Dienstag, September 30, 2008

Scheißjob

Dramatis Personae:

Raumpflegerin Maria
HH

HH: Ähm, entschuldigen Sie, ich will wirklich nicht ... Nicht, dass Sie denken, ich hätte ... Also ich bin wirklich sehr zufrieden, und das geht auch gar nicht gegen Sie, aber warum nehmen Sie eigentlich nie den Müll mit runter, wenn Sie gehen?
M: Ah! Müll! So eine Scheiße, stinkt immer so, die Mülltonne! Bäh!
HH: Naja, aber der Müll ist ja in einer Tüte, und die hab ich zugeknotet, und unten die Mülltonne, also da sind auch nur zugeknotete Mülltüten ... Also ich meine, natürlich riecht das jetzt nicht so toll, aber es ist ja auch nur ein ganz kurzer Moment ... Sehen Sie, ich mach das sogar mehrmals in der Woche, wenn Sie nicht da sind, und das ist gar nicht so schlimm ...
M: Aber muss trennen und trennen und trennen!
HH: Ich hab ihn doch schon sortiert!
M: Naaa, fangen wir erst gar nicht an!
HH: Was? Dass Sie den Müll runterbringen?
M: Ja. Will ich nicht. Macht mir keinen Spaß.
HH: Es geht ja auch nicht um Spaß, aber ... Ich meine, Sie bekommen ja von mir Geld ...
M: Am Ende muss ich noch Silber putzen!
HH: Silber putzen??
M: Find ich total scheiße. Silber putzen! Letztens bei der einen Frau, da bin ich schon seit 14 Jahren, immer muss ich Silber putzen! Ich hasse Silber putzen! Will ich nicht! Muss ich aber!
HH: Gut. Sie hassen also Silber putzen. Wenn ich Ihnen jetzt verspreche, dass Sie bei mir nie Silber putzen müssen, nehmen Sie dann auch mal den Müll mit runter, und zwar wirklich auch nur dann, wenn Sie sowieso runtergehen?
M: Nein.
HH: Warum nicht?
M: Sie haben kein Silber.
HH: Ha! Ich könnte welches kaufen, und Sie müssten es dann putzen!
M (schnappt nach Luft): Kein Silber!!!
HH: Silber oder Müll!
M: Kein Silber, bitte, kein Silber!
HH: Also? Was ist jetzt mit dem Müll?
M: Aber ich hasse Müll rausbringen!
HH: Sie hassen Müll rausbringen und Sie hassen Silberputzen. Sonst noch was, das ich vielleicht schon vor drei Monaten hätte wissen müssen?
M: Putzen!
HH: Das ist Ihr Job!
M: Ja, aber ich mag es nicht!
HH: Oh. Und - was machen wir da?
M: Wissen Sie was, Kind, ich putze einfach weiter, aber kein Silber und kein Müll rausbringen, ja?
HH: Sie wissen, wie man einem ein schlechtes Gewissen macht, ja?
M: Ich bin die Jüngste von fünf Geschwistern! Das war nicht einfach, in Portugal! Und aus allen ist was geworden, mein einer Bruder zum Beispiel, der hat ein Haus in Frankreich und eins in Portugal, und seine Frau ist halb so alt wie er, er hat sogar studiert, und der andere Bruder ... [zählt ihre Verwandtschaft auf] ... Na und nur ich bin hier in Deutschland, seit 38 Jahren, und ich muss putzen!
HH: Ähm, ja. Gut. Ich glaube, ich hab Sie verstanden. Machen Sie einfach weiter.
M: Ach, noch eine Frage hab ich: Was machen Sie eigentlich mit Ihren alten Klamotten, wenn Sie sie nicht mehr tragen? Ich bekomme ja von allen Leuten, wo ich putze, die alten Sachen.
HH: Ich hab mich tatsächlich schon gefragt, wo Sie Ihre Gucci-Handtasche herhaben.
M: Schön, nicht?

Fashion in trendigen Grautönen.

Über die Wortwahl muss man nicht reden, das ist halt Werbersprache. Aber Grautöne als trendig ... meint: etwas, das jetzt jeder hat und haben muss ... Was passiert dann mit Ausdrücken wie "graue Maus"? Verlieren die jetzt ihre Bedeutung? Und muss man in der Literatur Sätze wie: "Es war ein grauer, regnerischer Morgen" als etwas total Trendiges begreifen? Wird das graue Bochum nun zur europäischen Trendmetropole?

