Freitag, Dezember 25, 2009

Maria

Raumpflegerin M
HH

HH (kommt vom Schneider): So, jetzt hab ich e n d l i c h meine Hose vernünftig umgenäht bekommen.
M (schaut sich die Naht an): Ja, is schwer! Konnt ich nich machen.
HH: Deshalb hab ich's ja auch zum Schneider gebracht.
M: Nebenan?
HH: Ja.
M: Is teuer! Würd ich auch hin, aber is so teuer, hab ich schon gefragt, macht er billiger, aber sagt nein, macht er nich, und ich schon so oft dagewesen und gefragt, und dann war ich bei Schneider weiter vor in Straße, da links ... [redet halbe Stunde weiter] ... und war ich auch in Elbekaufhaus.
HH (betäubt): Mmmhm.
M: Heißt Elbekaufhaus? (denkt nach)
HH (nutzt die Atempause): Elbe-Einkaufszentrum. Und ich war ja erst im Elbe-Einkaufszentrum, aber der hat das falsch gemacht. Der hat nämlich ein Hosenbein kürzer ...
M (unterbricht): Jaaa, weiß ich, weiß ich, Schneider is schwer! Schwer! War ich letztens mit Kleid für Hochzeit, hat doch mein Tochter geheiratet, und ich kein Kleid, erst Woche vor Hochzeit musst ich finden, nein, Moment, war Freitag, und dann Woche drauf Hochzeit, und ich Kleid, aber war zu lang, ist immer zu lang, bin ich immer zu klein, und Schneider sagt nein, dauert Woche, und ich sag, muss ich weg in Woche, und sagt gehen zu andere Schneider, und andere Schneider sagt zweidrei Tage, und ich sag ja, muss ich aber nächste Woche weg, und war acht Euro, nein zwölf, und andere war acht, nein, umgekehrt, und hab ich dann ... [redet halbe Stunde weiter] War ich dann mit Kleid auf Hochzeit, aber hab ich hier noch selbst genäht, da auf Schulter. War schwer!
HH (betäubt): Mmmhm ...
M: Und was war mit Ihre Hose?
HH: Och, ähm, nix. Alles gut.

Montag, Dezember 21, 2009

Wer noch keine Weihnachtsgeschenke hat:

Hier von den Samstag-ist-Krimitag-Kritikern des Titel-Magazins ein paar Empfehlungen.
Meine sind:

Don Winslow: Pacific Private (The Dawn Patrol, 2008). Roman. Deutsch von Conny Lösch. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2009. 395 Seiten. 9,95 Euro.

Alan Bradley: Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet (The Sweetness at the Bottom of the Pie, 2009). Roman. Deutsch von Katharina Orgaß, Gerald Jung. München: Penhaligon 2009. 384 Seiten. 19,95 Euro.

Michael Robotham: Dein Wille geschehe (Shatter, 2008). Roman. Deutsch von Kristian Lutze. München: Goldmann 2009. 567 Seiten. 19,95 Euro.

John Ajvide Lindqvist: Menschenhafen (Människohamn, 2008). Roman. Deutsch von Paul Berf. Bergisch-Gladbach: Lübbe 2009. 560 Seiten. 14,95 Euro.

Barbara Vine: Das Geburtstagsgeschenk (The Birthday Present, 2008). Roman. Deutsch von Renate Orth-Guttmann. Zürich: Diogenes 2009. 379 Seiten. 22,90 Euro.

... und natürlich Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus. Das hab ich aber gerade erst gelesen. Deshalb steht's nicht mehr auf dieser Liste. Kommt als Krimitipp Anfang Januar auf Focus Online.

Sonntag, Dezember 20, 2009

Maria

Raumpflegerin M
HH

Morgens um, na ja, sehr früh halt.

