
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1:13 AM
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