Montag, September 29, 2008

Das Weinglas

Dramatis Personae:

Raumpflegerin Maria
HH

M (schreit aus der Küche): Was IST das?
HH: Äh, das ist ein Rotweinglas ...?
M: Schrecklich!
HH: Wieso?
M: Es ist zu groß!
HH: Nein, nein, es muss ja so groß sein. Es ist für ...
M: Rotwein, ja, das weiß ich selbst! Aber das muss doch nicht so groß sein! Das ist scheiße!
HH (schüchtern): Naja, es gibt Leute, die meinen, dass bestimmte Rotweine BESSER schmecken, wenn sie in diesen großen Gläsern ...
M: Ach so?
HH (kleinlaut): Ähm, schon, ja ...
M: Nicht der Rotwein, den ICH trinke! Für den braucht man solche Gläser nicht!
HH: Oh, ja, gut, dann wär das ja ...
M: Die sind VIEL zu groß, wie soll man die denn spülen!
HH: Ach das kann ich nachher ja dann auch selbst machen, wenn Sie weg sind ...
M: ICH spüle die nicht! Die sind scheiße!
HH: Verstehe. Ja. Lassen Sie's einfach stehen, und ich kümmer mich dann nachher ...
M: ICH brauche NIE so große Rotweingläser!
HH: Jaha!
M: Das ist doch scheiße, von wegen der Wein schmeckt besser. Das ist doch nur, damit mehr Wein ins Glas passt und man mehr Wein trinkt, und dann gibt man mehr Geld aus für Wein, damit die Gläser immer voll sind, und dann wird der Wein immer teurer, und die Gläser gehen immer schneller kaputt ... [erklärt 30 Minuten lang am Beispiel von großen Weingläsern den Untergang der EU und die Vorzüge Portugals] ... und deshalb sind die Gläser scheiße!
HH (verwirrt): Ah, so, ja, das ist ... Also ich spül das am besten dann selbst, und den Müll müssen Sie auch nicht runterbringen.
M: Müll! Trennung! So eine Scheiße!
HH: Genau. Genau. Mülltrennung ist scheiße. Aber darüber reden wir nächste Woche, ich muss nämlich ... äh ... zum ... Wertstoffhof, und zwar jetzt sofort, weil, sonst macht der zu ... Schüss!!! (rennt raus)

Sonntag, September 28, 2008

Ach,

Berlin...
*Heimweh

Samstag, September 27, 2008

La musica.

Fürs Wochenende.
Und das hat ja zwei Tage. Also noch mehr Musik.