HH (liegt noch im Bett)
M: Schuldigung, kann ich hier jetzt putzen?
HH (kreischt erschrocken)
M: Ah, hab ich Sie wach gemacht?
HH (Herzrasen): Was m a c h e n Sie hier?!
M: Ist doch Weihnachten!
HH: Nächste Woche erst!
M: Und muss ich zu Frau, die hat Geburtstag vor Weihnachten, helf ich jedes Jahr!
HH: Nächste Woche erst!!!
M: Ja, aber ist diese Woche schon schlimm, schlimm, muss ich einkaufen für Frau, die hat Geburtstag! Mach ich seit fünfundzwanzig Jahre!
HH (zieht sich die Decke unters Kinn): Davon weiß ich aber nichts!
M: War auch so letzte Jahr.
HH: Und daran soll ich mich erinnern?
M: Weiß nich?
HH: Kann ich ins Bad?
M: Nein. Is noch alles nass.
HH: In die Küche?
M: Nein. Nass.
HH: Dann ... können Sie hier nicht putzen, weil ich noch weiterschlafen will.
M: Wohnzimmer ist gut.
HH: Und was soll ich da?
M (denkt nach): Buch lesen?
HH: Ist die Heizung im Wohnzimmer an?
M: Nein. Hab ich gelüftet.
HH: Dann bleib ich im Bett.
M: Muss ich hier putzen!
HH: Gehen Sie halt mal früher!
M: Nein, bekomm ich weniger Geld von Ihnen.
HH: Stimmt.
M: Oder Sie geben mir Geld wie immer und ich geh trotzdem früh.
HH: Das fangen wir erst gar nicht an.
M: Dann raus hier!
HH (knurrt)
M: Können Sie knurren, wie Sie wollen. Hab ich hier Bademantel und Schuhe und Socken. Können Sie Decke mitnehmen ins Wohnzimmer. Fernsehkucken!
HH (knurrt)
M: Ich muss putzen.
HH (knurrt)
M: Ach, und nächste Woche, ich komm schon noch früher wegen Geburtstag von die Frau.
HH (schält sich aus dem Bett)
M (ruft hinterher): Und ziehen Sie Schuhe an! Hab ich hingestellt! Sonst Erkältung!