Der Baader-Meinhof-Komplex

Gestern sah ich ihn, und die Verfilmung von Eichinger/Edel ließ mich enttäuscht nach Hause trotten. Ich sah ihn im Kino von Blankenese, das bis auf den letzten Platz vollbesetzt war. Es mussten sogar Zusehenswillige nach Hause geschickt werden, so etwas sieht man selten in Blankenese, und ich bin mir nicht sicher, wieviel der Umstand, dass Ulrike Meinhof eine Weile in Blankenese gewohnt hat, damit zu tun hatte. Aber egal. Darum geht es nicht. Es geht um den Film.
Eichinger hat selbst für die winzigsten Nebenrollen bekannte Schauspieler vor die Kamera geschleppt (ich vermeide den sonst gerne gebrauchten Terminus "Staraufgebot", weil ich nicht der Meinung bin, dass Schauspieler, nur weil man sie dauernd irgendwo sieht, gleich "Stars" sind), und ich kann mir das nur so erklären: Wären es Unbekannte gewesen, hätte man sich gar nichts mehr merken können. Der Film ist mit historischen Details und Fakten natürlich überfrachtet. Die "ganze Geschichte" erzählen zu wollen, und dann auch noch gleich auf eine nie dagewesene, endlich ehrliche, nicht verherrlichende Weise - da hat man sich was vorgenommen und mächtig in den Sand gesetzt.
Aus verschiedenen Gründen: Einmal aus filmischer Sicht. Ok, die Prügelszenen, das sieht alles schon sehr gut aus, aber es ist langweilige Fernsehdramaturgie mit einer braven Fernsehkamera. Nächstens vielleicht mehr Geld in Innovation statt in drei Sekunden Alexandra Maria Lara stecken.
Dann: die Schauspieler. Man kennt das aus Hollywood, da schlüpfen die Schauspieler, die gut sind, wirklich in ihre Rollen, und zwar so, dass man sie ihnen abnimmt. Wandlungsfähig, nennt man das, oder Charakterdarsteller, mir fällt natürlich Philip Seymour Hoffman ein. Ein Gegenbeispiel ist, sagen wir, Tom Cruise, der spielt sich selbst, sogar als Stauffenberg ist er nur Tom Cruise, der versucht, Stauffenberg zu spielen. Ähnlich ist es mit Martina Gedeck, die Ulrike Meinhof spielen soll und dabei herumhuscht wie Martina Gedeck, die Ulrike Meinhof spielen soll.
Sehr gut hingegen Johanna Wokalek, die kam als Ensslin richtig gut rüber. Wunderbar auch: Bruno Ganz. Der weiß, wie man seinen Job macht. Es gibt sehr viele gute Schauspieler in Deutschland, die Starstatus verdient hätten. Aber nur wenige der ganz arg bekannten Mimen gehören dazu.
Ah, und: Warum man Moritz Bleibtreu als coole Sau inszeniert, wenn man keinen RAF-verherrlichenden Film machen will, verstand ich nicht. Bleibtreu als Baader, da werden jetzt viele verwirrte Jugendliche ein neues Idol haben. Klar hat er sich hier und da blamiert, dummes Zeug geblökt, solche Sachen, aber er blieb die coole Sau mit der coolen Freundin. Und wir wissen alle, dass ein bisschen Dummheit noch nie dem Vorbildstatus geschadet hätte. Baader also als lauter, testosteroniger Macho mit viel Power und wenig Hirn - aha.
Zum Inhalt: Vorher hörte ich im Radio auf einem dieser quietschenden Sender, die mehr Werbejingles als Musik spielen und deren Moderatoren im Schnitt 18 sind, dass man für diesen Film eine intensive Vorbereitung brauche. Ich halte das, was man da sieht, für passives Allgemeinwissen, aber ja, wahrscheinlich haben sie Recht im Radio, gerade die, die vor einer Verherrlichung der RAF bewahrt werden sollen, wissen nicht sehr viel über diese Zeit. Und ohne Vorwissen geht man komplett unter.
Namen, Fakten, Bilder, die man nur einordnen kann, wenn man die Geschichte der RAF kennt. "Nebenfiguren" wie Horst Mahler kann man sonst in ihrer Tragweite gar nicht begreifen. Und da sich die Produktion auf hölzerne Klischees bei den Figuren verlässt und auf jede Figurenpsychologie komplett verzichtet, kann man eigentlich mit niemandem so wirklich etwas anfangen. (Kein Wunder, dass die Darsteller häufig scheitern mussten.) Schachfiguren haben mehr Innenleben. Das kurze Zeigen des Familienlebens von Meinhof und Ensslin reicht natürlich nicht.
Eine echte Dokumentation wäre besser gewesen. So war es weder ein guter Film, der neue Wege geht und cineastische Maßstäbe setzt, noch ein brauchbarer Beitrag zur Zeitgeschichte. Eigentlich war es nichts, vielleicht rausgeworfenes Geld. Aber: Wahrscheinlich regnet es Filmpreise dafür, es ist ja immer so.: Wenn man viele bekannte Schauspieler (anstelle von "Stars", also welche, die es echt können) reinpackt und schwierige Themen bedient, dann muss man das ja nicht gut machen, sondern einfach nur machen.

Staumelder

HH (im Stau)
Stauberaterin S

S: Schönen guten Tag, was kann ich für Sie tun?
HH: Tach, ich steh im Stau, und zwar auf der A20 Hamburg Richtung Berlin, zwischen Dingshausen und Dingskirchen. So ungefähr seit einer halben Stunde. Wissen Sie zufällig, wie lang der Spaß hier noch dauern soll, damit ich Bescheid sagen kann, wann ich ungefähr ankomme?
S: Aber gerne, da schauen wir gleich mal nach ... Ah, da hab ich einen Eintrag. Ja. Das ist kein Stau, sondern nur stockender Verkehr, und die Verzögerung beträgt 15 Minuten.
HH: Das kann nicht sein. Ich STEHE seit einer halben Stunde.
S: Neinnein, hier steht, dass gerade eine Baustelle abgebaut wird, bis ca. 15 Uhr, und deshalb ist auf der Strecke zähfließender bis stockender Verkehr.
HH: Aber ich stehe!
S: Und in einer Viertelstunde haben Sie das dann passiert.
HH: Ich stehe seit einer halben Stunden! Hören Sie mich nicht?
S: Doch, aber das kann nicht sein. Sie stehen nicht im Stau.
HH: Doch!
S: Dann nicht in diesem!
HH: Ich bin auf Höhe von Kilometer X, exakt zwischen Dingshausen und Dingskirchen!
S: Nein. Unmöglich. Das ist zähfließender Verkehr, und der hat sich ab 15 Uhr erledigt.
HH: Es ist NACH 15 Uhr.
S: Da kann ich Ihnen dann auch nicht helfen.
HH: Schreiben Sie mir wenigstens die Gesprächskosten wieder gut!
S: Wieso? Ich hab Ihnen doch alles über diese Störung gesagt!
HH: Aber es STIMMT nicht! Da frag ich mich, wozu ich anrufe!
S: Vielleicht für eine Umleitungsempfehlung?
HH (hoffnungsvoll): Ach, haben Sie eine?
S: Für die Strecke? Nein.
HH (wirft fluchend das Handy durchs Auto)

Ian Rankin on "Doors Open"

Dritte Auflage!



"Späte Rache"!!!
*jappst nach Luft
**wird ohnmächtig

Freitag, September 26, 2008

Die Lesung.

Zwei, drei Leute waren da, und er hier hat Fotos gemacht. Ist auch sein Studio, in dem ich gelesen hab.

Schön war's! Bruce war auch da.

Donnerstag, September 25, 2008

Heute! Lesung! Lüdenscheid!

Ich erwarte volles Haus und großes Gedränge, außerdem den Totalausverkauf der Bücher! Also: Antreten!!!

Sonntag, September 21, 2008

Berlin Bunny Lectures in Hamburg

Und zwar im Übel & Gefährlich, das ist in diesem Hochbunker beim Heiligengeist-Feld. Es war voll, aber die Sache hatte ca. 2 Haken: Einmal kannte sich kaum einer im Publikum mit den Bunnys aus, was zahlreiche offensichtliche Irritationen herbeiführte, zum zweiten schienen die Bunnys nicht wirklich in Fahrt zu kommen und gaben eine fade Performance.

Zu denen, die sich mit den Bunnys nicht so richtig auskannten, gehörten leider auch die Gäste Andreas Dorau und Carsten "Erobique" Meyer. Die konnten zwar nicht, wie das Publikum, den Raum verlassen (oder sich lärmend im Raucherraum stapeln, oder sich lärmend an der Bar festhalten), zeigten sich dafür aber auf der Couch lümmelnd verwundert über die Sache, in die sie da wohl reingeraten waren. Schade, die Bunny Lectures in Berlin fand ich hier und da mal ganz unterhaltsam, aber es scheint eine rein Berliner Sache zu sein. Da hat es sich rumgesprochen, da wissen die Leute, was sie erwartet. Die Hamburger hingegen sagten beim vorzeitigen Rausgehen Dinge wie "Was ist DAS denn". Naja, man schaut auf die Homepage der Bunnys, die bereitet einen so ein bisschen vor. Die vielen Ausrufungszeichen sollten Hinweis genug sein darauf, dass es natürlich nicht ernstgemeint ist, wenn sie zum Beispiel sagen: "Wir sind ja nun sehr berühmt". Ach, schade. Die Hamburg Bunny Lecture hat mal wieder gezeigt, dass es nicht sehr sinnvoll ist, hippem Zeugs hinterherzurennen, nur weil es hip ist, wenn man am Ende nichts damit anfangen kann, und offenbar ist die Geschmackslage der beiden größten deutschen Städte eine andere. Arme Bunnys. Nächste Woche sind sie in Hannover, darüber will ich gar nicht nachdenken.

Streiten in Blankenese

Vorm neuen Rewe: ein Roundabout, in dessen Mitte man natürlich nicht parken darf. Man kann von dort aus rechts in die Tiefgarage fahren. Links kommt man aus der Tiefgarage raus und fährt idealerweise zurück auf die Straße. Man kann auch einfach im Kreis fahren, wenn man sich noch nicht entschieden hat, möglichst aber nur in eine Richtung.

Diverse Herrschaften parken in der Mitte, wo man natürlich nicht parken darf (s.o.).
Weitere Herrschaften verlieren beim Befahren des Roundabouts den Überblick.
Noch mehr Herrschaften, die zu Fuß ihre Einkäufe mit sich herumtragen, stürzen sich ebenfalls in das entstehende Verkehrschaos.
Nun beginnen die Diskussionen darüber, wo man parken darf und in welche Richtung man den Roundabout befahren sollte. Oder auch nicht. Und da es lauter gut verdienende Akademiker sind, die sich zwischen den SUVs und Oberklasselimousinen streiten, schreit irgendwann der eine den anderen an: "Ist es denn tatsächlich so, dass Sie in der Ihnen zur Verfügung stehenden freien Zeit offenbar keine anderweitige Zerstreuung finden, als sich hier um die Belange anderer zu kümmern, in die Sie als Fußgänger nur periphär involviert sind?" 
Ich meine, jeder andere hätte gesagt: "Halt Dich da raus, Du Arschloch." Oder?