Freitag, Dezember 18, 2009

Nulldimension

Ich bin ja kein Kinokritiker, überhaupt hab ich von Filmen ja eher mäßig Ahnung, aber trotzdem heute: "Avatar". In 3D. Gleich vorweg: Das Beste war die Vorschau auf Guy Ritchies "Sherlock Holmes"-Film. Naja und die auf "Alice im Wunderland", auch in 3D.
Jedenfalls. Man geht ja bestimmt nicht wegen der Story in "Avatar", sondern wegen des Looks. Zum Look: Ich bin jetzt auch nicht aufgesprungen und habe gerufen: Dieser Look! Dieser Look!, um anschließend niederzuknien. Ehrlich gesagt ist keiner irgendwann aufgesprungen, und die anderen waren bestimmt alle wegen des Looks da drin. Keiner geht ja wegen der Story in "Avatar". Trotzdem hab ich natürlich die ganze Zeit auf die Story geachtet: Kriegsveteran (querschnittsgelähmt, aber von der Hüfte aufwärts jung und kräftig) muss seinen Wissenschaftler-Zwillingsbruder ersetzen, von dem es einen Avatar gibt, der auf Pandora (Haha! Pandora! Büchse und so!) ausgesetzt wird, um die humanoiden Eingeborenen zu infiltrieren. Oder so. Gegenspieler der Wissenschaftler auf der menschlichen Seite sind die fiesen Ichmachalleplatttypen, die am liebsten ganz Pandora, ähm, plattmachen wollen, um Dings zu bekommen, weil, Dings ist arg wertvoll, und auf der Erde gibt's schon Aktien und Zeugs. Naja. Man kennt das ja. Der Kriegsveteran, der da seinen Wissenschaftlerbruder ersetzt, spioniert erstmal für den eisenharten Ober-Ichmachalleplatt-Typen, aber dann verliebt er (bzw. sein Avatar) sich in das schicke Tochtervonhäuptlingmädchen. Ja ja bla bla.
Dann kommt eine Menge "Schaut, was wir fiesen Weißen mit den Indianern gemacht haben und wie Böse das war", nur umgemünzt auf Pandora, ein bisschen "Der mit dem Wolf tanzt", ein bisschen Afrika und Vietnam, ein bisschen "Terminator" und "Rambo", und ja, auch ein bisschen "Herr der Ringe", und ich hab bestimmt eine Menge vergessen, aber es kommt einem irgendwie j e d e Einstellung total bekannt vor, auch wenn die Leute ein bisschen anders aussehen. Größer und katzenartiger, und sie machen lustige Sachen mit ihren Ohren, aber lustige Sachen mit den Ohren machen können, das hatten wir auch schon hier und da und dort. Also ein Gemischtwarenladen. Aber einer, über den man sich aufregen kann, und zwar so richtig. Die Herrschaften, die auf Pandora wohnen, sind so, wie man früher, bevor man politisch korrekt war, Indianer oder Afrikaner oder überhaupt Ureinwohner im Film dargestellt hat: halbnackt beten sie komische Götter und Bäume und Krams an, und dann schießen sie mit Pfeil und Bogen, wenn ihnen was nicht passt. Sie sprechen eine lustige Sprache, singen gerne im Chor und tanzen spackig. Außerdem muss der Stammesfürst wegen jedem Scheiß befragt werden, und Kriegsbemalung, auch ganz wichtig. Zwischendurch ein paar Initiationsriten, bei denen der Weiße natürlich erstmal wie der Depp dasteht, nur um am Ende dann doch alle zu retten, weil, sie haben ja nur Pfeil und Bogen, ne.
Und dann warte ich immer noch mal drauf, dass nicht etwa der Mann auf den Drachen steigt und die Frau hintendraufspringt, um mitzufliegen wie so ein Gepäckstück, sondern ja, doch, auch gerne mal umgekehrt, aber das wäre dann wohl an der Zielgruppe vorbei.
Egal.
Drei Stunden (mit Pause, glaub ich) dauert das Ganze, übrigens recht schlecht strukturiert, anfangs kommt man nicht in die Gänge, und nachher nur noch Schlachtengemetzel, puh, aber da suche ich wohl wieder nach einer Story, und wegen der Story geht man nicht in diesen Film.
Aber mal ehrlich, beides geht doch auch, ich meine, niemand da in diesem Kinosaal war echt begeistert, und keiner von denen sah aus, als hätte er auf intelligente Dialoge gewartet. (Sie sahen, mal so unter uns, eher so aus, als würden sie ihre gesamte Freizeit im Fitnessstudio verbringen ((für die war wohl der Ballerteil)), oder sie sahen so aus, als würden sie 24 Stunden vorm Rechner hängen ((für die war die ewig lange Exposition))). Die Dialoge waren übrigens noch nicht mal witzig. Okay, man geht auch nicht wegen der Dialoge rein. Aber wenn ich wegen der Bilder wo reingehe, dann doch lieber in einen IMAX-Film, so Unterwassergedöns oder was da so läuft. Sooo dolle war das mit den Bildern nun auch nicht, weil, irgendwie sah es dann doch immer so künstlich aus, dass es keinen Spaß gemacht hat. Nee.
Von dem Eintrittsgeld und dem, was ich für eine Flasche Wasser bezahlt hab, hätte ich übrigens zwei große Portionen Sushi essen können. Das nächste Mal dann. Und ja, hätte ich mir auch vorher denken können, dass da jetzt keine super Story kommt, oder gute Dialoge, oder am Ende noch gut geschriebene Charaktere. Ich weiß.
Und hey, es hat auch Leuten gefallen, hier.

Montag, Dezember 14, 2009

Buch kaufen

Buchhändlerin B
HH

B (strahlt): Kann ich Ihnen helfen?
HH: Ich würde gerne mal wieder was von Highsmith lesen. Was Spannendes.
B: Was Spannendes? Ach, da könnte ich Ihnen ... Highsmith empfehlen. Kennen Sie die? Patricia.
HH: Ähm. Ja. Genau. Die Ripley-Reihe kenn ich schon und ...
B: Wie wäre es denn mit "Ripley's Game"?
HH: Äääh ... (sehr deutlich) Die Ripley-Reihe kenn ich schon.
B: Ach so! (ratlos) Ja ... dann ...
HH: Können Sie ein anderes von ihr empfehlen?
B (starrt auf die Buchrücken): Das mit dem Pudel?
HH: Pudel?
B (eifrig): Ja, da geht es um einen entführten Hund. Das ist ein gutes Buch.
HH (skeptisch, mag keine Hunde): Oh. Na. Gut. Wenn Sie das empfehlen können ... Vielleicht können Sie noch ein anderes von ihr empfehlen?
B: Ich hab das ja nur gelesen, weil es um einen Hund ging. Ich lese nur Bücher, in denen Hunde vorkommen. Letztens hab ich eins gelesen, da kam ein Hund nur auf zwei Seiten vor, aber ich hab es trotzdem gelesen. Das war auch ein sehr schönes Buch.
HH (starrt ins Leere)
B: Und hier geht es gar nicht sooo dolle viel um den Pudel. Aber es kommt ein Pudel vor.
HH (weiß nicht, wie sie sich aus der Affäre ziehen soll): Na gut, dann, ähm, ich schau mal rein, ja?
B: Es ist ein gutes Buch.
HH (zögerlich): Okaaay ...
B: Ich habe es sehr gerne gelesen.
HH: Mhm.
B: Wollten Sie lieber was anderes?
HH: Na ja, schon Highsmith ...
B: Das ist doch Highsmith, oder? (schaut schnell auf dem Buchrücken nach) Ja. Und es geht um einen Pudel. Aber nur ein bisschen. Eigentlich gar nicht so viel. Im Grunde spielt der Pudel gar keine Rolle. Es ist spannend und von Highsmith, und Ripley kommt auch nicht vor. (strahlt)
HH (schwach): Super. Ich ... nehm das dann mal.
B (glücklich): Ich geb's schon mal an die Kasse.