Samstag, September 20, 2008

Der Sir-Walter-Scott-Preis 2008 für den besten historischen Roman

... in Gold geht an Andreas Izquierdo für den "König von Albanien". Glückwunsch an Andreas! 

Freitag, September 19, 2008

Donnerstag, September 18, 2008

Alt, aber gut.

Unterzucker

Beim Friseur, Othmarschen.


Dramatis Personae:
HH (will neuen Schnitt)
Kundin K (Gucci, Chanel & Co.)
Salonbesitzerin S

S (zu K): Frau Dr. K., darf ich Ihnen noch was Gutes ...
K (bellt): Noch welche von den Plätzchen! Und nen Tee! 
S: Aber klar. (geht)
K (brüllt hinterher): Ich bin unterzuckert! Bringen Sie noch ein Stück Kuchen mit!
HH (hilfsbereit): Ich hätte Traubenzucker dabei, wollen Sie?
K: Von Ihnen? Quatsch! Stecken Sie das wieder weg, Kindchen!
HH (verwirrt): Ich dachte, Sie seien unterzuckert ...
K: Sind Sie zum ersten Mal hier?
HH (nickt)
K: Hier gibt's immer was zu essen. Und ich sag Ihnen was, bei den Preisen, die die hier nehmen, stopf ich mich jedes Mal voll. Da lass ich glatt Frühstück und Mittag ausfallen. 
HH: Im Ernst?
K: Hab bis jetzt noch immer was abgestaubt. Letztens sogar ne ganze Pizza. Ohne draufzuzahlen. 
HH: Ach!
K: Dochdoch. Teures Pflaster. Da muss man sehen, wo man bleibt. Ich lass mir auch immer die "Gala" von meiner Putzfrau mitbringen. Ist dann zwar schon ein paar Tage alt, aber muss ich wenigstens nicht bezahlen. Die "Gala", nicht die Putzfrau. Die muss ich bezahlen. (brüllt) Wo bleibt der Ku-chen?!

Montag, September 15, 2008

Nicht vergessen: Lüdenscheid-Lesung

25.09.08, 20 Uhr: Mord am Hellweg: Lesung "Leaving Lüdenscheid, oder: Opa muss weg" und "Blutsünde". steve fotoagentur, Lüdenscheid. VV: 7€ / AK: 10€ Näheres hier

Außerdem eine Überraschung exklusiv für die Lüdenscheider. 

Sonntag, September 14, 2008

Samstag, September 13, 2008

Beim Krimilesen ...

... denke ich so über das Krimischreiben nach und stelle fest, dass es ein kompletter Unfug ist, den wir da betreiben. Die echten Kommissare von der Mordkommission langweilen sich ja meist in Wirklichkeit furchtbar und tischen einem dann immer irgendwelche Ungelösten von vor 20 Jahren auf, damit ihr Job ein bisschen besser klingt. Nämlich was sie sonst so machen - da lohnt sich kein Krimi.

Ich meine, letztens erst erzählte mir der eine von dem Mord an der Thai. Riesensoko gegründet, alle auf vollen Touren gearbeitet, weil: Massenscreening. Sie hatten DNA gefunden. Alle Männer im Umkreis von soundsovielen Kilometern herbeizitiert. Und ratet mal, wer's war: Der einzige Kerl, der bei seinem Termin angeblich krank war und zum zweiten auch nicht so recht antanzen wollte. Schwupp, Täter gefunden. Durch DNA-Abgleich.
Oder dann, der Fall mit der Oma im Lichtschacht. Arbeiten am Haus des Bauern. Der Handwerker muss was am Mauerwerk machen und findet die tote Oma im Lichtschacht. Polizei kommt, Kommissar fragt den Sohn von der Toten, wie die alte Frau denn da so reinkommt. Er behauptet, sie hätte einen Herzinfarkt gehabt, er wollte sie ins Krankenhaus fahren. Zu diesem Zweck warf er sie sich über die Schulter, die infarktgeschädigte Oma rutschte ihm über die Schulter und glitt elegant in den Lichtschacht. Tot. Na, da hat er sie dann gleich dringelassen. Natürlich stimmten Verletzungen und Lage der Toten nicht mit dem Schmarrn überein, und so ziemlich jeder im Dorf wusste, dass die Oma ein ziemlicher Besen war und ihrem Sohn entsetzlich auf den Keks ging mit ihrem Getue und Genörgel und Gekreische. Handschellen, das war's. Weil, sagte mir der Kommissar, in echt sind die Täter ganz oft ganz schön stulle, und wir bei der Polizei können ne ganze Menge lustige Sachen, von denen die noch gar nichts wissen, CSI hin oder her.