Donnerstag, Dezember 10, 2009

Gefängnis

Raumpflegerin M
HH

M: Haaaaa, Frau Heiland, Tochter muss in Gefängnis!
HH: Was?!
M: Jaaaaa, hat so viel Angst!
HH: Aber warum?
M: Wegen Gefängnis!
HH: Ja. Nein. Warum sie ins Gefängnis muss!
M: Ach so. Ja. Weiß ich nicht. Hat bekommen Brief!
HH: Einen Brief? Einfach so?
M: Ja! Bekommen Brief, stand drin, muss in Gefängnis!
HH: Aber da muss doch ... Da hat sie doch vorher ... (ringt nach höflichen Worten)
M: Hab ich überlegt, vielleicht wegen Barfuß? Nein, wie heißt?
HH: Was?
M: Ba... Ba... Barfuß ... Aber heißt anders.
HH: Ähm.
M: Na, von Studieren.
HH: BAFöG?
M: Ja!
HH: Sie meinen, sie hat ihr BAFöG nicht zurückgezahlt und muss deshalb ins Gefängnis?
M: Ja, vielleicht? Kann das sein?
HH: Also, mit BAFöG kenn ich mich gar nicht aus. Ich hatte keins.
M: Ich auch nicht!
HH: Aber Ihre Tochter.
M: Nein! Hab ich nicht geholt für Tochter!
HH: Aber warum soll sie dann deshalb ins Gefängnis?
M: Weiß nicht. In Deutschland alles komisch mit Gesetze.
HH: Na ja aber in dem Brief muss doch gestanden haben, warum sie ins Gefängnis soll.
M: Nein! Stand nicht! Sie kam zu mir und gesagt: Mama, was soll ich machen, ich hab Angst! Sonst kommt nie zu mir! Nur wenn sowas! Kenn ich mich nicht aus, sag ich! Frag dein Chef, sag ich!
HH: Ihren Chef!
M: Ja! In Brief wollten wissen, wieviel Geld sie will für Gefängnis!
HH: Geld ... für ... Gefängnis?
M: Ja! Was kostet eine Stunde, sie fragt mich! Woher soll ich wissen! Frag dein Chef, sag ich!
HH: Okaaay ... Ähm ... (sehr langsam und deutlich) Was genau soll Ihre Tochter im Gefängnis denn machen?
M: Zähne!
HH: Zähne.
M: Ja! Gibt in Gefängnis Arzt und Priester und Psicólogo und Zahnarzt.
HH: Aaach, Ihre Tochter, die Zahnärztin!
M: Sag ich doch!
HH: Als Gefängniszahnärztin!
M: Sag ich doch! Was soll sie nehmen, die Stunde? Woher weiß ich?
HH: Ja. Da soll sie ihren Chef fragen.
M: Sag ich doch!

Dienstag, Dezember 08, 2009

Mobilfunk X Kundenbetreuung

Kundenbetreuer K
HH

HH: Heiland.
K: Guten Tag! Mein Namen ist K. von der Mobilfunk X Kundenbetreuung. Sprech ich mit Frau Heiland?
HH: Ja.
K: Schön, dass ich Sie persönlich erreiche. Ich habe mir Ihre Telefonrechnung vom Oktober einmal angesehen und festgestellt, dass Sie da doch einiges sparen können.
HH: Nein, das war ...
K: Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass Sie sehr viele SMS geschrieben haben. Deshalb möchte ich Ihnen heute die Möglichkeit geben ...
HH: Das war doch nur ...
K: ... auf unser Superdingsbumsblapaket umzusteigen. Da können Sie zweitausend SMS ins X-netz versenden für nur fünf Euro mehr im Monat.
HH: Darf ich jetzt auch mal was sagen?
K: Ja, bitte.
HH: Ich hatte NUR so eine hohe Rechnung, weil ich ein paar Wochen unterwegs war. Und ich schreibe NUR so viele SMS, wenn ich unterwegs bin. Statt E-Mail, könnte man sagen.
K: Kennen Sie schon unsere Online-Option ...
HH: Nein! Ja! Hören Sie, manchmal WILL ich einfach kein Internet haben. In der Zeit schreib ich ab und zu mal eine SMS, das kommt einmal im Jahr vor, dass ich etwas mehr SMS schreibe als sonst, und deshalb brauche ich keine zweitausend SMS. Wann soll ich denn zweitausend SMS schreiben?
K: Aber die kosten nur fünf Euro!
HH: Ja. Aber die gehen nur ins X-netz, haben Sie gesagt. Ich kenne niemanden im X-netz. Außer einem.
K: Das ist doch schon mal einer, der aus dem SMS-Monatspaket, das Sie gebucht hatten, rausfallen würde.
HH: Ja. Einer. Dem ich nie SMS schreibe, außer wenn ich unterwegs bin. Sonst bekommt der Mails von mir. Oder so.
K: Aber Sie könnten zweitausend SMS ins X-netz ...
HH: Ich will nicht!
K: Für nur fünf Euro im Monat könnten Sie ...
HH: Ich will nicht!
K: Sie SMS, die Sie sich dann da sparen, haben Sie im SMS-Monatspaket ja ...
HH: Ich! Will! Nicht!
K: Wir könnten das sofort freischalten, und Sie können jederzeit ohne Vertragslaufzeit wieder ...
HH: ICH WILL ABER NICHT! Ich leg jetzt auf.
K: Aber ...
HH: Sagen Sie mal, machen Sie das zum ersten Mal oder was?
K (schweigt)
HH: Provisionsbasis?
K (schweigt)
HH: Ich will trotzdem nicht.
K (schweigt)
HH: Ich leg jetzt auf.
K (winselt): Wollen Sie es sich nicht wirklich doch noch mal ...
HH: Ich sagte, ich lege jetzt auf.
K: Mein Gruppenleiter hört zu Ausbildungszwecken dieses Gespräch mit.
HH: Äh - hallo, Herr Gruppenleiter. Ich lege jetzt auf, ja?
K (winselt): Wir könnten uns wenigstens noch ordentlich verabschieden.
HH: Ja. Danke. Tschüß.
K (jovial): Ja, Frau Heiland, dann danke ich Ihnen für dieses Gespräch und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.
HH: Herr, ähm, Gruppenleiter, Sie unterhalten sich noch mal mit ihm, ja?

Samstag, Dezember 05, 2009

Nadelöhr

HH
Raumpflegerin M

HH (zieht Mantel an): Oh.
M: Haha, lustig Mantel!
HH: Was? Ähm, hier geht ein Knopf ab. Ich glaub, ich muss da mal ...
M: Geben Sie. Mach ich.
HH (zieht Mantel aus): Ja? Dankeschön! Das ist ja nett.
M: Such ich gleich blaue Faden passt zu Mantel.
HH: Blau? Nein, der Mantel ist grau und ...
M: Ja, braune Mantel. Ist braun.
HH: Grau. Der Mantel ist grau und die Knöpfe schwarz, da wäre doch schwarzes Garn ganz gut, zumal auch die anderen Knöpfe ...
M (wühlt im Nähkästchen): Nix braun für Faden?
HH: Nehmen Sie bitte schwarzes Nähgarn.
M: Aber braune Mantel.
HH: Grau.
M: Sag ich. Braun.
HH: Schwarzes Garn, bitte.
M: Aaah. Hier. Braune Faden. (hält schwarzes Nähgarn hoch)
HH: Ähm, ja. Prima. Dann ... machen Sie mal. (geht aus dem Zimmer)

(viertel Stunde später)