Freitag, September 12, 2008

Wenn Ihr mal wen ärgern wollt:

Das hier funktioniert recht gut. Man wird für ca. zweieinhalb Sekunden ein klein bisschen unsicher. Ist RTL2-Werbung, aber macht ja nix.

Donnerstag, September 11, 2008

Mittwoch, September 10, 2008

Ich habe mich in meiner Verzweiflung beworben.

Und zwar ging es um eine Kolumne. Lustig sollte sie sein, was mit Humor wurde gefordert, und drüber lachen sollen musste man auch noch können. Ich klopfte vorsichtig an (ich darf nicht sagen, wo, sonst verklagen die mich, aber da ich mich gerade vielerorts um Kolumnen beworben habe, werde ich wahrscheinlich eh verklagt), naja und die Antwort lautete doch tatsächlich, ich sei nicht berühmt genug, und für einen Ghostwriter wiederum zu eigen, und andererseits konnte man sich nicht vorstellen, dass eine Frau lustig ist, ehrlich gesagt hatten sie mehr so an einen Mann gedacht, Männer sind ja im Schnitt viel witziger als Frauen, mit Frauen hatten sie also gar nicht erst gerechnet, und nicht, dass sie mich unwitzig fänden, aber irgendwie waren sie halt auf einen Mann festgelegt. So konzeptionell.
Und dann haben sie mir was total Unwitziges vorgelesen und gesagt, sowas in der Art suchen sie. Da konnte ich nicht anders als zu sagen: Stimmt, SOWAS kann ich WIRKLICH nicht, dazu bin ich nicht SCHLECHT genug.
In Amerika hätte ich die auf der Stelle verklagen können. Wegen seelischer Grausamkeit, neben dem Sexismus.

Total vergessen vor lauter Ildikó: Sebastian Fitzek.

Über den schrieb ich unlängst bei Focus Online. Neues Buch, Lesereise, etc.

Montag, September 08, 2008

Ildikó von Kürthy ist ja gerade im Mamawahn.

Der Hormonhaushalt stellt sich erwiesenermaßen komplett um, wenn man Kinder hat. Kinder, habe ich mal gelesen, sollen sowas ähnliches auslösen, wie es einige Drogen tun: Man findet sie total toll, auch wenn sie scheiße sind, und man hört auf, sein Umfeld realistisch wahrzunehmen. Stand in einem Spiegel. Erinnert sich jemand?
Frau von Kürthy jedenfalls hat nun ein Kind und kommt demnächst mit einem Buch raus, in dem es um eine Frau geht, deren biologische Uhr ungefähr so laut tickt wie eine Sprengstoffladung. Rechtzeitig dazu gibt's in der aktuellen "Brigitte" ein Dossier von ihr über Kind oder nicht Kind. Da mich mein privates Umfeld nun auch schon seit einigen Jahren mit Nachwuchs belästigt und die Gesichter zunehmend lang werden, wenn ich öffentlich bekenne, keinen zu haben, weil ich keinen will, dachte ich, ich les es mal, vielleicht ist es ja ein netter Text, der einem bei bewusst gewählter Kinderlosigkeit nicht den Kopf abreißt. Aber nein, Frau von Kürthy ruft sämtliche Reproduktionsverweigerer auf, sich unbedingt zu reproduzieren, weil, in den meisten Fällen will man ja keins wegen Karriere und schönem Leben und man ist Akademikerin und verdient gutes Geld und so, und genau deshalb sei man die perfekte Mama für perfekte Vorzeigekinder, die es einmal viel besser haben als alle anderen, weil sie ja dann so tolle Vorbilder als Eltern (besonders als Mama) haben.
Ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass das funktioniert. Ich hatte als strahlendes Vorbild sicherlich nicht meine Mutter, sondern diverse kinderlose Tanten und Cousinen. Und das, obwohl meine Mutter arbeiten ging. Ich finde meine Nichten und Neffen zwar allesamt entzückend, aber die kann ich auch nach einer Weile wieder abgeben, und bei mir spuren sie, weil ich die Tante bin und nicht die Mama.
Ich finde es nicht besonders nett, dass man den Frauen, die eine ganz private Entscheidung treffen und sich gegen Kinder entscheiden, so ein schelchtes Gewissen macht und sie dadurch nachhaltig manipuliert. Oder es zumindest versucht. Den Männern macht man kein schlechtes Gewissen, oder verpass ich da nur was? Und laut sagen, dass manche Leute besser keine Kinder hätten kriegen sollen, darf man auch nicht. Weil, Hauptsache Nachwuchs.