HH: So, ich geh dann jetzt mal. Was macht denn der Mantel?
M (sitzt über den Mantel gebeugt und versucht, Faden einzufädeln): Krieg ich nicht in Nadel.
HH (schaut auf die Uhr): Soll ich mal?
M: Nein, nein, ich mach! Ich mach!
HH: Aber wenn es doch nicht klappt?
M: Aaach. Klappt schon. Muss nur hier in Faden. Mit Nadel.
HH: Oder so. Ja. Nur, ich müsste jetzt weg, und da dachte ich ...
M: Ja, gehen Sie! Gehen Sie! Ich mach Mantel.
HH: Eigentlich wollte ich den Mantel ...
M: So viele Mäntel in Flur! Ziehen Sie andere an.
HH: Aber ...
M: Hier, diese Mantel. Stoff wie hat früher gehabt Sofa. Genau wie Sofa bei Eltern. Gab Sofa in diese Stoff. Muss immer lachen, wenn ich seh Mantel aus Sofa.
HH: Hmpf.
M: Draußen in Flur andere Mantel, sieht aus wie Tapete hab ich mal gesehen in Fernsehen! War auch so Tapete an Wand, wie Mantel! Können Sie anziehen, Tapetemantel. Ich mach hier Knopf. Tschüß.
HH (schweigt eine Minute und schaut ihr beim Einfädeln zu, dann): Wann ... gehen Sie heute eigentlich?
M: Aaach. Hab ich Zeit. Geh ich halbe Stunde später, wegen Mantel. Dauert lang! Ist fünf Euro mehr.

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Mittwoch, Dezember 02, 2009

Lektoratsgespräche

L: Sag mal, wie war das da an der einen Stelle in deinem Buch noch mal?
HH: Keine Ahnung ...
L: Aber du hast es doch geschrieben!
HH: Ja aber doch nicht gelesen!

Lesung im Speicherstadtmuseum

Am 11.12. um 19:30 Uhr. Mit Oliver Bottini, Gunter Gerlach, Arnold Küsters und mir. Moderation: Nina George. Mehr dazu findet man hier.

Und wer am Freitag keine Zeit hat, der kann am Samstag an selber Stelle Krystyna Kuhn, Thomas Morgenstern, Martin Wilhelmi und Nina George sehen und hören. Moderation: Bärbel Dahms.

Bitte unbedingt Karten vorbestellen und reservieren, beide Veranstaltungen sind schon fast ausverkauft!




(c) Klaus Friese

Kleine Glosse im Media-Mania-Magazin

Findet man hier, so ab S. 66.

Dienstag, Dezember 01, 2009

Tee

Im Café.

Bedienung B
HH

B: Brauchen Sie die Karte?
HH: Och, nö. Ich weiß schon. Einen schwarzen Tee.
B: Welchen schwarzen Tee?
HH: Ähm, naja, so einen normalen. Egal. Irgendeinen, Hauptsache ohne Aroma.
B: Da hätten wir Earl Grey, Darjeeling, English Breakfast, Irish Breakfast ...
HH: Und die sind alle ohne Aroma?
B: Ja. Außerdem noch Indien, China ...
HH: Ich hab keine Ahnung, wie die alle schmecken. Ich hätte einfach nur gerne einen stinknormalen schwarzen Tee.
B: ... Nepal, Ceylon ...
HH: Welcher ist denn so am beliebtesten?
B: ... Blankeneser Spezialmischung, Ostfriesenmischung ...
HH: Das sind die beliebtesten?
B: Nein, ich zähle nur gerade alle auf.
HH: Können Sie denn einen empfehlen?
B: Nein.
HH: Nein?
B: Ich mag die alle nicht.
HH: Aber wenn ich nun gerne einen schwarzen Tee hätte?
B: Mhnee.
HH: So kommen wir nicht weiter. Ich nehm einfach ... den English Breakfast.
B (verzieht das Gesicht)
HH: Darjeeling?
B (rollt mit den Augen)
HH: Earl Grey?
B (gähnt)
HH: Na gut. Welchen würden Sie denn nehmen, mal abgesehen von den Schwarzteesorten?
B: Weißen Tee.
HH: Aber den trink ich zu Hause schon immer.
B: Sehen Sie? Der ist toll.
HH: Aber ich wollte mal was, was ich zu Hause nicht habe.
B: Rotbusch?
HH: Auch.
B: Zitronenverbene ist gut.
HH: Auch.
B: Melisse?
HH: Wissen Sie was, eigentlich ging's mir nur um ein bisschen Koffein. Bringen Sie mir einfach eine Cola.
B: Sehr gern.