Wer sich Lüdenscheid ANHÖREN will...

...folgt diesem Link und klickt dort den Hinweis zur Audiodatei an.

dpr wollte wissen, wie ich sein Buch finde.

Aber ich rezensiere doch nicht. Ich mach nur Sachen wie:
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen und man kann es hier bestellen.
Das Frauenbild fand ich diskussionswürdig. Anobella übrigens auch.
Aber der Rest: gut gemacht! Und so sieht es aus, das Buch:

Sonntag, September 07, 2008

Und jetzt auch noch das:


Ein Hirschkäfer an meinem Fenster.

Da liegt man einmal an einem Sonntag kränkelnd im Bett.

Und dann hat man trotzdem keine Ruhe. Seit heute Morgen brüllen Menschen vor meinem Haus Sachen wie: "Jaaa, Du schaffst das! Weiterweiterweiter!" und ich denke die ganze Zeit, woher wissen die, dass ich mich durch eine Leseprobe ackere, die ich morgen abgeben muss, und wie nett, dass sie mich anfeuern. Dann fällt mir irgendwann auf, dass gar keine Autos zu hören sind, aber seit frühem Nachmittag Hubschraubergeräusche. Und eben schleppe ich mich zum Fenster und schaue raus:Einfach so.
Ich muss mir angewöhnen, diese Schilder, die sie überall aufhängen, ernst zu nehmen.
Am Donnerstag spielt Rolf Zuckowski auf dem Marktplatz. Mal sehen, ob sie für den auch wieder alles absperren.
Ah, jetzt gerade noch die Nachhut:Jemand von der Straße erklärte mir gerade, das am Morgen die Amateure dran waren und jetzt die Profis. Deshalb die ganzen Fernsehteams. Und ich im Schlafanzug. Super.

Freitag, September 05, 2008

"Der Alte"...

... läuft jetzt schon sooo lange. Und sie sagen immer noch "Durchsuchungsbefehl" und "verhören". Warum sagt ihnen keiner was?!

Uuuuund nochmal: Leseprobe! Lüdenscheid!


Also das war so: Der Opa hatte plötzlich Internet. Mit 65. Nee klar! Und was machte er als erstes? Suchte sich eine Thai. Schrieb auf einmal Tag und Nacht E-Mails und chattete und schickte Fotos und Zeug hin und her.
Ich erzählte Papa davon, als wir gerade aus so einer neuen Kneipe in der Altstadt gekommen waren […], und klar, er war alles andere als begeistert. Weil: Wenn der Opa sich so eine Mai Ling aussem Katalog rüberholen würde, dann könnten wir sein Haus vergessen. Und zwar komplett.
Der Plan mit dem Haus war nämlich so, dass der Opa sich irgendwann mal eine schicke Seniorenwohnung irgendwo im Zentrum nehmen sollte, und wir dann in sein Haus ziehen. War ja sowieso viel zu groß für ihn, seit die Oma gestorben war.
Das mit dem Haus muss ich vielleicht mal erklären. Es ist in der Parkstraße, gleich beim Stadtpark. Einfamilienhaus, Dachgeschoss ausgebaut, Garage, vollunterkellert, Rasen drumherum mit Bäumen und Sträuchern und einer Buchsbaumhecke. Zweihundertfünfzigtausend, unter Freunden. […]
Jedenfalls, drei Wochen nach dem Internet fing der Opa auch noch damit an, dass hinterm Haus ein Teich hinsollte. Für Goldfische.
Das war ein schlechtes Zeichen, weil auf einmal überhaupt keine Rede mehr von der Seniorenwohnung war. Papa fand das einen Skandal, wie der Opa sich plötzlich aufführte. Mit der Thai und mit dem Teich.
Ich sagte also zu Papa: Noch länger in dieser dunklen, engen Mietsbude in der Schlachthausstraße halte ich nicht aus. Und Papa nickte nur. […]
Der geht da nie raus, sagte Papa auf einmal und klang ganz düster. Und wenn der nochmal heiratet ... Alles klar. Wir brauchten einen Plan B.
Also?, fragte ich.
Na!, sagte Papa.
Wir schwiegen einen Moment, und dann, ich schwöre es, sagten wir gleichzeitig:
Opa muss weg.
Wie geht das eigentlich mit diesem Internet?, fragte Papa.

Die Doppelmoral feiert sich selbst,

sagt Jens Jessen und vergleicht Mrs. Palins Teenagerschwangerschaftsgau mit Oscar Wildes Komödien.

Donnerstag, September 04, 2008

"Schrei nach Stille"

Normalerweise halte ich mich aus Buchdiskussionen raus. Deshalb ist das hier auch kein Krimiblog wie bei Anobella oder Albertsen oder den anderen üblichen Verdächtigen. Ich gehöre ja zu der vielbescholtenen Buchhochhalteundlobefraktion von der Focus Online-Mordkommission, vielbescholten deshalb, weil man uns regelmäßig vorwirft, unsere Krimitipps seien keine Rezensionen. Stimmt, es sind ja auch Krimitipps und keine Rezensionen. Hätte ich Rezensent werden wollen, wäre ich Rezensent geworden.
Nachdem mich aber nun einige Leute ganz direkt fragten, wie ich denn zu dem neuen Buch von Anne Chaplet "Schrei nach Stille" stehe - finde ich super, dass so vielen die winzige Rubrik hier oben links aufgefallen ist -, äußere ich mich öffentlich dazu. Es hat mir ganz großartig gefallen. Ich stimme dprs Kritik voll und ganz zu und wage es, mich über Georg hinwegzusetzen, der Sprachliches bemäkelte. Mir gefiel, allem voran, nämlich genau das: die Sprache. Einmal, wie die demenzkranke Sophie umgesetzt war. Wie man ihr in ihre Verwirrung folgte, ohne aber die Geschichte zu verlassen, ohne sich selbst zu verlaufen. Ich weiß, wie schwer so etwas zu schreiben ist, ich habe mich selbst in "Blutsünde" an einer Demenzkranken versucht. Sophies Geschichte berührt ganz leise, zugleich ganz tief. Das andere sprachlich Bemerkenswerte war die Umsetzung des Polizisten DeLange. Seine kurzen Sätzen, seine an sich selbst gerichteten Kommentare. Dann die Geschichte selbst. Kein Leiche-Blut-Gedärm-Ermittler-Verdächtige-Showdown-Krimi, aber deshalb liest man auch nicht Anne Chaplet. Das Dorfleben so wunderbar eingefangen, die Charaktere so eigen, wie sie nur dort in Hessen sein können, ach es war einfach schön zu lesen.
Jetzt wisst Ihr, wie ich es fand, ohne, dass ich eine Rezension geschrieben hätte. Jawoll.

Weil Anobella letztens meinte, von wegen Angelina Jolie.

Da ist mir noch das hier eingefallen:

*headbangt

Dienstag, September 02, 2008

Bahn

Am Jenischpark, Othmarschen.

Radfahrer R (betrunken)
HH

R: Das ist aber nett, dass Sie angehalten haben!
HH: Na ja, Sie haben sich vor mein Auto geworfen ...
R: Sie müssen mir helfen!
HH (wedelt die Fahne weg): Mhm, solange Sie mir den Lack nicht mit ihrem Lenker verkratzen ...
R: Ich muss zur Bahn!
HH: Dann fahren Sie mal, in dem Zustand können Sie Ihren Führerschein verlieren, auch auf dem Fahrrad ... Falls Sie noch einen haben.
R: Schon lang nicht mehr!
HH: Gut. Dann werden Sie auch keine Angst vor den Polizisten da oben haben. Verkehrskontrolle.
R: Ähm - muss ich an denen vorbei, wenn ich zur Bahn fahre?
HH: Ich habe keine Ahnung, wo hier eine Bahn ist! Ich fahre nie Bahn!
R: Haben Sie einen Stadtplan?
HH (holt den Stadtplan): Und ich soll Ihnen jetzt einen Weg suchen, wie Sie zur Bahn kommen, ohne an den Polizisten vorbei zu müssen.
R: Ach ja, das wäre schön!
HH (erklärt den Weg): ... und wenn Sie jetzt noch mein Auto loslassen könnten, dann geht's mit dem Radeln auch ein bisschen leichter ...